29.04.2011, 13:46 Uhr | Katja Johanna / Intro
Hugh Laurie, bekannt aus "Dr. House", präsentiert sein Album "Let Them Talk". (Foto: Warner)
Hugh Laurie ist den meisten als dauer-griesgrämiger Protagonist der US-Serie "Dr. House" bekannt, in der er als Leiter der Abteilung für Diagnostische Medizin fluchend durch die Krankenhausflure hinkt. Dass der Brite auch eine einfühlsamere Seite besitzt, beweist er eindrucksvoll auf seinem Blues-Debüt "Let Them Talk". Überzeugen Sie sich selbst: Hier gibt es "Let Them Talk" als Download.
Nachdem Laurie schon als gefeierter Serien-Darsteller und Bestseller-Autor ("Bockmist") seine Vielseitigkeit unter Beweis stellte, geht er jetzt mit ähnlicher Inbrunst und Professionalität seiner dritten Passion nach: der Musik. Seit seiner Kindheit hegt der Tausendsassa nämlich nicht nur ein Faible für Schauspielerei und Literatur, sondern auch für Blues und Soul. Als er im Radio "I Can’t Quit You Baby" von Willie Dixon hört, ist es um ihm geschehen. Mit 52 Jahren hat der Multiinstrumentalist nun endlich die Muße gefunden, einen dritten Karrierepfad einzuschlagen
Auf seinem Erstlingswerk "Let Them Talk" huldigt Laurie in erster Linie dem New-Orleans-Blues. Und er verfügt über belastbare Kontakte: Als Produzenten gewann er Joe Henry, eine Ikone seines Fachs, die auch schon mit und für den kürzlich verstorbenen Solomon Burke, Ani DiFranco, Elvis Costello und Loudon Wainwright III arbeitete. Gute Voraussetzungen also, aber eine Frage hing trotzdem von Anfang an wie ein Damoklesschwert über Lauries Projekt: Wird er den Erwartungen von Presse und "Dr. House"-Fans gerecht, oder reiht er sich in die Liste der eher peinlichen Schauspieler-Ausflüge ins Musikbusiness ein? Ersteres ist der Fall, denn als Anti-Klischee des typischen Südstaaten-Blues-Musikers vereint der Brite in 15 Songs sehr lässig die Errungenschaften aus 100 Jahren Blues-Geschichte, und hat für etwaige Kritiker nur ein müdes "Let Them Talk" übrig. Lauries Versionen der Genre-Hits sind feinfühlig, aber nicht kitschig, respektvoll, aber nicht ehrfürchtig. Und das ist wohl das Entscheidende: Sie sind trotz seiner englischen Mittelstands-Herkunft durchaus authentisch.
Laurie steuert auf seinem Debüt nicht nur Gesangsparts bei. Alle Pianopassagen des Albums stammen von ihm. Den Rest übernehmen exzellente Musiker und eine Handvoll prominente Gäste, darunter Irma Thomas, Tom Jones und Allen Toussaint, der für die Bläser-Arrangements verantwortlich war. Der Schauspieler covert Louis Armstrong, Lead Belly, Jelly Roll Morton, Memphis Slim, Robert Johnson, Leroy Carr, Ray Charles und James Booker, also beinahe alles, was im Blues vergangener Jahrzehnte Rang und Namen hat. Wozu aber diese Coverversionen, wenn man sich auch die großartigen Originale anhören kann? Zugegeben: Bei den Stücken handelt es sich nicht unbedingt um innovative Neu-Interpretationen, sie überzeugen jedoch durch die enorme Hingabe, die Laurie ihnen angedeihen lässt. In einem Interview sagte der Brite kürzlich, er wäre überglücklich, wenn durch "Let Them Talk" mehr Menschen Zugang zum Blues finden würden. Dieser Wunsch wird mit Sicherheit in Erfüllung gehen.
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Quelle: t-online.de
Hartmann schrieb:
am 24. Mai 2011 um 13:37:46
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Hugh Laurie
Als Bluessänger kann er ja gut sein aber in der Sendung Dr. House würde er in keinem Krankenhaus überleben denn wer spielt
schon mit dem Leben seiner Patienten !
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