07.10.2011, 11:08 Uhr | Christian Steinbrink / Intro
"Soulicious" ist das neue Album von Cliff Richard. (Quelle: Nicky Johnston / EMI)
Kurz nach seinem 70. Geburtstag muss sich Sir Cliff Richard ein paar Gedanken gemacht haben. Es schien dem Ex-Rocker nicht mehr zu reichen, nur noch Christmas-Jingles und Gospel-Pop zu singen. Der Ausweg lautete: Soul. Und das mit hochprominenter Unterstützung, wie sein neues Album "Soulicious" zeigt.
Die Idee vom kooperativen Meisterwerk in den Gefilden des Soul hat Richard seinem Netzwerk aus großen Namen der US-Unterhaltungsindustrie zu verdanken. Einer seiner vielen Bekannten aus 50 Jahren Showbiz, der Musikproduzent David Gest, machte ihm das Konzept eines Albums voller Duette mit alten Souldiven und jungen R’n’B-Künstlern schmackhaft, und der Brite biss beherzt zu. Sicher auch deshalb, weil Gest ihm Kollaborationspartner offerieren konnte, für die viele Kollegen einen Mord begehen würden: Dennis Edwards (The Temptations), Candi Staton, Roberta Flack, Percy Sledge. Zusätzlich entstanden die Aufnahmen zu "Soulicious" an einem der sagenumwobenen Orte des Soul: In den Royals Studios in Memphis, Tennessee, Schauplatz vieler Produktionen des klassischen Soul-Sounds.
So viel Wonne und gegenseitige Bestätigung unter Legenden ist für den Soul als Stil generell sicherlich zuträglich, es führte aber auch dazu, dass "Soulicious" etwas zahnlos klingt. Cliff Richard überrascht mit seiner Vokalleistung zwar durchaus, er bleibt aber trotzdem der Schmusesänger, der eher die weichen Pastelltöne des Soul in Szene zu setzen weiß als die dreckige Energie eines Curtis Mayfield in dessen jungen Jahren. Dazu kommt, dass die Aufnahmen der zumeist alten bis altbekannten Songs ziemlich dünn und risikofrei geraten sind. "Soulicious" vermittelt dadurch den Eindruck einer routinierten "Nummer sicher"-Produktion, die große Namen über musikalische Substanz stellt.
Keineswegs soll aber der Eindruck entstehen, "Soulicious" sei komplett missraten. Denn die sanften und altersmilden Facetten des Soul weiß Richard mithilfe seines Teams durchaus mit Würze umzusetzen. Einige Stücke orientieren sich an softem Philly-Soul oder sogar P-Funk der 1990er und funktionieren auf dieser Schiene ausgezeichnet. Schwierig, beziehungsweise schaurig wird es nur, wenn Richards Produzenten ihm ein Korsett junger Popmusik aufzwingen wollen, wie etwa in "Every Piece Of My Broken Heart" oder "Don’t Say You Love Me". Dann lieber der alte Schmusepop, der Richard seit den frühen 1980ern maßgeblich charakterisierte. So wechseln sich auf "Soulicious" Licht und Schatten ab. Richards Mut, neue Wege zu gehen, muss man aber trotzdem Respekt zollen.
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Quelle: t-online.de
uede schrieb:
am 12. Oktober 2011 um 10:40:50
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cliff r.
Erst mal gratuliere ich Cliff zum Geburtstag. Ich wünsche ihm viel Gesundheit. Er ist seid Jahren mein Lieblingssänger. Deshalb
hoffe ich, dass er Erfolg mit seinen neuen Liedern hat.
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