08.03.2010, 09:44 Uhr | mth
Eine Überraschung war es nicht, aber mit Sicherheit ein großer Moment: Der Österreicher und Wahl-Berliner Christoph Waltz erhielt wohlverdient den Oscar als Bester Nebendarsteller für seine Rolle als Nazi-Offizier in Quentin Tarantinos"Inglourious Basterds". Der große Sieger des Abends war "Tödliches Kommando - The Hurt Locker" von Kathryn Bigelow, der mit insgesamt sechs Oscars, unter anderem als Bester Film und für die Beste Regie, ausgezeichnet wurde. Beste Hauptdarsteller wurden Sandra Bullock ("Blind Side") und Jeff Bridges ("Crazy Heart"). Der deutsche Beitrag "Das weiße Band" ging bei der Vergabe des Preises für den besten fremdsprachigen Film leer aus.
Sichtlich gerührt nahm Waltz die Trophäe aus den Händen von Hollywood-Schönheit Penelope Cruz entgegen. Er habe Neuland entdecken wollen, sagte er anschließend in seiner Rede, und bedankte sich bei Regisseur Quentin Tarantino, dass dieser ihm dies mit seinem Rollenangebot ermöglicht habe. Für seine Darstellung des ebenso charismatischen wie hinterhältigen Hans Landa hatte Waltz auch schon den Golden Globe erhalten und galt im Vorfeld der Oscar-Verleihung als großer Favorit für einen Academy Award.
Verlierer des Abends war James Cameron. Sein "Avatar - Aufbruch nach Pandora" war für neun Oscars nominiert, konnte aber nur drei Trophäen in weniger wichtigen Kategorien (Visuelle Effekte, Art Direction, Kamera) gewinnen. Damit musste sich Cameron klar seiner Exfrau Kathryn Bigelow geschlagen geben. Ihr Irakkriegsdrama "Tödliches Kommando - The Hurt Locker" war ebenfalls für neun Oscars nominiert und konnte sechs "Goldjungs" auf sich vereinen - neben den Auszeichnungen für den Besten Film und die Beste Regie unter anderem auch den wichtigen Academy Award für das Beste Originaldrehbuch, das der Reporter Mark Boal verfasst hatte.
Ein Kuriosum gelang Sandra Bullock, die in diesem Jahr sowohl den Oscar als auch die "Goldene Himbeere" (für "Verrückt nach Steve") abräumen konnte und so gleichzeitig als beste und schlechteste Schauspielerin des Jahres ausgezeichnet wurde. Bei seiner insgesamt fünften Nominierung gelang es Jeff Bridges endlich, einen Oscar mit nach Hause zu nehmen. Die Auszeichnung bekam der 60-jährige für die Darstellung eines abgehalfterten Countrystars in "Crazy Heart".
Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als Hugh Jackman als Moderator ein Feuerwerk der gute Laune entfachte, ging es 2010 doch etwas gemächlicher zu. Das lag natürlich auch an den nicht mehr ganz taufrischen Hosts Steve Martin und Alec Baldwin, die gemeinsam stolze 115 Lenze aufs Parkett brachten. Dennoch bewältigten die Beiden ihr Aufgabe souverän und charmant und nahmen ihr Alter selbst auf die Schippe, als sie etwa Miley Cyrus und Amanda Seyfried mit der Bemerkung ankündigten, dass die beiden Jungstars die älteren Herren wohl kaum kennen würden. Für Lacher sorgte einmal mehr Ben Stiller mit einem genialen Auftritt, als er bei der Übergabe des Oscars für das Beste Makeup in kompletter Na'vi-Montur (die blauen Aliens aus James Camerons "Avatar") erschien.
mth
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