26.05.2008, 13:52 Uhr | JW/dpa
Laurent Cantet erhielt die Goldene Palme für "Entre les Murs". (Foto: Reuters)Kinolegende Clint Eastwood ging bei den diesjährigen Filmfestsspielen in Cannes leer aus: Im Vorfeld der Verleihungen hatte man gewitzelt, man solle Altmeister wie Eastwood nicht zum Wettbewerb antreten lassen, weil neben ihnen kein anderer Regisseur eine Chance hätte. Doch letztendlich gewann die französische Doku-Fiktion "Entre les Murs" von Laurent Cantet die "Goldene Palme" und nicht Eastwoods Drama "The Exchange". Damit blieb laut "welt.de" der Hauptpreis erstmals seit 21 Jahren wieder in Frankreich. Das Sozialdrama, das mit Laiendarstellern realisiert wurde, erzählt von den Problemen einer multikulturellen Schule in Paris. Aus den Händen von Robert de Niro nahm Cantet den Preis am Sonntagabend entgegen. "Der Film sollte die ganze Gesellschaft in ihrer Komplexität und Vielfalt darstellen", sagte der Regisseur in seiner Dankesrede. Weitere Preisträger waren Catherine Deneuve, die für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde und der deutsche Filmemacher Andreas Dresen, der für sein Drama "Wolke 9" mit dem Sympathiepreis geehrt wurde.
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Benicio Del Toro gewinnt
Benicio Del Toro wurde als Bester Schauspieler ausgezeichnet. (Foto: Reuters)Der zweite große Sieger in Cannes war Italien: Den Großen Preis der Jury erhielt Matteo Garrone für seinen Mafia-Film "Gomorra", und den Preis der Jury bekam Paolo Sorrentino für seine Satire "Il Divo", die von der Regierungszeit des italienischen Ministerpräsidenten Giulio Andreotti handelt. Als Bester Schauspieler wurde, wie von vielen erwartet, Benicio Del Toro für seine darstellerische Leistung in Steven Soderberghs Epos "Che" ausgezeichnet. Als Beste Schauspielerin wurde die Brasilianerin Sandra Corveloni geehrt. In "La linha de passe" von Regisseur Walter Salles mimt sie eine allein erziehende Mutter, die in den Slums von Sao Paolo ums Überleben kämpft. Den Preis für das Beste Drehbuch erhielten Luc und Jean-Pierre Dardenne aus Belgien für ihr Script zum Film "La silence de Lorna".
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Kaum Applaus für "Indy 4"
Comeback nach 19 Jahren: Harrison Ford als Indiana Jones (Foto: Paramount)Für das größte Aufsehen hatte allerdings der Abenteuerfilm "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" mit Harrison Ford und Shia La Beouf gesorgt. Denn der vierte Teil der "Indy"-Reihe, der außer Konkurrenz gelaufen war, hatte bei der Vorführung in Cannes nur wenig Beifall erhalten. 19 Jahre nach dem letzten Film knüpfen Regisseur Steven Spielberg und sein Held zwar an den Charme der Vorgängerfilme an. Doch "Indy 4" hat bei mehr als zwei Stunden Laufzeit deutliche Längen. Außerdem wirken die Actionszenen und Spezialeffekte teilweise etwas altmodisch und reißen die Zuschauer nicht gerade vom Hocker.
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JW/dpa
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