Der Titel gibt leider wenig Anlass zur Hoffnung: Schlicht und völlig unkreativ "The Album" heißt das Erstlingswerk des frischgebackenen "DSDS"-Siegers Daniel Schuhmacher. Ganz so schlimm wird es aber zum Glück nicht: Die Mischung der zwölf Songs ist extrem mainstreamig-poppig, aber immerhin abwechslungsreich, und die Fans von Daniels Schmusestimme werden voll auf ihre Kosten kommen. Zudem gibt es neben den aus "DSDS" schon bekannten Coverversionen von "Ain't No Sunshine" und "Sweet Dreams" als Bonus auch noch das lang erwartete "Anything But Love"-Duett mit Sarah Kreuz. Dennoch hakt es bei "The Album" vor allem an einem: dem Produzenten Dieter Bohlen.
Der Poptitan hat es sich nicht nehmen lassen, auch dem neuen Superstar Daniel Schuhmacher höchstpersönlich Songs auf den Leib zu schneidern. Für Bohlen-Fans ein Anlass zum Jubeln, für alle anderen ein Grund, zumindest erst einmal misstrauisch zu werden. Die gute Nachricht deshalb zuerst: Zwar sollte man wie immer nicht allzu genau auf die Texte achten, doch was die Kompositionen betrifft, können sich die Bohlen-Songs durchweg gut hören lassen und laden mal zum Rocken, mal zum Schwelgen, mal zum Schmachten ein. Die Arrangements erschlagen Daniels Stimme nicht, sondern geben ihm Raum, verschiedene Facetten zu zeigen. Wer allerdings nach besonders anspruchsvollen, neuartigen oder gar originellen Höreindrücken sucht, ist bei "The Album" falsch. Denn Dieter Bohlen konzentriert sich erwartungsgemäß auf das, was er am besten kann: Mit wenig Aufwand mehrheitsfähige Songs komponieren. Das Ergebnis klingt dann zwar immer nett und eingängig - ist aber leider auch völlig harmlos, weichgespült und auf die Dauer einfach langweilig.
Auf "The Album" nutzt Dieter Bohlen wieder einmal die Kreativität anderer Künstler für seine Zwecke aus und verwurschtelt in seinen Songs Beats und Melodien bekannter Hits aus früheren Jahrzehnten. In "Emily" hört man zum Beispiel "Fantasy" von Earth, Wind & Fire heraus, "Nothing's Gonna Change It" erinnert an "Any Way You Want It" von Journey, "How Deep Is Your Love" von den Bee Gees klingt in "Take Me To The Clouds" an, oder Bryan Adams' "(Everything I Do) I Do It For You" ein wenig in "It's A Lonely Night". Kein Wunder also, dass Daniel Schuhmachers Songs dem Hörer auf Anhieb angenehm vertraut vorkommen - schöner wäre es nur, wenn er sich als eigenständiger Sänger profilieren könnte, der solche unterschwelligen Hilfestellungen nicht nötig hat. Aber vielleicht kommt das ja noch.
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