17.01.2012, 09:32 Uhr | dpa/LMA
Vor 50 Jahren wurde der erste Bond-Film mit Sean Connery in der Hauptrolle gedreht. (Quelle: Cinetext)
Er wird kritisiert, persifliert und vor allem heiß geliebt: Die Abenteuer von Leinwand-Agent James Bond gingen in die Kinogeschichte ein. Am 16. Januar 1962 begannen auf Jamaika die Dreharbeiten für den ersten Bond-Streifen "Dr. No" mit Sean Connery in der Hauptrolle - und begründeten eine Film-Legende. Zum 50. Jubiläum gibt es in unserer Foto-Show alle Bond-Filme zu bewundern.
Es sind die immer gleichen Zutaten, die James Bond zu einem der größten Erfolge der Filmgeschichte gemacht haben. Denn selbst 50 Jahre nach Hollywood-Drehstart des ersten James-Bond-Films füllt der gut aussehende und unfehlbare Agent 007 noch immer die Kinos. Dabei war der Erfolg des Agententhrillers damals keineswegs abzusehen, als die Produzenten Albert R. Broccoli und Harry Saltzman sich endlich über die Filmrechte am Romanstoff von James-Bond-Schöpfer Ian Fleming geeinigt hatten. "Viel zu britisch", hieß es damals in Hollywood.
Das Budget der Filmgesellschaft United Artists war vergleichsweise dementsprechend bescheiden: Eine Million US-Dollar. Es reichte nicht einmal für echtes Leder an der schallsicheren Tür des Geheimdienstchefs "M". Und seine Bilder an der Wand waren aus Pappkarton. "Ich habe über das Wochenende noch schnell einen Goya gemalt", erinnerte sich Ken Adams, der für die Spezialeffekte zuständig war, jüngst im "Guardian". Das Bild hing dann im Film-Apartment von Bösewicht "Dr. No". Die britische United-Artists-Tochter musste sogar noch 100.000 Dollar extra locker machen, damit "Dr. Nos" jamaikanische Privatinsel am Ende des Films auch effektvoll in die Luft fliegen konnte.
Selbst die Suche nach geeignetem Personal vor und hinter der Kamera hatte sich zuvor schwierig gestaltet. Weder Hauptdarsteller Sean Connery, noch sein Widerpart Joseph Wiseman als "Dr. No" waren damals erste Wahl. Broccoli und Saltzman holten sich auch bei der Regie erst einmal vier Absagen, ehe Terence Young einschlug. Der Regisseur war es auch, der die Idee hatte, ein paar Witzeleien in die Handlung einzubauen, da sonst die Gefahr bestanden hätte, dass die Sex- und Gewaltszenen nicht durch die Zensur kommen. Für den Schauspieler Richard Johnson, der wie Richard Todd die dann schließlich an den Schotten Connery vergebene Bond-Rolle ablehnte, ist das eines der Erfolgsgeheimnisse: "Sean machte die Sache witzig, und das ist es, was den Erfolg ankurbelte."
Allein schon der Auftritt von Ursula Andress als jamaikanische Muschelfischerin Honey Rider im Bikini mit Messergurt machte "Dr. No" zur Filmgeschichte. So sehr, dass Halle Berry 40 Jahre später in "Stirb an einem anderen Tag" die Szene nachspielte. Die Affären mit den attraktiven Bond-Girls, "Geschüttelt, nicht gerührt", die Flirts mit Sekretärin Moneypenny, die raffinierten Technik-Spielereien aus der Werkstatt von Bastler "Q" und natürlich der Sieg des Guten zum Schluss: Vieles ist über ein halbes Jahrhundert nicht in Vergessenheit geraten.
Mit seinem neuen Film "Skyfall", der im Herbst in die deutschen Kinos kommen soll, laufen schon die Arbeiten für den 23. Streifen der Erfolgsreihe. Mit Daniel Craig in seinem dritten "Bond" hat inzwischen der sechste Hauptdarsteller nach Sean Connery, Roger Moore, George Lazenby, Timothy Dalton und Pierce Brosnan die "Lizenz zum Töten" erhalten. Deshalb wird sich 007 vermutlich noch viele Jahre vorstellen mit den Worten: "Mein Name ist Bond, James Bond...".
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Quelle: t-online.de
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