17.03.2008, 08:53 Uhr | JW
Jetzt sprechen Insider erstmals über Franjos Finanz-Affäre. (Foto: ddp)In der Finanz-Affäre Franjo Pooth sind nun brisante Details ans Tageslicht gekommen - und erstmals haben Insider ausgepackt, schreibt "express.de". Sowohl dem Hamburger Magazin "Spiegel-TV", das am Sonntagabend über den Fall berichtete, als auch dem "Express" liegen Aussagen in Form von eidesstattlichen Erklärungen vor. Diese stammen von Personen, die direkt oder indirekt mit der Sparkasse und Franjos Firma Maxfield zu tun hatten. Dabei geht es um mögliche finanzielle Unregelmäßigkeiten und den Verdacht der Bestechlichkeit. Im Mittelpunkt der Erklärungen stehen die Geschenke, die Veronas Ehemann dem mittlerweile beurlaubten Sparkassenchef Heinz-Martin Humme und weiteren Angestellten gemacht haben soll. In einer Aussage heißt es: "Wenige Tage vor dem Weihnachtsfest 2006 habe ich einen großen Flachbildfernseher beim Saturn-Markt in Mainz abgeholt. Ich habe ihn an ... in Düsseldorf geliefert, der ihn an Humme ausgeliefert hat. Die Bestellung habe ich im Auftrag von Franjo Pooth durchgeführt." Der Sparkassenchef hatte hingegen mehrmals versichert, dass ihm lediglich ein Fernseher "aus Messeeinsätzen zu einem günstigeren Preis" angeboten worden sei.
Finanzielle Änderungen ohne Absprache
Verona & Franjo Pooth (Foto: imago)In der gleichen Erklärung ist außerdem von einem Kaufvertrag Pooths für ein Feuerzeug im Wert von 655 Euro für das Sparkassen-Vorstandsmitglied Karl-Heinz Stiegemann und einem Nokia-Handy für einen anderen führenden Angestellten der Sparkasse die Rede. In einer noch brisanteren Aussage eines Insiders geht es um ein Sparkassen-Akkreditiv (das ist ein Zahlungsversprechen der Bank eines Importeurs, in der diese sich gegenüber dem Exporteur einer Ware verpflichtet, bei Vorlage akkreditivkonformer Dokumente Zahlung zu leisten). "Das Akkreditiv der Sparkasse über 516.400 US-Dollar zur Absicherung eines Wareneinkaufs in Asien wurde eine Woche später ohne mein Wissen um 965.600 Dollar auf 1,482 Millionen Dollar erhöht. In dem geänderten Akkreditiv erschienen höhere Mengenangaben und höhere Einkaufspreise. Bei der Verbuchung des Wareneingangs entdeckte ich das geänderte Akkreditiv und stellte fest, dass der Wareneingang in Menge und Preis exakt dem ursprünglichen Akkreditiv entsprach. Bei der späteren Einlösung des Akkreditivs wurde die erhöhte Summe an die Bank des Lieferanten durch die Stadtsparkasse bezahlt."
ArtikelVon der Feldbusch bis zur Frau Pooth
JW
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