David Carradine (Foto: imago)Immer mehr Indizien sprechen dafür, dass es sich bei dem mysteriösen Tod von Hollywood-Star David Carradine um einen Unfall während eines Sexspiels handelt. Die amerikanische Webseite "The Smoking Gun" hat jetzt die Scheidungspapiere Carradines von seiner vierten Frau Marina Anderson gesichtet. Darin begründet Anderson, die von 1998 bis 2001 mit dem Schauspieler verheiratet war, das Scheitern der Ehe mit dem "abartigen sexuellen Verhalten" ihres damaligen Mannes, welches "potenziell tödlich" gewesen sei. Außerdem unterstellt sie Carradine, er habe ein inzestuöses Verhältnis mit einem sehr engen Familienmitglied gehabt. Ihre Bitte, sich einer Therapie zu unterziehen, habe er abgelehnt.
David Carradines Angehörige hatten trotz der immer eindeutigeren Sachlage um die Unterstützung der US-Bundespolizei FBI bei den Ermittlungen gebeten, da sie nicht an einen Unfalltod glauben. Das lassen nun allerdings die thailändischen Behörden nicht zu. Das FBI könne der thailändischen Polizei bei der Arbeit zusehen oder die Prüfung bestimmter Aspekte anregen, sagte am Montag Staatsanwalt Sirasak Tiypan. "Aber sie können nicht selber ermitteln oder Beweise sammeln." Die genaue Todesursache Carradines soll durch Labortests ermittelt werden, deren Resultate werden aber erst frühestens in drei Wochen erwartet.
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Tod bei Masturbation
Ermittler hatten die Leiche des 72-jährigen "Kill Bill"-Darstellers am Donnerstag an einem Strick hängend im Kleiderschrank seines Hotelzimmers aufgefunden, so dass zunächst von einem Suizid ausgegangen wurde. Polizeichef Worapong Siewpreecha schloss auch am Freitag einen Selbstmord weiterhin nicht aus. Doch sei es wahrscheinlicher, dass Carradine "durch Masturbation" gestorben sei. Der Strick um Carradines Hals war nach seinen Angaben mit einem weiteren Strick um seine Genitalien verknüpft gewesen. Auch die Hände des Schauspielers sollen zusammengebunden gewesen sein.
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Mord, Selbstmord oder doch Unfall?
Carradines Manager Chuck Bender widersprach der Selbstmordthese vehement. "Wir können hundertprozentig bestätigen, dass er niemals Selbstmord begangen hätte. Es war ein Unfall-Tod. Alle sind schockiert", sagte er dem Internetdienst "Tmz.com". Nach einem Online-Bericht der thailändischen Zeitung "The Nation" sprechen die ersten Ergebnisse der Spurensicherung zudem gegen eine mögliche Mordtheorie. Die Zimmertür sei geschlossen gewesen, in der Suite fanden die Ermittler nur ein Glas, auf diesem sich allein Carradines Fingerabdrücke befanden, so der Polizeichef. Überdies, so berichtet die AFP unter Berufung auf einen Ermittler, zeigten Überwachungskameras, dass niemand an dem Tag Carradines Hotelzimmer betreten habe. #
Erfolg mit "Kung Fu"-Serie
Carradine hatte sich seit Dienstag für Dreharbeiten zum Film "Stretch" in Bangkok aufgehalten. Der am 8. Dezember 1936 geborene Carradine war der Sohn von John Carradine, einem der bevorzugten Schauspieler von Regisseur John Ford. Zu Beginn seiner Schauspielerkarriere schlug er sich zunächst mit Nebenrollen in Western durch, bevor ihn Martin Scorsese 1972 als Hauptdarsteller für "Die Faust der Rebellen" engagierte. Im selben Jahr wurde er durch die Fernsehserie "Kung Fu" weltweit bekannt und war vor einigen Jahren in Quentin Tarantinos Zweiteiler "Kill Bill" im Kino zu sehen. Außerdem war Carradine als Woody Guthrie in "Dieses Land ist mein Land" zu sehen und wirkte in Ingmar Bergmans "Schlangenei" mit. Seit Mitte der 70er Jahre arbeitete er auch als Regisseur. Zuletzt war Carradine in "Crank 2: High Voltage" im Kino zu sehen.