30.11.2011, 10:10 Uhr | SKO
Günther Jauch (Quelle: dapd)
An der neuen Talkshow-Struktur der ARD mit fünf verschiedenen Formaten hat der Medienexperte Bernd Gäbler harsche Kritik geäußert. Wie der Professor an der Fachhochschule Bielefeld laut Medienmagazin "W&V" in einer Studie feststellt, seien die Profile von Sendungen wie "Hart aber fair", "Anne Will" und "Beckmann" stark verwässert worden. Im Zentrum der Kritik steht der Sonntagstalk mit TV-Liebling Günther Jauch: Dessen Fragen, bei denen sich der Moderator im Sinne von "Ich will verstehen, bitte erklär mir die Welt" zum Anwalt der Zuschauer mache, schränke seinen Aktionsradius stark ein. Gäbler zufolge kann Jauch deshalb nicht zum Wissenden wechseln, somit keine "radikale Gegenposition beziehen" und etwa Politikern keine Zahlen, Daten oder früheren Beschlüsse vorhalten.
Gäbler kritisiert weiter, dass die neue Talkshow-Struktur eine "Vervielfachung des Ähnlichen" mit sich gebracht habe. So sei im Untersuchungszeitraum September und Oktober, in dem er 32 ARD-Talkshows analysierte, die Euro-Krise das alles dominierende Thema gewesen. "Nie ist es da gelungen, den verantwortlichen Finanzminister, einen noch aktiven Banker oder operativ verantwortliche EU-Politiker zu vernehmen. In immer ähnlichen Konstellationen wurde vor allem mit Frank Lehmann, Anja Kohl oder 'Mister Dax', Dirk Müller, debattiert", so Gäbler.
So seien Politiker als eingeladene Gäste fast zur Randgruppe geworden. Von den 152 Gästen in den ersten 32 Sendungen seien gerade einmal 30 aktive Politiker gewesen. "Die größte Gästegruppe sind Medienfiguren, vor allem Menschen, die bereits aus dem Fernsehen bekannt sind: Journalisten, Moderatoren, Köche, Big-Brother-Teilnehmer, Schauspieler etc.", so der Medienexperte.
Schon vor dem Start der neuen Talkshow-Struktur des Ersten hatte Gäbler diese kritisiert. Hinsichtlich der Zuschauerquoten sieht er sich nun bestätigt. Wie es heißt, hätten alle Talkmaster, die bereits im Herbst 2010 im Ersten zu sehen gewesen sind, an Zuschauern sowie Marktanteilen verloren. Einzig Günther Jauch bringe mal mehr, mal weniger stabile Quoten - allerdings mit der Steilvorlage, die ihm der Sonntags-"Tatort" liefere.
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SKO
Sofia schrieb:
am 19. Dezember 2011 um 11:08:38
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Günther Jauch
er ist im politischen Sektor noch neu , wird sich aber weil er intelligent ist noch mausern.Gut ist , dass man soll heißen
das Publikum ihn gut versteht.
Geben wir ihm Zeit.
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NixGutti schrieb:
am 1. Dezember 2011 um 19:51:25
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Jauch-Talk
Der Gipfel war das Interview mit der verunsicherten A. Merkel vor der Rettungsschirmabstimmung. Offensichtlich hat sie keinen
Politiker mit anderer Meinung zugelassen. Die Fragen wirkten abgestimmt; der Versuch von Jauch, stellvertretend für die fehlende Gegenposition, diesen Part zusätzlich zur Moderation mit zu übernehmen war aufgesetzt investigativ, tatsächlich lasch und harmlos. Angepaßte Hofberichterstattung mit GEZ-Gebühren
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Andreas Reddig schrieb:
am 1. Dezember 2011 um 19:37:21
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Jauch u.a.
Ich finde es wohltuend, wenn wie bei Jauch der Moderator nicht zum Inquisitor wird, sondern moderiert! Die in vielen Beiträgen
geforderte Härte entspringt oft der Lust am Spektakel und gehört ins Privatfernsehen. Jauch fragt kritisch, um zu verstehen und Menschen ins Gespräch zu bringen (Aufgabe d. Moderators) und nicht, um die Integrität eines Menschen in Zweifel zu ziehen (vgl. Friedmann. Kritischer Diskurs braucht nur den zwanglosen Zwang des besseren Arguments und einen mündigen Zuschauer.
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