10.02.2011, 14:49 Uhr | jho
Stefan Raab und Lena Meyer-Landrut (Foto: dpa)
Bei seinem ersten Ausflug aufs internationale Grand-Prix-Parkett erfand Stefan Raab in Anspielung auf Ralph Siegel das Pseudonym "Alf Igel". Als solcher komponierte er für Guildo Horn den Hit "Guildo hat euch lieb". Das war 1998, und seitdem hat Raab offenbar das Song-Contest-Fieber gepackt: Im Jahr 2000 nahm er persönlich teil, 2003/2004 suchte er in einer Casting-Show den "Super Grand Prix Star" und fand Max Mutzke, seit 2005 gibt es den "Bundesvision Song Contest" und 2010 folgte mit "Unser Star für Oslo" und Lenas Triumph die Krönung des neuen "Mr. Grand Prix". Doch statt sich jetzt entspannt zurückzulehnen, dreht sich Raab im Grand-Prix-Laufrad immer weiter. Titelverteidigung für Lena, Jurypräsident bei der Songauswahl, ESC-Moderator - der Grand Prix ist raabisiert.
Ähnlichkeiten zwischen "Alf Igel" und dem Original sind durchaus vorhanden: Seit Jahrzehnten versucht Ralph Siegel immer wieder beharrlich, mit mehr oder weniger vielversprechenden Künstlern und für verschiedene Länder seinen Nicole-Triumph aus dem Jahr 1982 zu wiederholen. Der Erfolg blieb bisher aus, das Gespött wurde dafür umso größer. In diesen Dimensionen ist Stefan Raab noch längst nicht angekommen. Im Gegenteil, sein Engagement für den Eurovision Song Contest brachte vielmehr frischen Wind in den angestaubten Wettbewerb und machte ihn für neue Zuschauergruppen interessant. Doch mit dem Beharren auf Lenas Titelverteidigung hat sich der TV-Entertainer keinen Gefallen getan: Lenas One-Woman-Show stößt mehr auf Kritik als auf Zustimmung.
Raab bewertet als Jury-Präsident bei "Unser Song für Deutschland" Lieder, die er selbst mit ausgesucht und teilweise sogar selbst komponiert hat. Von den sechs Songs in der Finalrunde stammen zwei aus seiner Feder, die Chancen, dass einer davon gewinnt, stehen nicht schlecht. Den Grand Prix wird er nur dann nicht moderieren, wenn Lena mit einem seiner Kompositionen antritt - auch hier gibt es für ihn also nichts zu verlieren. Die Songauswahl-Show war bisher kaum mehr als eine Dauerwerbesendung, für Raab, für Lena, für Lenas Album, für Lenas Auto-Werbepartner. Auf der Strecke bleibt nur ProSieben, das sich mit mäßigen Quoten zufrieden geben muss. Und der Zuschauer, der bisher zwei mal sechs Lena-Lieder in mehr als vier Stunden Sendezeit vorgesetzt bekam. Dauerwerbung der langatmigen Art.
Von Lenas authentischer Frische, Frechheit und Jugendlichkeit ist inmitten der Marketingmühle ebenfalls nicht mehr viel übrig geblieben, auch wenn das viele Kritiker nicht unbedingt traurig stimmen dürfte. Dennoch waren genau das die Faktoren, mit denen sie im letzten Jahr vor europäischem Publikum punkten konnte. Und jetzt? Jetzt steht ein braves, wenn auch erwachseneres Mädchen meist recht bewegungslos auf der Bühne. Lenas Gesang ist inzwischen ein klein wenig besser, ihr Englisch so wie immer. Ihre Songs schwanken größtenteils zwischen belanglos und nett, nur bei drei, vier Songs springt der Funke wirklich auf das Publikum über. Diese Lieder stehen zurecht im Finale des Vorentscheids, doch ob sie gut genug sind, beim Eurovision Song Contest gegen die Konkurrenz zu bestehen, wird sich erst noch zeigen müssen.
Am 18. Februar wechselt "Unser Song für Deutschland" für das Finale in die ARD, danach geht Lena erst einmal auf Tournee, verkauft hoffentlich fleißig Alben und steht am 14. Mai im Finale des Eurovision Song Contest auf der Bühne. Und wer weiß - vielleicht gelingt das Projekt Titelverteidigung entgegen aller Unkenrufe ja doch. Konkrete Ziele hat sich Raab nicht gesetzt, sagte er in einem Interview. "Eine Top-10-Platzierung ist immer gut". Wie es auch immer ausgehen mag: Dass Raab danach vom Grand-Prix-Fieber geheilt sein wird, darf bezweifelt werden.
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Quelle: t-online.de , dapd
dudu schrieb:
am 9. Februar 2011 um 18:17:53
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egal
was ist daran fair? das puplikum sollte eine wahl haben,hat es aber nicht. naja, wer angst vor wettbewerb hat...scheint bei raab ja so
zu sein. die kleine tut mir leid.
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Spitzzunge01 schrieb:
am 9. Februar 2011 um 14:41:06
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Egal!
Egal wie man über Lena oder Raab denken mag- eins ist nun mal sicher: Es ist nichts daran verwerflich, wenn ein Sieger von 2010 seinen
Titel in 2011 selber verteidigt!
Sollte Lena (was ich nun auch nicht glaube) tatsächlich 2011 wieder gewinnt, dann kann sie ruhig auch in 2012 weitermachen, ist doch nur fair!
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Alex schrieb:
am 9. Februar 2011 um 13:51:47
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Ja und nein
Raab vertrage ich sehr gut. Ein toller Entertainer! Aber Lena braucht niemand...
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