05.05.2011, 11:55 Uhr | Katja Johanna / Intro
Jennifer Lopez präsentiert "Love?". (Foto: Universal)
Jennifer Lopez ist am Gipfel angelangt: Nach 13 Jahren im Musikgeschäft kann sie endlich ihre Premiere an der Spitze der deutschen Album-Charts feiern. Diesen Triumph hat sie nach eigener Aussage niemand anderem als DSDS-Sprücheklopfer und Mega-Produzent Dieter Bohlen zu verdanken. Selbiger ließ La Lopez’ neue Single "On the Floor" im Rahmen einer Mottoshow von seinen Casting-Schützlingen performen. Und tatsächlich lässt die musikalische Qualität der neuen Platte vermuten, dass es "Love?" ohne fremde Hilfe nicht so weit nach oben geschafft hätte.
Nachdem Lopez’ letztes Album samt allen folgenden Singles floppte und der Veröffentlichungstermin des neuen Longplayers aufgrund der üblichen Strategieüberlegungen mehrfach verschoben wurde, meldet sich die Latin-Diva doch noch auf einem neuen Label zurück. Überraschenderweise zieht sie als mittlerweile zur Generation der Vierzigjährigen zählende nicht etwa gegen jüngere Konkurrentinnen wie Lady Gaga und Konsorten in die Schlacht, ganz im Gegenteil: J-Lo geht einer Konfrontation aus dem Weg und holt die platinblonde Songwriterin samt ihres Produzenten selbst an Bord. Damit ist allerdings auch schon der einzige lobenswerte Aspekt des Albums benannt. Betitelt ist das Werk der Dame mit lateinamerikanischen Wurzeln und dem wohl berühmtesten Hinterteil der Welt mit "Love?". Um Liebe in allen ihren (banalen) Facetten, besonders um solche, die unerwidert bleiben und daher mit einem Fragezeichen versehen werden müssen, geht es konsequenterweise auch auf Lopez’ siebtem Studioalbum.
Die erste Single "On The Floor" verbindet Elektro-Elemente, Rap-Einlagen des Kollegen Pitbull und Latin-Beats mit einem Sample des bekannten Hits "Lambada". Was vielleicht als Hommage an die Dance-Anfänge ihrer Karriere gemeint war, entpuppt sich jedoch als unsäglicher Autoscooter-Song, in dem sich die Mutter von Zwillingen nicht als gestandene Frau präsentiert, sondern als Disco-Luder, das den "floor entert". Unglaublich unzeitgemäß und unpassend kommt aber nicht nur die erste Single daher, traurigerweise zieht sich das beschämende Teenie-Image inklusive Dance-Tracks auf Ballermann-Niveau auch durch den gesamten Rest des Albums.
Im Fall von Balladen wie "Until It Beats No More" und "One Love", den vermeintlich persönlichsten Kernstücken des Albums, bleiben uns zwar die nervigen 90er-Beats und Autotuner erspart, statt intimer Bekenntnisse einer reifen 41-Jährigen erwarten den Hörer aber auch hier nur hirnlose Plattitüden und eine peinlich Abrechnung mit Lopez’ Ex-Lovern. Dass dieser krude Mix aus überholten Dance/R’n’B/HipHop-Tracks und komplett geistlosen Lyrics in Deutschland La Lopez’ erfolgreichste Scheibe bis dato ist, bleibt trotz Bohlens Zutun und Gagas Songwriting unerklärlich. Love? Ganz sicher nicht!
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Katja Johanna / Intro
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