21.04.2011, 16:13 Uhr | Maja Johanna / Intro
Jennifer Hudson präsentiert ihr Album "I Remember Me". (Foto: Sony)
Der durchschnittliche Karriereverlauf eines Casting-Show-Teilnehmers liest sich wie folgt: Früher oder später aus der Show rausgeflogen, maximal eine halbwegs erfolgreiche Single veröffentlicht, in der Versenkung verschwunden. Jennifer Hudson ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Und was für eine. Das erschlankte Multitalent lächelt uns derzeit dauerpräsent von jedem zweiten Zeitschriftencover entgegen. Aber kann ihr Zweitwerk "I Remember Me" den medialen Overkill rechtfertigen? Das Album ist ab dem 22. April im Handel erhältlich.
Bei "American Idol" schaffte es die heute 29-Jährige 2004 zwar unter die letzten Zehn, schied nach drei Finalshows allerdings aus. Anstatt weiter an ihrer Musikkarriere zu basteln, wagte Jennifer daraufhin den Sprung in die Schauspielerei – und landete damit einen Volltreffer. Schon mit ihrer ersten Rolle im Musical-Drama "Dreamgirls" gewann sie die Auszeichnung, von der viele Kollegen ihr Leben lang nur träumen dürfen: den Oscar als beste Nebendarstellerin. Nach weiteren Rollen in Filmen wie "Sex And The City" kehrte Jennifer zu ihrer ersten Passion zurück: Ihr selbstbetiteltes Debütalbum erreichte Goldstatus und bescherte ihr 2009 prompt einen Grammy für das beste R’n’B-Album. Nach privaten Schicksalsschlägen meldet sich die Schönheit aus Chicago jetzt mit ihrem zweiten Album "I Remember Me" zurück.
Schon auf dem ersten Album griffen Hudson so illustre Produzenten und Künstler wie Missy Elliott, Ludacris, Stargate, Ne-Yo und Timbaland unter die Arme. Die Gästeliste für "I Remember Me" toppt diese Aufzählung noch und gleicht dem Who Is Who der Musikbranche: R. Kelly, Alicia Keys, Ne-Yo, Polow da Don und Salaam Remi haben Songs geschrieben und produziert. Das letzte Duett singt sie gar mit X-Factor-Diva Leona Lewis. Entsprechend vielfältig sind die Themen, die auf ihrem zweiten Longplayer angeschnitten werden: Von Selbstbestimmungs-Hymnen über Toleranz-Plädoyers bis hin zu musikalischen Liebeserklärungen. Wer meint, in der ein oder anderen Songzeile Autobiografisches wieder zu finden, sollte sich vor Augen führen, dass die Interpretin selbst am Songwriting so gut wie nicht beteiligt war.
Jennifers facettenreiche Stimme ist auf allen 14 Songs von "I Remember Me" ihr Hauptkapital. Sie ist in der Lage, nahezu jede Emotion – von Verletzlichkeit über neu gewonnene Selbstsicherheit – zu transportieren. Leider ist der größte Vorzug des Albums damit auch schon genannt. Durch die Zusammenarbeit mit derart vielen verschiedenen Musikern und Produzenten wirkt das Zweitwerk nie homogen, auf HipHop-Tracks folgen kitschige Liebesballaden und seichte Stücke, die den Pop der Neunziger wieder heraufbeschwören. Was man bei anderen Künstlern wohlwollend als Versuch interpretieren könnte, Schubladendenken zu durchbrechen, schlägt in diesem Fall fehl: Der Variantenreichtum der Platte ist eindeutig Ausdruck inkompatibler Fremdeinflüsse, hier haben zu viele Köche den Brei verdorben. Hudson braucht dringend einen eigenen und vor allem einheitlicheren musikalischen Stil.
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Quelle: t-online.de
Pan Tau schrieb:
am 24. April 2011 um 02:06:24
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Einheitsbrei
Ich empfehle einfach mal richtig hinhören! ein musikstudium als ausgangsbasis wäre nicht schlecht, dann würde hier dieser
unsinn nicht stehen. die cd ist auf den punkt gebracht......GENIAL!
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