06.05.2008, 07:29 Uhr | dpa/ SaWo/mth
Franjo Pooth musste sich vor Gericht behaupten. (Foto: imago)Wie lange hält Franjo Pooth dem Druck noch Stand? Heute musste sich der Pleite-Unternehmer auf der Gläubigerversammlung im Düsseldorfer Amtsgericht verantworten. Wie der Insolvenzverwalter Michael Bremen bekannt gab, bekommen die Gläubiger - vor allem Banken, Geschäftspartner, ehemalige Mitarbeiter der insolventen Firma "Maxfield" und genervte Käufer - allenfalls einen Bruchteil ihres Geldes. 461 Gläubiger hätten Forderungen von fast 27 Millionen Euro angemeldet. Nach vorläufiger Prüfung seien davon gut 19 Millionen Euro berechtigt. Damit ist das Ausmaß der Pleite noch größer als bislang angenommen. Von jeweils geforderten 100 Euro werden die Gläubiger nach derzeitigem Stand gerade einmal 37 Cent wiedersehen.
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Franjo PoothAuch weiter in Luxus-Autos unterwegs
"Bis zu drei Jahren Haft wegen Insolvenzverschleppung"
Zu dem Gläubigertreffen waren nur rund 15 Antragsteller erschienen, Franjo Pooth selbst hatte sich von seinem Anwalt vertreten lassen. Dass der 38-Jährige ungeschoren davonkommt, ist allerdings sehr fraglich. So sagte Kay Biekers, der Insolvenzexperte aus der WDR-Sendung "Der Grosse Finanzcheck", im Interview mit T-Online, dass Pooth wegen Insolvenzverschleppung eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren drohen könne. Pooth sei allerdings nicht vorbestraft, weshalb eine empfindliche Geldstrafe hier eher zur Anwendung käme. Ob Verona Pooth in den Sog der Insolvenz gerät, ist unwahrscheinlich. Sie habe "keine Verpflichtungserklärungen" gegenüber den Gläubigern abgegeben, sagte Insolvenzverwalter Bremen. Und auch Kay Biekers hält es nach seiner Kenntnis der Sachlage für nahezu ausgeschlossen, dass Verona hier zur Rechenschaft gezogen werde.
Verona Pooth"Das Gröbste haben wir hinter uns"
Zahlreiche Gläubiger
Die Staatsanwaltschaft ermittelt unterdessen weiter gegen Herrn Pooth wegen Erpressung und Insolvenzverschleppung. Vermutlich sei "Maxfield" bereits seit Mitte 2007 reif für die Insolvenz gewesen, berichtete Bremen. Er soll Kredite mit teuren Geschenken an Bankmanager erschlichen haben. Der Chef und ein Vorstand der Düsseldorfer Sparkasse waren deswegen fristlos entlassen worden. "Maxfield" habe in den Jahren 2006 und 2007 erhebliche Verluste verbucht und sei bilanziell überschuldet gewesen. Für eine Fortführung des Unternehmens sehe er keine Chance, sagte der Insolvenzverwalter. Die Ursache für die Pleite hänge mit der Unternehmensleitung und den Schwierigkeiten des Marktes zusammen. Pooth selbst sei dabei nicht als Manager, sondern eher als Designer und Entwickler bei "Maxfield" tätig gewesen.
Verona FeldbuschVon der Feldbusch zur Frau Pooth
"Engel im Einsatz"Verona verliert ihren Job
Franjo lebt weiter auf großem Fuß
Trotz Insolvenz und zahlloser Gläubiger, die auf ihr Geld warten, muss Franjo auf den Fahrspaß in teuren Luxusschlitten offenbar nicht verzichten. "Bild" zufolge werde er immer mal wieder in einem Porsche, Hummer und BMW Z8 gesichtet. Zur Erklärung hatte Veronas Manager Alain Midzic gegenüber dem Blatt erklärt: "Der Hummer gehört seinem Bruder, der Porsche seiner Mama, der Z8 Verona." Kein Wunder also, dass die Gläubiger Sturm laufen. Einer davon wurde mit den Worten zitiert: "Wenn der Mann ein Auto fahren würde - ok. Herr Pooth scheint sich einen Dreck darum zu kümmern, was mit den Gläubigern ist."
Foto-Show Die Feldbusch wird Frau Pooth
dpa/ SaWo/mth
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