24.09.2010, 13:22 Uhr | Judith Wiemers/ Intro
Mr. Slowhand Eric Clapton ist wieder in Aktion. (Foto: Warner)
Was kann und darf man vor einem Meilenstein der Rockgeschichte erwarten, einem Perfektionisten und Vollblutmusiker, der nicht wegzudenken ist aus den Plattensammlungen der letzten beiden Generationen, und den es immer wieder antreibt zu neuen Ufern und Herausforderungen? Mit "Clapton" serviert uns Slowhand Eric Clapton diesmal eine Platte, die zwischen Blues, Dixie und Jazz oszilliert und den Gitarristen als unfehlbaren Allrounder präsentiert.
"Clapton" ist das bereits 19. Studio-Album der Gitarren-Koryphäe, der gleich dreimal in die berühmte Rock 'n' Roll Hall Of Fame aufgenommen wurde und auf eine einzigartige Karriere zurückblicken kann. Der als einer der weltbesten Gitarristen gehandelte Clapton gilt ganz nebenbei als Begründer des Bluesrock und schlägt seit den 1960er Jahren auf den internationalen Bühnen auf. Anstatt sich auf seinen wohlverdienten Lorbeeren auszuruhen sucht Clapton mit Stimme und Instrument nach Genres und Stilen, die er nicht im Traum beherrscht und die ihn weiterhin reizen und fordern.
Clapton widmet sich auf seinem neuen Album einem Einfluss seiner eigenen Karriere und nimmt gemeinsam mit einer handvoll kongenialer Akteure eine Sammlung mit Jazz-Standards, Blues-Titeln und Dixieland-Referenzen auf. Eine Persönlichkeit wie Clapton muss selbstredend nicht lange nach Mitstreitern suchen, für "Clapton" standen neben anderen einflussreichen Musikern Co-Produzent und Gitarrist Doyle Bramhall II sowie der Freund J.J.Cale mit vor den Mikrophonen. Mit der Songauswahl, die Bluesnummern ebenso wie funkig angehauchten Balladen ("Autumn Leaves") umschließt, beweist Clapton Mut und die entspannte Haltung eines alten und gewieften Hasen.
Die Arrangements aller 14 Tracks sind ausnahmslos stilsicher, ob Fender Rhodes, eine New Orleans Brass-Band, die beiden brillanten Jazzklaviere auf dem Fats Waller-Klassiker "When Somebody Thinks You’re Wonderful" oder einer Sheryl Crow als Duett-Partnerin: Eric Clapton lässt keine Zweifel an seinem Können, das ihn auch mit 65 Jahren noch als einzigartigen Gitarristen und Sänger ohne jegliche Attitüde außer Konkurrenz stehen lässt. Für alle Guitarheros zum Scheibe abschneiden, für alle anderen: Hören bitte!
Quelle: t-online.de
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