Ganz Deutschland diskutiert über Lorielle. Ist sie noch ein Mann oder er schon eine Frau? Als Lorenzo wurde er/sie 2003 durch die RTL Casting-Show "Deutschland sucht den Superstar" bekannt. Dort übernahm er die Rolle des Clowns in der zweiten Staffel der Show und belegte den zehnten Platz. Doch am 13. Dezember endete der Traum von einer Karriere als Popstar und Lorenzo verschwand wieder in der Versenkung. Erst ihre Ankündigung zur Geschlechtsumwandlung brachte sie wieder in die Medien zurück. Inzwischen ist ein großer Teil der Operationen abgeschlossen, doch der letzte, entscheidende Schnitt wurde noch nicht gemacht. Bernie Blanks, der Manager von Lorielle London, redet über Lorielle nur noch als Frau, während RTL Moderator Daniel Hartwig bei Lorielle immer von ihm spricht. Auch im Camp ist die Lage noch äußerst diffus.
Im Herbst 2006 kündigte Lorenzo an, sich einer geschlechtsangleichenden Operation zu unterziehen und ab dann den Künstlernamen Lory Glory tragen zu wollen. Anfang 2007 begann die Umwandlung mit der Einnahme der ersten Hormone. In Mannheim ließ sich London im Juli 2007 an Augenlidern, Kinn und Nase operieren. Vier Monate später folgten Po und Busen. Ein letzter Schritt folgte 2008: Lorielle ließ sich in der Langenhagener Paracelsus-Klinik dreimal operieren und sich ihren Busen auf mit einem 670 Milliliter-Silikon-Implantat vergrößern. Durch ein Gerichtsurteil wurde Lory untersagt, sich weiterhin Lory Glory zu nennen. Geklagt hatte eine Musikerin namens Lori Glori vor dem Hamburger Landgericht. Der transsexuelle Lorenzo nannte sich kurze Zeit später Lorielle London.
Lorielle ist eine Kontorsionistin, oder wie man im Volksmund sagt eine Schlangenfrau. Sie kann ihren Körper aufgrund von jahrelangem Training extrem verbiegen. Im Allgemeinen haben Kontorsionisten bereits eine ungewöhnlich hohe natürliche Beweglichkeit, welche dann noch durch spezielle Turnübungen gesteigert wird. Vor der Abreise in das Camp zeigte Lorielle bereits eine kleine Probe ihres Könnens.
Ob RTL die neuen Top-Quoten zu einem guten Teil dem schillernden Paradiesvogel Lorielle zu verdanken hat, können nur die Zuschauer beantworten. Am Samstag sahen sich genau vier Millionen 14- bis 49-Jährige im Schnitt die Zusammenfassung des zweiten Dschungeltags an. “Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ läuft damit also deutlich besser als die dritte Staffel im vergangenen Jahr, bei der lediglich das Finale die magische Marke von vier Millionen in der Zielgruppe überschreiten konnte. Bemerkenswert war auch der Marktanteil: Fette 34,6 Prozent der werberelevanten Zielgruppe saßen am Samstag von dem Fernseher um sich am Elend der C-Promis zu ergötzen.