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ESC-Kommentator Peter Urban im Interview mit t-online.de

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ESC-Kommentator Peter Urban im Interview mit t-online.de

12.05.2011, 16:07 Uhr | CK

Peter Urban kommentiert in diesem Jahr zum 14. Mal den Eurovision Song Contest. (Foto: NDR / Rehmann)

Peter Urban kommentiert in diesem Jahr zum 14. Mal den Eurovision Song Contest. (Foto: NDR / Rehmann)

t-online.de: Am Dienstag hat der Eurovision Song Contest in Deutschland mit dem ersten Halbfinale offiziell begonnen - doch es kam direkt zu einer peinlichen Tonpanne. Einige Minuten waren Sie gar nicht zu hören, dann lange Zeit nur per Telefon. Wie war das für Sie, wie haben Sie die Situation erlebt? Sie blieben ja offensichtlich recht cool.
Peter Urban: Ja, so etwas kann ja mal passieren. Man ärgert sich natürlich. Man ja hat keine gute Arbeitssituation, wenn dann Techniker rein und rauslaufen. Und dann musst du über Telefon weiterkommentieren. Aber es ging trotzdem ganz entspannt. Ich habe eben versucht, die Zeit zu überbrücken. Es war so eine Sache, die passiert ist und nicht vorauszusehen war, was bei digitaler Technik eben manchmal geschieht.

t-online.de: Weiß man schon Genaueres über die Ursache?
Peter Urban: Da bin ich technisch nicht genug drin, das ist nicht so mein Thema. Aber dazu gab es eine Pressekonferenz. Mittlerweile haben sie, herausgefunden, woran das lag, und noch eine doppelte Sicherung eingezogen.

t-online.de: In diesem Jahr kommentieren Sie bereits zum 14. Mal den Eurovision Song Contest, doch es ist der erste im eigenen Land. Beeinflusst das Ihre Arbeit und: inwiefern ist das für Sie etwas Besonderes?
Peter Urban: Die Arbeit direkt beeinflusst es eigentlich nicht so, denn man setzt sich da ja auch hin und betrachtet das. Man kennt natürlich jetzt viele Leute, die hier mitgearbeitet haben, das mitorganisiert und geplant haben und das gibt schon ein engeres Verhältnis dazu. Ich bin auch sehr positiv beeindruckt davon, wie die Halle umgewandelt worden ist in ein wirklich sehr, sehr schönes Fernsehstudio mit einer wunderschönen ausdrucksstarken Bühne. Auch das Licht und die Videotechnik finde ich fabelhaft, ebenso wie den Ton der Musik. Der ist von einer absoluten Topqualität, perfekt abgemischt. Das habe ich in der Qualität nicht erlebt bisher. Das möchte man in der Sendung gar nicht so sagen, das klingt dann so nach Eigenlob. Da bin ich echt stolz drauf, dass das bei uns im Land so gut geklappt hat.

t-online.de: Nach ihrem Sieg im letzten Jahr tritt Lena nun zum zweiten Mal in Folge an. Das sorgte nicht überall für Zustimmung. Halten Sie die Titelverteidigung für eine gute Idee?
Peter Urban: Am Anfang hat man sich ein bisschen gewundert, aber als man dann die Gründe und Argumente gehört hat, war das eigentlich nicht unlogisch. Ich meine, sie wollte es einfach noch mal machen. Und zwar aus zwei Gründen: Erstens, um es zuhause vor einem großen Publikum einfach zu genießen. Zweitens, um mit der Teilnahme das Thema wirklich abzuhaken und dann ein anderes künstlerisches Leben zu führen, vielleicht als Schauspielerin und auch um Platten zu machen, die nicht unbedingt auf den Song Contest ausgerichtet sind. Sie hat ja auch schon gesagt, ein drittes Mal würde sie es nicht machen.
Sie fühlt sich wohl dabei, sie hat eine sehr erfolgreiche Tournee hinter sich und alle, die in den Zeitungen negativ schreiben, haben absolut keine Ahnung. Denn sie ist ein junger Künstler, gerade ein Jahr im Business, und füllt Hallen mit 6.000 bis 11.000 Zuschauern. Vergleichen Sie das mal mit erfolgreichen deutschen Popgruppen wie Wir sind Helden oder Juli, die spielen vor ein bis zwei tausend, oder Silbermond, die spielen vielleicht vor 5.000. Aber diese Dimension, die hat in Deutschland niemand.
Man muss das auch mit internationalen Stars vergleichen. Kylie Minogue sahen in Hamburg etwa 5.500, Sade 6.500, Joe Cocker 6.000. Da frage ich mich echt, warum die Kritik? Das begreife ich überhaupt nicht. All diese Häme ist einfach nur böswillig, und ich glaube, sie ist auch nur daher so stark, weil Lena die Boulevard-Journalisten mit ihrem Klatsch und Tratsch nicht beliefert. Sie gibt ihnen kein Futter und dann sind sie beleidigt und dann hauen sie drauf. Das ärgert mich, weil ich finde, dass man die Stars, die man in Deutschland hat - und sie ist einer der großen neuen Stars und ein sympathischer und super talentierter Mensch -, auch pflegen sollte und nicht runterreden oder runterschreiben muss.

