Jetzt hat ihn doch jemand gerufen, den berühmten Satz: “Ich bin ein Star, holt mich hier raus.“ Giulia Siegel hat das Handtuch geworfen und weilt nicht mehr unter den anderen Dschungelbewohnern. Sie ist natürlich nicht freiwillig gegangen, die Umstände haben sie gezwungen. Es waren die fast unmenschlichen Rückenschmerzen, die sie zur Aufgabe zwangen. Oder wie die Ärzte es kurioserweise ausdrückten: “Es geht ihr gut." Nach fast zwei Wochen im Dauerstreit gab sie auf. Vielleicht ist sie damit aber nur ihrer Abwahl zuvor gekommen. Wie gestern bekannt wurde, trennten sie am Vorabend nur zehn Stimmen von Günther Kaufmann, der das Camp verlassen musste. Wenn gar nichts mehr geht, dann ist ein Ausstieg natürlich immer noch besser als ein Rauswurf. Vielleicht hat sie ja in einem ihrer wenigen lichten Momente gemerkt, das sie am Ende eines Weges angekommen war. Sie, die immer bestimmen wollte im Camp, ließ sich doch nicht von den Zuschauern den letzten großen Auftritt versauen. Vielleicht war der Ausstieg die noch einzige mögliche Alternative...
Nach 14 Tagen, vier Dschungelprüfungen, drei Schatzsuchen, 17 Phobieanfällen, drei Allergien und 28 Nervenzusammenbrüchen gab sie auf. Der ausschlaggebende Punkt sei die Schatzsuche gewesen, bei der sie mit Gundis Wasser in mehrere Eimer umfüllen musste. Das sei zuviel für den Rücken gewesen. Am Abend verkündete sie dann den anderen Campbewohnern ihre Kapitulation und war dabei so verblendet, dass sie den einsetzenden Monsunregen als einen weinenden Himmel deutete. Mit großen Worten versuchte sie ihre Entscheidung schön zu reden: “Ich bin einer der probiert Ziele immer zu Ende zu erreichen. Wenn mir Steine in den Weg gelegt werden, versuche ich aus den Steinen eine Brücke zu bauen. Und ich habe mir in den letzten Tagen quasi eine Brücke gebaut um den Rest hier zu überleben. Aber es ist jetzt mit Schmerztabletten nicht mehr in den Griff zu kriegen. Es geht mir besser, aber der Schmerz ist da. Die Entscheidung ist mir sehr, sehr schwer gefallen, aber die Gesundheit geht nun mal vor.“ Soviel Gelaber für einen Ausstieg. Dabei reicht doch ein Satz: “Ich bin ein Star, holt mich hier raus.“ Nun ja, wenn sie wirklich Beschwerden an den Bandscheiben hatte, dann ist das natürlich viel schlimmer als bei anderen Menschen - schließlich haben Schlangen ja bekanntlich zwischen 200 und 435 Wirbel.
Angeblich wurde Giulia Siegel erst vor fünf Monaten operiert: Die Wirbelsäule musste begradigt und ein Bandscheibenvorfall entfernt werden. Zwei ihrer Wirbel wurden mit vier Schrauben und zwei Stäben versteift. Wie dem auch sei. Mit dem Rettungswagen ließ sich Frau Siegel in die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses bringen. Kurz danach wurden die anderen Campbewohner informiert: “Giulia geht es Spitze, sagten zumindest die Ärzte. "Sie war da bestimmt anderer Meinung“, kommentierte Dirk Bach den Abgang. Wer sich jemals das Video vom Playboy-Fotoshooting angesehen hat, kann die Geschichte vom Problemrücken nicht ganz glauben. Beim Fototermin ging sie problemlos aus der Rückenlage in die Brücke. Eine Übung, die niemand mit Bandscheiben- oder Rückenbeschwerden machen könnte.
Vor ihrem Ausstieg hatte Giulia sich in der Dschungelprüfung ihren Ängsten gestellt. Doch dieses Mal musste sie nicht alleine antreten, sondern mit allen fünf Verbliebenen. Alle freuten sich, besser gesagt, alle außer Giulia. Der Name der Aufgabe war vielversprechend: “Mit Schwung in die Hölle“. Ingrid und Giulia bekamen die Aufgabe, die Sterne schwimmend in Position zu bringen, zeitgleich sollten Gundis, Lorielle und Nico von einer Liane abspringen um die Sterne zu treffen und durch den Aufprall durchzubrechen. Während Ingrid schon im Wasser war, zickte Giulia mal wieder rum. Selten hat eine Frau im Dschungel so genervt wie die Münchner Schickimicki-Tussi. Lorielle war die erste die einen Stern im Wasser zerstörte. Als Nächster traf Nico, nur Gundis sprang wieder vorbei. Dann kam Besuch: Eine Wasserschlange schwamm am Stern vorbei. Doch Dschungeloma Ingrid ließ sich davon nicht beeindrucken. Was folgte war bekannt. Gundis sprang wieder vorbei, Giulia simulierte Panik beim Schwimmen und Lorielle traf den Stern. Diesmal leider mit der Nase. Autsch! Genau auf das frisch operierte Näschen, das tat weh. Das Teamwork wurde mit insgesamt vier Sternen belohnt.
Ein Camp zwei Schwänze
“Schneidet den Schwanz in Stücke und reibt ihn in Öl ein...“ Keine Sorge, es ging Nico nicht an den Kragen. Es war vielmehr die Gebrauchsanweisung für das Abendessen. Für ihre vier Sterne gab es nämlich einen Känguruhschwanz. Noch bevor der Schwanz auf dem Grill war, verabschiedete sich Giulia. Nachdem die Dschungelschlange gegangen war, nervte die Übriggebliebenen eigentlich nur noch der monsunartige Regen. Regen, Regen, Regen: Es goss wie aus Eimern und die Camp-Bewohner hatten alle Mühe ihre Sachen und vor allem das Brennholz trocken zu halten. Doch im Vergleich zu Frau Siegel war das sicher das kleinere Problem.
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