David Carradine (Foto: imago)Es wurde wild spekuliert, doch nun scheint es Gewissheit zu geben: US-Schauspieler David Carradine hat nach dem Befund einer unabhängigen Autopsie keinen Selbstmord begangen. Wie der Internetdienst "Tmz.com" am Donnerstag berichtete, hatten Angehörige des aus der TV-Serie "Kung Fu" bekannten Stars die neue Untersuchung von einem amerikanischen Experten durchführen lassen. Der New Yorker Pathologe Michael Baden erklärte laut "Eonline.com" am Donnerstag (Ortszeit), dass er noch weitere Informationen aus Thailand brauche, um die genaue Todesursache festzustellen. Selbstmord schließe er derzeit aber aus. Bisherige Indizien sprechen dafür, dass es sich bei dem mysteriösen Tod von Hollywood-Star David Carradine um einen Unfall während eines Sexspiels handelt.
Die amerikanische Webseite "The Smoking Gun" hatte die Scheidungspapiere Carradines von seiner vierten Frau Marina Anderson gesichtet. Darin begründet Anderson, die von 1998 bis 2001 mit dem Schauspieler verheiratet war, das Scheitern der Ehe mit dem "abartigen sexuellen Verhalten" ihres damaligen Mannes, welches "potenziell tödlich" gewesen sei. Außerdem unterstellt sie Carradine, er habe ein inzestuöses Verhältnis mit einem sehr engen Familienmitglied gehabt. Ihre Bitte, sich einer Therapie zu unterziehen, habe er abgelehnt.
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Tod bei Masturbation
Ermittler hatten die Leiche des 72-jährigen "Kill Bill"-Darstellers an einem Strick hängend im Kleiderschrank seines Hotelzimmers aufgefunden, so dass zunächst von einem Suizid ausgegangen wurde - auch ein Selbstmord wurde nicht ausgeschlossen. Doch sei es wahrscheinlicher, dass Carradine "durch Masturbation" gestorben sei. Der Strick um Carradines Hals war nach seinen Angaben mit einem weiteren Strick um seine Genitalien verknüpft gewesen. Auch die Hände des Schauspielers sollen zusammengebunden gewesen sein. #
Erfolg mit "Kung Fu"-Serie
Carradine hatte sich für Dreharbeiten zum Film "Stretch" in Bangkok aufgehalten. Der am 8. Dezember 1936 geborene Carradine war der Sohn von John Carradine, einem der bevorzugten Schauspieler von Regisseur John Ford. Zu Beginn seiner Schauspielerkarriere schlug er sich zunächst mit Nebenrollen in Western durch, bevor ihn Martin Scorsese 1972 als Hauptdarsteller für "Die Faust der Rebellen" engagierte. Im selben Jahr wurde er durch die Fernsehserie "Kung Fu" weltweit bekannt und war vor einigen Jahren in Quentin Tarantinos Zweiteiler "Kill Bill" im Kino zu sehen. Außerdem war Carradine als Woody Guthrie in "Dieses Land ist mein Land" zu sehen und wirkte in Ingmar Bergmans "Schlangenei" mit. Seit Mitte der 70er Jahre arbeitete er auch als Regisseur. Zuletzt war Carradine in "Crank 2: High Voltage" im Kino zu sehen.