14.02.2011, 17:02 Uhr | dpa
US-Countryband Lady Antebellum waren die Abräumer des Abends. (Foto: Reuters)
Einer der begehrtesten Grammys für Klassische Musik ist in der Nacht zum Montag nach Berlin gegangen. Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin und der Rundfunkchor Berlin gewannen die Auszeichnung für ihre Opernaufnahme von "L'Amour De Loin". Die Oper stammt von der finnischen Komponistin Kaija Saariaho (58). Pech hatten das Freiburger Barockorchester und der RIAS-Kammerchor, die mit Haydns WSchöpfungW für die Grammy-Trophäe in der Sparte Beste Chor-Darbietung nominiert waren. Sie wurden vom Chicago Symphony Orchestra und dem Chicago Symphony Chorus unter Riccardo Muti mit einer Aufnahme von Verdis "Requiem" ausgestochen.
Als Abräumer des Abends freute sich die US-Countryband Lady Antebellum gleich über fünf der begehrten Musikpreise, während die exzentrische Pop-Künstlerin Lady Gaga drei Trophäen mit nach Hause nahm. Rap-Superstar Eminem, der mit gleich zehn Nominierungen der große Favorit war, gewann nur zwei Preise - für das beste Rap-Album und als bester Rap-Solokünstler. In der Kategorie des besten Newcomers ging die Trophäe an die Jazz-Bassistin und Sängerin Esperanza Spalding. Das 26-jährige Multitalent setzte sich gegen Teenie-Star Justin Bieber durch. Es war das erste Mal seit 35 Jahren, dass der Newcomer-Grammy an einen Jazzmusiker vergeben wurde.
Die Überraschung stand auch den Musikern von Lady Antebellum ins Gesicht geschrieben. "Wir sind so verblüfft, dass wir eben fast in die falsche Richtung gelaufen wären", gestand Sängerin Hillary Scott auf der Bühne. Lady Antebellums Sehnsuchts-Hymne "Need You Now" wurde als beste Single und bester Song des Jahres ausgezeichnet. Bereits im vergangenen Jahr war eine Künstlerin im Grenzbereich zwischen Country und Pop die große Grammy-Abräumerin gewesen: Taylor Swift. Der vollendete Triumph blieb Lady Antebellum verwehrt, weil die Alternative-Rocker Arcade Fire für ihre Platte "The Suburbs" den Hauptpreis für das Album des Jahres einheimsten. Damit setzten sie sich gegen Superstars wie Lady Gaga, Eminem und Teenie-Star Katy Perry durch. Als beste Popsängerin wurde Lady Gaga für den Song "Bad Romance" geehrt. Sie erhielt auch den Preis für das beste Pop-Album ("The Fame Monster"). Die Trophäe als bester Popsänger erhielt der aus Hawaii stammende Bruno Mars für "Just The Way You Are". Der Rapper Jay-Z gewann drei Grammys. Den Grammy für das beste Rockalbum des Jahres erhielt die britische Band Muse für "The Resistance".
Wie jedes Jahr bot die Grammy-Gala eine Bühne für spektakuläre Show-Auftritte. Lady Gaga ließ sich in einem Riesen-Ei auf die Bühne tragen, dem sie in einem kükengelben Kunststoffkostüm entschlüpfte. Rapstar Cee Lo Green setzte sich in einem papageienbunten Federkostüm an den Flügel, auf dem sich Gwyneth Paltrow räkelte. Altmeister Bob Dylan kam hingegen ganz schlicht mit einer simplen Mundharmonika aus, auch die Show-Veteranen Barbra Streisand und Mick Jagger verzichteten bei ihren Auftritten auf Schnickschnack.
Einen bewegenden Augenblick inszenierten die Gala-Regisseure gleich zu Anfang, als sie ein Quintett von jungen Gesangsstars eine Hommage an die erkrankte Soul-Diva Aretha Franklin singen ließen - unter anderem dabei war Christina Aguilera, die nach ihrer Blamage mit der im Live-TV vermasselten US-Nationalhymne vor einer Woche nun mit absoluter Textsicherheit überzeugte. Franklin bedankte sich per Videobotschaft für die Wünsche und versprach: "Nächstes Jahr bin ich wieder dabei." Medienberichten zufolge hat sie eine Krebsoperation hinter sich.
Der Grammy gilt als der höchste Preis der Musikbranche. Er wird in diesem Jahr in 109 Kategorien an Sänger, Instrumentalisten, Orchester, Komponisten und Produzenten vergeben. Deutschland ist traditionell stärker bei den Klassikern als in den Sparten Rock, Pop, Rap oder Folk vertreten.
Quelle: dpa
kolkrabe schrieb:
am 16. Februar 2011 um 10:44:08
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Plagiat
Finde "Need you Now" auch sehr schön, höre es gerne und finde die Gruppe sympathisch. Aber ich kann mir nicht helfen: es ist doch
fast ein 1:1 Plagiat von "The Promise" von Cock Robin aus dem Jahre 1986. Rhytmus, Aufbau und Melodie sind doch fast deckungsgleich. Wohl ein bischen ähnlich gelaufen wie bei "My sweet Lord" von George Harrison ?
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KaulayIntertrade schrieb:
am 14. Februar 2011 um 11:39:08
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Marc
Bin eigentlich musikfest, kannte die Band ´Lady Antebellum´ bisher nicht.
Asche auf mein Haupt! Aber ich bin jetzt 51 - und noch gut
dabei.
Auf meinem Laptop steht eindeutig ´Need you now´, und nicht ´need you
tonight´, welches ich noch gut von INXS im Ohr habe.
Ist es jetzt schon soweit mit mir????
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Mona64 schrieb:
am 14. Februar 2011 um 10:52:05
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@Marc
Nein, werter Marc, was da oben zusammengeschrieben wurde, ist nicht der Journalismus an sich. Es ist, so nehme ich an, nur ein
"Journalist", der hier nicht informiert war bzw. einfach lässig arbeitete. Denn der Begriff "Journalist" ist rechtlich nicht geschützt. Jeder darf sich heute so betiteln, wenn er für die Öffentlichkeit schreibt. Egal, ob er die Wissenschaft (Journalistik) studiert hat oder nicht. Und das treibt dann eben oft eigenartigen "Blühten" ... hier noch harmloser Natur.
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