17.06.2010, 10:22 Uhr | kranki/mth
Liam Neeson in "Five Minutes of Heaven" (Foto: Neue Visionen)
Oliver Hirschbiegels Inszenierungen sorgen für Gesprächsstoff. Sein Filmdebüt feierte er 2001 mit dem Psychothriller "Das Experiment". "Der Untergang" löste ebenfalls hitzige Diskussionen aus, und zuletzt überraschte der 52-Jährige mit der Romanverfilmung "Invasion", die auf Jack Finneys "Die Körperfresser kommen" basiert. "Five Minutes of Heaven", sein neuestes Werk, beleuchtet nun die schweren Unruhen in Nordirland, die sich bis zum Friedensprozess im Jahre 1998 annähernd vierzig Jahre hinzogen.
Im Fokus von Hirschbiegels Drama stehen zwei durch eine Bluttat verfeindete Männer, die nach Jahrzehnten wieder aufeinandertreffen - angeblich um Frieden zu schließen. Der Regisseur konzentriert sich auf die authentische Umsetzung der dramatischen Geschichte, die ganz auf das spannungsgeladene Verhältnis ihrer Protagonisten setzt und unaufhaltsam auf den Showdown zuläuft. Unschlagbar in den Hauptrollen: Liam Neeson ("96 Hours") und James Nesbitt ("Blessed").
Wir schreiben das Jahr 1975. Die kleine nordirische Stadt Lurgan versinkt im Chaos. Der Bürgerkrieg ist längst Normalität: Katholiken und Protestanten führen unerbittliche Gefechte, bisher ist kein Ende in Sicht. Die katholische Untergrundorganisation IRA hat vor allen Dingen die Briten im Visier. Ein Anschlag folgt dem nächsten, und auch die protestantischen Extremisten der UVF verlangen aus Rachsucht Blut. Alistair Little (Mark David) ist der Anführer einer UVF-Untergruppe. Der 16-Jährige kämpft aus Überzeugung, einen Menschen zu töten macht ihm nichts aus. Als er den Auftrag erhält, den Katholiken James Griffin zu ermorden, zögert er nicht lange. Mit diesem Mord will die UVF ein Zeichen setzen. Der junge Griffin wollte eigentlich Nordirland und dem Bürgerkrieg den Rücken kehren, aber dazu soll es nun nicht mehr kommen...
Alistair ist stolz über den vollbrachten Job, doch ein Blick nach rechts lässt ihn in die entsetzten Augen eines 11-jährigen Jungen blicken. Griffins jüngerer Bruder Joe spielte gerade mit einem Fußball auf der Straße, als Alistair seinen blutigen Job verrichtete. Joe hat alles mit angesehen. Diesen Augenblick kann selbst der kaltblütige Alistair nicht vergessen. An diesem Abend kommt er ungestraft davon, aber zwei Wochen später bereits wird er verhaftet und für zwölf Jahre hinter Gitter gebracht. Es vergehen 30 Jahre. Nordirland befindet sich mitten im Friedensprozess. Während im Land etwas Ruhe eingekehrt ist, machen sich Joe Griffin (James Nesbitt) und Alistair Little (Liam Neeson) auf den Weg zu einer TV-Aufzeichnung. Täter und Opfer sollen sich nach vielen Jahren begegnen und verzeihen, doch bisher hat Joe nur eines im Sinn: Er will sich für die Gräueltat vergangener Tage rächen, koste es, was es wolle.
Quelle: t-online.de
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