04.01.2012, 16:58 Uhr
Der 18 Jahre alte und mehrfach sitzen gebliebene Jonas (Christian Ulmen) bekommt eine allerletzte Chance auf einen Schulabschluss. (Foto: Delphi Filmverleih)
Jonas (Christian Ulmen) fühlt sich wie ein Alien, als er mit seinen 18 Jahren noch einmal in der 10. Klasse landet. Grund für diese Maßnahme ist, dass er in seiner bisherigen Schullaufbahn immer wieder gescheitert ist. Mehrfach ist der Problemschüler schon sitzengeblieben und kann infolgedessen keinen gültigen Abschluss vorweisen. Bevor Jonas aber endgültig mit derart schlechten Karten in das Berufsleben startet, bekommt er an der brandenburgischen Paul-Desser-Gesamtschule eine letzte Chance geboten, sich für die mittlere Reife zu qualifizieren. Doch geschenkt werden soll ihm nichts: In der sechswöchigen Probezeit muss Jonas beweisen, dass er die nötige Motivation besitzt und auch die Fähigkeit hat, den Unterrichtsstoff zu bewältigen.
Kopfrechnen schwach, Religion sehr gut. Fast jeder kennt den Spruch. Das geflügelte Wort, mit dem in der Grundschule unbegabte Zahlendompteure gefrotzelt werden, ist für Jonas gelebter Alptraum. Sobald es in die Gefilde der höheren Mathematik geht, geht nichts mehr, das Versagen ist programmiert, die sechs schon so gut wie sicher. Aber Jonas kann es sich nicht erlauben, schon im Vorfeld die Segel zu streichen, denn in diesem Schuljahr geht es um Alles oder Nichts. Obwohl mit den Logarithmen im Dauerclinch, will er wenigstens die Minimalanforderungen schaffen, sei es auch durch Pfuschen, Spicken oder Abschreiben. Und indem er sich in den anderen Fächern profiliert. Musik ist eine von Jonas' Stärken, auch der unterrichtende Lehrkörper begeistert. Um ehrlich zu sein, schwärmt der schwierige Schüler sogar heftig für Frau Maschke. Um die bezaubernde Pädagogin zu beeindrucken, startet er sogar sein erstes eigenes Schulprojekt: eine Schülerband, die es richtig drauf hat. Dennoch schwebt ein Damoklesschwert ständig über Jonas' eigenwilligem Kopf, das in den nächsten sechs Wochen jederzeit auf ihn niedersausen könnte.
So viele Rollen hat Christian Ulmen ("Hochzeitspolka") mit so großer Überzeugungskraft dargestellt, dass die Grenzen zwischen Fiktion und Realität kaum noch wahrnehmbar sind. Ganz besonders deutlich kommt die außergewöhnlich große Gabe der Verstellung zutage, wenn Ulmen sich vor der Kamera seinen ahnungslosen Opfern als höchst exzentrischer Zeitgenosse präsentiert. In Robert Wildes Mockumentary "Jonas - Stell dir vor, es ist Schule und du musst wieder hin" gelingt es dem 36-jährigen Schauspieler und Grimme-Preisträger, sich als halb so alter Problemschüler in den Schulalltag einzuschleichen. Statt - wie gewohnt -die falsche Identität bis zum letzten zu überzeichnen, gibt sich der Mime hier einmal ungewohnt zurückhaltend. So gelingt die perfekte Illusion in einer überraschend positiven Darstellung von Schule an sich ohne verklärende Reminiszenzen. Ein authentisches Porträt über Pubertät und Erziehung, Glauben und Liebe, sowie die Schrecken der Logarithmen. Mehr als nur mittlere Durchschnittsreife.
Claudia schrieb:
am 10. Januar 2012 um 15:03:30
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Ulmen
Die Filausschnitte haben mir gereicht. Einfach nur furchtbar.
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Mareille schrieb:
am 6. Januar 2012 um 15:57:32
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C. Ulmen
Christian Ulmen ist das beste Beispiel dafür, dass auch hässliche Männer schöne Frauen abbekommen. Das macht sicher vielen Männern Mut!
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