06.09.2011, 09:09 Uhr | dapd/dpa
Günther Jauch moderiert "Günther Jauch" Die neue ARD-Talkshow ersetzt die bisherige Gesprächsrunde von Anne Will.
Sein Wechsel zur ARD war eine kleine Sensation, seine Talkshow startet ausgerechnet am historischen Datum 11. September - doch Günther Jauch dämpft auch knapp eine Woche vor dem Start seiner neuen Sendung die "übernatürliche Erwartungshaltung": Er brauche 10, 20 oder 30 Ausgaben Zeit, um am Konzept zu feilen. Es werde eine "Evolution, aber keine Revolution" geben, sagte er bei der Vorstellung des neuen Studios. Die Zeit zur Entwicklung soll er bekommen, der Moderator und die ARD planen zumindest für die Dauer von drei Jahren ihre Zusammenarbeit.
Für die Evolution wollen die Verantwortlichen beim Sender ihrem Star Zeit geben, wie sie sagen. Es sei unrealistisch zu erwarten, dass gleich die erste Sendung eine optimale Sendung werde, sagte der Intendant des bei "Günther Jauch" federführenden NDR, Lutz Marmor. Interessante Gäste zu finden und Themen zu setzen, das seien die Ziele, nicht nur eine gute Quote: "Solche Sendungen wachsen." Der Talk am Sonntagabend, auf dem - wie Lutz Marmor sagte - "Königsplatz für politische Gesprächssendungen", ist für den 55-jährigen Jauch offensichtlich ein Traumjob. Allerdings gebe es auf diesem Sendeplatz auch keine Ausreden, wenn doch zu wenig Leute zusähen, sagte Jauch.
Jauch glaubt, dass es einige Zeit dauern wird, bis die Redaktion und er wüssten, was noch verbessert werden könnte. Er bittet um Geduld: "Lassen Sie die Sendung doch erst einmal laufen." Was er natürlich nicht will, ist, die Millionen Zuschauer vergraulen, die sich auf dem traditionellen Sendeplatz nach dem ARD-Sonntagskrimi bisher immer "Anne Will" angesehen haben. Deswegen sieht er es auch als unsinnig an, "auf diesem Sendeplatz Experimentalfernsehen zu machen". Seine Sendung werde eine politische Gesprächsrunde im weitesten Sinn sein und sein Ziel sei es, dass der Zuschauer klüger aus der Sendung herausgehe als er vorher war. Helfen sollen dabei unter anderem Einspieler, die Begriffe innerhalb von 60 Sekunden erklären sollen.
Auf den Tag genau zehn Jahre nach den Anschlägen vom 11. September soll 9/11 auch das Thema der ersten Sendung sein. So ist es zumindest bislang geplant - wenn sich aufgrund aktueller Ereignisse nicht noch ein anderes Thema aufdrängt. Einer der ersten Gäste soll Marcy Borders sein, die als "Dust Lady" auf einem Foto nach 9/11 berühmt wurde.
Gesendet wird "Günther Jauch" aus einem der Reichstagskuppel nachempfundenen Veranstaltungsraum innerhalb des rund 80 Meter hohen Industriedenkmals Gasometer im Berliner Stadtteil Schöneberg. In Jauchs Runde stehen fünf Sessel, hellbraun, fünfbeinig und mit einer Nackenrolle ausgestattet. Ein paar Schritte rechts davon stehen drei weitere rote Sessel, auf denen bis zu zwei weitere Gesprächsteilnehmer, die erst einmal alleine zu Wort kommen sollen, mit Jauch Platz nehmen dürfen. Der Gastgeber will jedoch nicht zwanghaft jeden Platz bei jeder seiner Sendung besetzen. Es können mal mehr, mal weniger Gäste zu Beginn seiner Gesprächssendung in der Runde sitzen. Er will sich zwar weitgehend auf politische Themen konzentrieren, aber er könne sich auch vorstellen, über Doping im Sport zu reden, sagte Jauch.
In einer kürzlich veröffentlichten Studie hatte der Medienwissenschaftler Bernd Gäbler kritisiert, dass sich zu viele Talkshows auf dieselben Themen und Gäste stürzten, zu viele gesellschaftliche Bereiche würden ausgeklammert. "Ich habe aus der Studie herausgelesen, dass der Talk seinen Zenit überschritten hat", sagte Jauch. "Das hohe Interesse, das die ARD mit ihrer neuen Struktur geschaffen hat, passt damit aber nicht zusammen." Jauchs Verpflichtung auf dem Polittalkplatz am Sonntagabend hatte in der ARD für eine Rotation gesorgt. Anne Will musste mit ihrer Sendung auf den Mittwoch ausweichen, dafür muss Frank Plasberg ("Hart aber fair") jetzt am Montag antreten. Er verdrängte wiederum Reinhold Beckmann auf den Donnerstag. Nur Sandra Maischberger behält ihren Dienstagabend. Insgesamt fünf Spättalks hat die ARD jetzt im Programm.
Der Start in die neue ARD-Programmschiene verlief jedoch in der ersten Woche enttäuschend: Sandra Maischberger kam auf 1,18 Millionen Zuschauer, Anne Will am Mittwoch auf 1,22 Millionen und Reinhold Beckmann am Donnerstag auf 1,47 Millionen. Jauchs Sonntagabend in der ARD wird auch von ihm produziert. Seine Firma Information & Unterhaltung I&U kümmert sich mit etwa 20 Mitarbeitern um die Herstellung. Wird Jauch, der für RTL weiterhin auch den Quizklassiker "Wer wird Millionär?" (seit 1999 im Programm) moderiert, auch bei der ARD vielleicht als Show-Mann vor der Kamera stehen? "Ich kann mir alles vorstellen oder nichts", sagte Jauch. "Aber gegenwärtig eher nichts."
Quelle: dpa , dapd
grappa zappa schrieb:
am 6. September 2011 um 16:50:30
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jauch
Pilawa geht mir auf den Schlauch
Jauch auch
Mehr als 10 gesichter dürfen dem Publikum wohl nicht zugemutet werden, es fühlt sich
sonst verwirrt und verliert das familiäre gefühl in der ersten reihe.
Er könnte umschalten, o heilige Mutter Quote!!!!
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Johannes Heesters Beobachter schrieb:
am 6. September 2011 um 13:38:52
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Noch in zwanzig Jahren
Ich sehe schon Gottschalk und Jauch mit zittriger Stimme und gebeugten Rücken noch in 20 Jahren, Werbung für Wusrt
und Lakritze machen, weil das Geld nicht gerreicht hat.
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Otto.Norm schrieb:
am 6. September 2011 um 13:30:43
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Ewig die selben Gesichter!!
Nachsatz: eigentlich geht es mir gar nicht um Ansichts- und Geschmacksfragen, wer sich heute noch Talkshow antun
will, bitte sehr. Es geht um übermäßige Gehälter auf Kosten des Gebührenzahlers und um die Gier von Jauch und Konsorten; die den Hals trotz immensen Vermögens nicht vollkriegen und damit dem Nachwuchs keine Chance geben. Intellekt und Talent eines Jauch sind wohl nicht so ausgeprägt, dass sie nicht von frischen Leuten, mit frischen Gesichtern erreicht werden könnten.
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