t-online.de: Glauben Sie, dass Lena tatsächlich noch einmal gewinnen kann?
Peter Urban: Ich gehe nicht selbstverständlich von einem erneuten Sieg aus, aber sie wird einen guten Platz belegen, das meine ich zu spüren. Erstens ist ihre Ausstrahlung immer noch die gleiche, besonders für das Ausland - und die müssen ja abstimmen. In Europa haben sie sie ja ein Jahr lang nicht gesehen, während sie bei uns in Deutschland omnipräsent war. Und die Leute freuen sich vielleicht, sie wiederzusehen. Und dann ist das Lied eine ziemliche Ausnahme im ganzen musikalischen Bereich hier, es ist schon ein ganz anderer Song. Der ist vielleicht nicht so fröhlich, vielleicht kommt ihre Ausstrahlung durch den Song nicht ganz so zur Geltung wie zum Beispiel bei "Satellite" im letzten Jahr. Der Song ("Taken By A Stranger", Anm. d. Red.) ist trauriger, düsterer, geheimnisvoller, aber trotzdem macht er Eindruck. Und ich denke, ein Platz unter den ersten Sechs ist da sicher drin.

t-online.de: Welche Beiträge haben Ihrer Meinung nach Chancen auf den Titel? Sehen Sie schon einen absoluten Favoriten?
Peter Urban: Einer meiner Favoriten ist leider im Halbfinale ausgeschieden. Das war Norwegen, die hätte ich mir sehr hoch gewünscht. Aber das hat nicht funktioniert. Jetzt versteife ich mich auf Irland. Jedward ist ein Duo von Zwillingen, die sehr schrill aussehen, aber der Song ist ganz attraktiv - für die ältere Generation, die 80er-Jahre-Synthi-Pop mögen, ganz interessant oder auch für die ganz Jungen. Also ich denke, dass da eine ganz gute Chance besteht.

t-online.de: Wie ist denn die Stimmung in der ESC-Stadt Düsseldorf?
Peter Urban: Ich merke eines hier, die ausländischen Kollegen sind sehr begeistert von der Art, wie das hier professionell veranstaltet wird, die finden, die Show wird super präsentiert, sieht toll aus. Und Düsseldorf macht einen guten Eindruck. Das ist überhaupt keine anonyme Stadt, sondern hat eine Menge Charakter und Charme.

t-online.de: Was halten Sie vom Moderatorentrio Raab, Rakers und Engelke, die am Dienstag beim Halbfinale ihren ersten Auftritt hatten?
Peter Urban: Ganz toll, ich war sehr glücklich und zufrieden. Anke Engelke ist natürlich der Star der drei. Aber auch Stefan: Die Zwischenspiele zwischen ihm und Anke sind sehr lustig, obwohl das ja eine sehr schwere Sache ist, Humor in einer fremden Sprache zu machen – und das lösen die perfekt. Ich hab in vielen Grand Prixs der Vergangenheit erlebt, wie das in die Hose gehen kann. Da wollten irgendwelche Moderatoren lustig sein und haben so eine Art Sketch inszeniert und das war dermaßen peinlich und langweilig.
Die Moderation der drei ist echt gelungen: flott, schnell, auch spontan. Ich habe auch herumgefragt und alle finden die hervorragend, auch die ausländischen Kollegen, und die sind immer sehr, sehr kritisch. Sie hätten nicht erwartet, dass deutsche Moderatoren so lustig sein können.

