03.09.2011, 11:32 Uhr | dpa, SaSch
Asylbewerber im holländischen TV-Studio. (Quelle: dpa)
Ist das nur ein Bluff oder meinen die das ernst? Das fragten sich viele Niederländer, seit der TV-Sender VPRO eine neuartige Quizsendung ankündigte: In "Weg van Nederland" (etwa: "Raus aus den Niederlanden") bekommen "fünf abgelehnte Asylbewerber die Chance, ihre Kenntnisse über die Niederlande unter Beweis zu stellen und damit einen Koffer voll Geld zu verdienen". Nach der Ausstrahlung von "Weg van Nederland" im öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramm Nederland 3 am Donnerstagabend, erklärte der Produzent Hans de Kleine, dass die Show keineswegs als Bluff angelegt gewesen sei.
Die Quiz-Kandidaten seien keine Schauspieler, sondern Menschen, die zwischen neun und 13 Jahren in den Niederlanden gelebt haben und sie trotzdem nach dem Willen der Behörden in Kürze verlassen müssen. Sie seien einst mit ihren Eltern nach Holland gekommen, wo ihre Asylanträge inzwischen nach langwierigen Verfahren in letzter Instanz abgelehnt worden seien. "Wir zeigen, um was für Menschen es dabei geht und was es für eine Sünde es ist, sie ziehen zu lassen", erklärte Frank Wiering, Chefredakteur des TV-Senders VPRO, bei dem die Sendung produziert wurde.
In "Weg van Nederland" (etwa: "Raus aus den Niederlanden") wurden insgesamt fünf abgelehnten Asylbewerbern Fragen zur Geschichte, Politik und Kultur sowie zu Prominenten des Königreichs gestellt. Den Hauptpreis in Höhe von 4000 Euro gewann die junge Kurdin Gulistan (Nachnamen wurden nicht veröffentlicht). Sie lebte nach Angaben von VPRO elf Jahre in den Niederlanden und hat dort einen Bachelor-Abschluss in Rechtswissenschaften gemacht. Demnächst werde sie nach Armenien abgeschoben.
Die anderen Quiz-Teilnehmer müssen laut VPRO auf Weisung der Behörden nach Tschetschenien, Sri Lanka, Kamerun und Syrien zurückkehren. Wie Chefredakteur Wiering erläuterte, wurde die Show bewusst an das Format der beliebten Heimatkunde-Quiz-Sendung "Ik hou van Holland" (Ich liebe Holland) angelegt. In "Weg van Nederland" hätten junge abgelehnte Asylbewerber deutlich gemacht, "wie sehr niederländisch" sie in den letzten Jahren tatsächlich geworden seien. Viele Zuschauer lobten das Anliegen der Sendung und äußerten sich in Twitter-Botschaften sowie E-Mails kritisch zur Abschiebepraxis ihres Landes. Politiker in Den Haag reagierten zunächst nicht auf die Sendung, die nach Angaben der Produzenten auch bei der britischen BBC sowie bei Sendern in Frankreich, Deutschland und Belgien auf Interesse stieß.
In der bewusst mit Ironie und Sarkasmus inszenierten Quiz-Show konnten die jeweils ausscheidenden Kandidaten sich Trostpreise aussuchen - von holländischen Blumenzwiebeln "zur Verschönerung des Gartens daheim" bis zum "Survival Kit" (Überlebensausrüstung). Sie wurden dann von zwei "Stewardessen", die polizeiähnliche Uniformen trugen, in ein stilisiertes Flugzeug gen Heimat gesetzt. Ob es weitere Folgen von "Weg van Nederland" geben werde, sei unklar, sagte Produzent Hans de Kleine. An Kandidaten würde es allerdings in den Niederlanden nicht mangeln.
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dpa, SaSch
quiki schrieb:
am 13. September 2011 um 22:09:53
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show
dann werden die in deutschland auch bald so einen mist veranstalten
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Isnogud schrieb:
am 7. September 2011 um 21:33:02
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Recht und Abstraktion
Ob "Wirtschaftsflüchtling" oder "politisch Verfolgter" ist für den betroffenen Menschen egal. Er
hatte in seiner Heimat ein existenzielles (bedrohliches) Problem. Ob man im Heimatland gefoltert wird oder verhungert ist im Grunde egal. Keiner von denen darf guten Gewissens zurück geschickt werden. Vorschlag: Als künftige Entwicklungshelfer ausbilden! Später wenn die Zeit reif ist, hat man dann gute Leute, die das Land kennen!
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Ostfriesin schrieb:
am 4. September 2011 um 09:31:37
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Asylquiz
Ich glaub so mancher " Deutscher" würde bei so einer Sendung ganz schön alt aussehen in Ihrer Überheblichkeit .
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