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RTL muss 100.000 Euro Bussgeld zahlen
09.07.2008, 17:04 Uhr | dpa / LS
Seine Sprüche kosten RTL jetzt 100.000 Euro: Dieter Bohlen. (Bild: dpa)
Wegen der derben Sprüche von Dieter Bohlen in der Show "Deutschland sucht den Superstar" muss RTL 100.000 Euro Bußgeld bezahlen. Das beschloss die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) der Landesmedienanstalten nach Anhörung des Senders auf ihrer Sitzung in München. "Beleidigende Äußerungen und antisoziales Verhalten werden in dem TV-Format als Normalität dargestellt", sagte KJM-Vorsitzender Wolf-Dieter Ring. "So werden Verhaltensmodelle vorgeführt, die Erziehungszielen wie Toleranz und Respekt widersprechen. Das kann vor allem auf Kinder unter zwölf Jahren desorientierend wirken."
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Mehrere Castings wurden beanstandet
Kritisiert wurde dabei besonders die Behandlung der Bewerber durch die Jury-Mitglieder. Betroffen seien die Casting-Ausgaben vom 26. und 27. Januar sowie vom 2. und 3. Februar 2008 im Tagesprogramm. Die im Februar beschlossene Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens wegen drei weiterer Folgen, zwei im Tagesprogramm und eine im Abendprogramm, wurden dagegen eingestellt. RTL hätte in "seiner umfassenden Stellungnahme dazu Einsicht gezeigt und sich verpflichtet, die Casting-Sendungen der nächsten Staffel der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) vorzulegen", hieß es zur Begründung.
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Bohlen darf nicht ins Bremer Rathaus
Der hämische und beleidigende Stil des Wettbewerbs hatte Dieter Bohlen und den DSDS-Machern erst vor wenigen Tagen eine Absage aus dem Bremer Rathaus eingebracht, wo man eines der Castings zur sechsten Staffel durchführen wollte. Der Bremer Regierungschef Jens Böhrnsen (SPD) begründete die Ausladung damit, dass dieser Stil nicht zu dem historischen Gebäude passe.
Startschuss für die sechste Runde
Anfang 2009 startet die neue Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" auf RTL. Schon jetzt können sich wieder alle 16- bis 30-jährigen Singwütigen anmelden. Mit etwas Talent - oder einfach nur einem schrillen Auftritt - landen sie dann direkt im Studio vor Bohlen und seiner Jury. Für die sechste Staffel soll es einige Änderungen in der Show geben, wie RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger gegenüber dem Medienmagazin DWDL.de sagte. Wie die genau aussehen, steht allerdings noch nicht fest.
Dokusoap-Charakter
Sicher ist jedoch bereits jetzt, dass es in Zukunft keine Castings mehr auf den Balearen-Inseln Mallorca und Ibiza geben wird. Die Programm-Macher wollen ab sofort viel stärker auf einen "Dokusoap-Charakter" setzen, bei dem tiefere Einblicke in das Leben der Kandidaten gegeben werden sollen. Laut RTL-Sprecherin Maren Mossig seien die Änderungen jedoch rein redaktionell bedingt und haben nichts mit dem Urteil der Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten zu tun. Dort hatte man sich mehrmals mit der Casting-Show auseinandergesetzt und war zu dem Schluss gekommen, dass darin "beleidigende Äußerungen und antisoziales Verhalten als Normalität dargestellt werden." Vor allem Bohlens Sprüche sind dabei immer wieder kritisiert worden.
dpa / LS