t-online.de: Ihre ironisch-bissigen Kommentare zum Eurovision Song Contest sind legendär. Haben Sie deswegen auch schon mal Ärger bekommen?
Peter Urban: Ja, früher mal, aber es hat nachgelassen in den letzten Jahren. Ich glaube, die Leute sind auch ein bisschen toleranter als früher. Man muss immer aufpassen, dass man niemanden – auch keinen Teil des Publikums – irgendwie zynisch und kritisch anfasst. Aber kleine Spitzen zu bringen über Sachen, die die Zuschauer vielleicht selbst bemerken, ohne zu platt und zu deftig zu sein – das ist einfach mein Stil und das werde ich auch diesmal wieder versuchen.

t-online.de: Genau eine Woche vor dem Grand Prix war im deutschen Fernsehen das Finale einer ganz anderen Musikshow zu sehen. Haben Sie die Sendung geguckt und was halten Sie von DSDS?
Peter Urban: Ich habe das nicht gesehen. Mir gefällt das Format insofern nicht, als da zu wenig Freiheit herrscht. Das scheint alles sehr, sehr maßgeschneidert auf die große Produzentenlegende Dieter Bohlen zu sein, der eine bestimmte Art von Musik hören will, und das geht mir alles zu sehr in eine Richtung. Dazu kommen die persönlichen Geschichten, die da in dieser Show hervorgeholt werden. Das ist ja Teil des Prinzips, dass da Feindschaften kreiert werden, dass da auch Hintergrundgeschichten groß lanciert werden, damit das Interesse hochgehalten wird. Das gefällt mir überhaupt nicht, das ist nicht mein Stil. Da ist offensichtlich, dass einfach Quote und Aufmerksamkeit erreicht werden sollen. Natürlich gibt es auch da talentierte Sänger zu hören, aber diese Sänger haben meiner Meinung nach zu wenig eigene Persönlichkeit. So jemand wie Lena wäre da schon vorher beim Casting ausgeschieden, weil sie ihre Talente gar nicht gesehen hätten. Sie hätten sie in eine Kategorie reinpressen wollen und das hätte Lena nicht gemacht. Die Persönlichkeit, die fehlt mir bei den Kandidaten, denn die singen eher Stücke nach und möglichst in dem originalen Stil. Und so kann man auch später keine Karriere machen, das sieht man ja an dem Ergebnis.

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Quelle: CK , t-online.de

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Kommentare (9)

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Jajas schrieb: am 12. Mai 2011 um 21:12:51
(0) (0) Lena
Lena kann nicht singen und kein Englisch, das ist ihr Vorteil! Deutschland wird erneut blamiert und andere Länder freuen sich über so
viel Überheblichtkeit, sowas überhaupt antreten zu lassen. Perfekter kann man ein Land nicht vorführen... Peinlich! Zum 2. Mal....
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Nordmann schrieb: am 12. Mai 2011 um 20:08:38
(0) (0) Peter Urban
hat den Braten bei DSDS voll durchschaut. Das wäre mal ein Mann für die Jury, aber auf das RTL-Niveu wird er sich nicht herablassen.

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Maja50 schrieb: am 12. Mai 2011 um 19:37:55
(0) (0) DSDS Lena
Bei Lena würd nicht das singen bewertet sondern ihr aussehen... wo ich so alt war sah ich auch aus wie ein Model
...............aber die Zeiten ändern sich und man würd älter .....aber wenn man halt die punkte (Stimmen ) von gekauften oder Kinder bekommt .....da liegt man halt vorn..und von Männern die nur das das sehen was das auge hergibt lache trauig .... da kann sich Deutschland wieder plamieren ... das macht sie ja in die ganzen Welt schon ..... und alle lachen drüber
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