22.06.2011, 09:45 Uhr | mth
Vom barbarischen Fantasyspektakel "Conan" über das 80er-Jahre-Tanzfilmchen "Footloose" bis hin zu David Finchers Version von Stieg Larssons "Millennium"-Trilogie: Auch 2011 recycelt Hollywood wieder mit Vorliebe altbewährte Stoffe und setzt verstärkt auf Remakes beliebter Filmklassiker. Die Ergebnisse dürften dabei wieder die komplette Breite des Qualitätsspektrums nutzen und von Geniestreich bis zum absoluten Rohrkrepierer reichen. Denn ein Blick auf die Remake-Geschichte der Filmfabrik macht deutlich: Vergreift sich ein Regisseur an einem Meilenstein des Kinos, dann ist der Ausgang äußerst ungewiss. Einige Remake-Rosinen aber auch diverse faule Eier stellen wir Ihnen in unserer Foto-Show vor.
Wegweisend, stilprägend und auch heute noch unerträglich spannend: Alfred Hitchcocks Thriller-Meisterwerk "Psycho" (1960) ist ein Meilenstein der Filmgeschichte, den man gesehen haben muss. Der Mord unter der Dusche ist wohl die am häufigsten zitierte Filmszene überhaupt und "Psycho" führt verdient die Liste der besten Thriller des American Film Institues an. Deshalb war Gus Van Sants ("Good Will Hunting") Anliegen, die Geschichte 1998 mit Vince Vaughn in der Hauptrolle noch einmal zu verfilmen, von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Sein Werk ist noch nicht einmal schlecht, weiß dem Vorbild aber nichts Neues hinzuzufügen und hat in Hitchcocks Genie eine übermächtige Konkurrenz. Remake-Wertung: vollkommen unnötig.
Aber es geht auch anders.1960 inszenierte Regisseur Lewis Milestone das legendäre "Rat Pack" um Frank Sinatra und Dean Martin in der netten Gaunerkomödie "Frankie und seine Spießgesellen" (englisch: "Ocean's Eleven"). Auch wenn die Geschichte nicht gerade vor Originalität sprühte, so sorgten die glänzend aufgelegten Stars für beste Unterhaltung. Mit der gleichen Rezeptur machte sich Oscar-Preisträger Steven Soderbergh ("Traffic") 2001 an das Remake "Ocean's Eleven". Anstatt des "Rat Packs" griff er auf eine hervorragende Starriege um George Clooney, Brad Pitt, Julia Roberts und Matt Damon zurück, die ihre Vorgänger tatsächlich alt aussehen ließen. Da war der Erfolg bei den Kritikern und an den Kinokassen dann auch kein Wunder mehr. Remake-Wertung: Volltreffer!
"King Kong und die weiße Frau" (1933) zählt zu den größten Klassikern der Filmgeschichte und bot für die Zeit seiner Entstehung bahnbrechende Spezialeffekte. Daran wollte und musste sich auch Peter Jackson messen lassen, als er sich nach seiner mit Oscars überschütteten "Herr der Ringe"-Trilogie an ein Remake wagte. Ihm glückte mit seinem "King Kong" (2005) zwar eine immens unterhaltsame und mit unglaublichen Bildern ausgestattete dreistündige Achterbahnfahrt, an das Original reichte er allerdings nicht heran. Remake-Wertung: gut, aber schlechter als das unerreichbare Original.
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Quelle: t-online.de
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