14.05.2008, 10:52 Uhr | dpa/JW/SKO/LW
Was kann man dem Ehepaar Pooth jetzt noch glauben? (Foto: dpa)Die Unschuldsmasche von Franjo Pooth und seiner Frau Verona verliert immer mehr an Glaubwürdigkeit. Spätestens seit Dienstagabend sind erhebliche Zweifel an den Aussagen der beiden aufgekommen. Ein Insider - ein ehemaliger Mitarbeiter der Firma "Maxfield" - beschrieb bei "Akte 08" auf Sat.1, dass Franjo mehr an seiner Playstation als an Unternehmensführung interessiert gewesen sei. Hinzu kommt, dass er einen Tag nach dem Antrag auf Insolvenz von "Maxfield" einen Kleintransporter angemietet und firmeneigene Gegenstände wie Akten, Computer und Player aus der Firma zu sich nach Hause geholt habe. Auch Verona soll auf Kosten der Firma gelebt haben. So spannte sie die Maxfield-Angestellten für sich selber ein, nutze die Konferenzräume und leistete sich auch ansonsten vieles auf Kosten der Firma: angefangen beim morgendlichen Kaffee bis hin zu privatem Security-Service. "Da war überhaupt nichts isoliert, man hat den Haupteingang von "Maxfield" betreten und ist dann da durch und in den Büroräumen von Frau Pooth gelandet", so der Insider.
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Privates auf Kosten der Firma
Doch nicht nur in den Räumen der Firma wurde gemauschelt, auch die Sicherheitsvorrichtungen des Privathauses der Familie Pooth im Wert von ca. 12.000 Euro sollen laut Insider ebenfalls von "Maxfield" übernommen worden sein. Genauso wie ein teurer Leasing-Vertrag in Höhe von ca. 800 Euro für ein Auto, das Manu, dem Bruder von Franjo Pooth gehörte, der nicht einmal richtig für die Firma tätig gewesen sei: "Der hat eigentlich gar keine Funktion gehabt in der Firma." Auch sich selbst gegenüber war Franjo sehr großzügig, sein Monatsgehalt belief sich auf fast 15.000 Euro - natürlich ohne PKW-Nutzung, die ging extra.
Privatgrundstück übertragen
Zuletzt war bekannt geworden, dass Franjo Pooth wenige Monate vor dem Insolvenzantrag ein auf drei Millionen Euro geschätztes Privatgrundstück an seine Frau Verona übertragen haben soll. Ein Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft bestätigte diese Information des Nachrichtenmagazins "Focus". Ursprünglich habe das Grundstück wohl als Sicherheit für Kredite für "Maxfield" dienen sollen - dann allerdings habe Pooth es übertragen. Trotzdem sieht die Staatsanwaltschaft keinen Anlass für Ermittlungen, da es sich dabei nicht um Firmenvermögen gehandelt habe. Die Grundstücks-Überschreibung sei aber Ende August 2007 erfolgt, also zu einem Zeitpunkt, als Pooths Unternehmen nach Angaben des Insolvenzverwalters bereits überschuldet gewesen sei. Zudem soll der Ehemann von Werbe-Ikone Verona Pooth für Bankkredite auch selbstschuldnerisch gebürgt haben. Ob die Übertragung zivilrechtlich angegriffen werden kann, ist bisher noch unklar.
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dpa/JW/SKO/LW
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