05.12.2011, 08:30 Uhr | dpa/ Nibo
Jopi Heesters hatte seine erste Gesangsrolle bereits 1923. Acht Bambis und zahllose Auszeichnungen zeugen von seinem Talent.
100 Jahre alt wollte er werden, 108 werden es am 5. Dezember. Die Geburtstagsfeier mit einem öffentlichen Konzert musste aber erst einmal verschoben werden, ein Schwächeanfall kam dazwischen. Doch inzwischen gehe es "Jopie" nach Angaben seines Büros, wieder gut. Johannes Heesters blickt auf eine sagenhafte Karriere zurück, wie Sie in unserer Foto-Show sehen können.
Bei seiner letzten Geburtstagsgala rief Johannes Heesters als dienstältester aktiver Schauspieler der Welt: "Ich werde auch 108, das könnt Ihr mir glauben!" Nach einem Schwächeanfall Ende November musste die Geburtstagsfeier für "Jopie", die im südbadischen Breisach geplant war, erst einmal verschoben werden. Ärzte kümmerten sich im Krankenhaus um den am 5. Dezember 1903 im niederländischen Amersfoort geborenen Schauspieler und Sänger.
Heesters lebt mit seiner über 45 Jahre jüngeren Frau, der Schauspielerin und Buchautorin Simone Rethel-Heesters, am Starnberger See. Auf Geburtstagsfeiern der vergangenen Jahre schmetterte der Charmeur und Grandseigneur der Operette mit noch erstaunlich kräftiger Stimme seine Lieder wie "Ich knüpfte manche zarte Bande" oder "Man müsste Klavier spielen können". Aber er ließ es bis ins hohe Alter nicht nur beim Feiern, sondern hat auch stets hart gearbeitet. Gerade ist ein neuer Kurzfilm mit ihm in der Rolle des "Petrus" herausgekommen und das neueste Filmprojekt war bisher die Verfilmung einer Geschichte von Anton Tschechow ("Wankas heiliger Abend") mit geplanten Dreharbeiten in Magdeburg, im Harz und in Berlin.
Und heute? "Natürlich habe ich auch Angst, dass es mal aufhört", sagte der inzwischen erblindete Heesters der Nachrichtenagentur dpa anlässlich seines 108. Geburtstages. "Ich möchte schon, dass es noch ein bisschen länger dauern darf, das wäre natürlich sehr schön." Dafür trainierte "Graf Danilo" bisher sogar noch jede Woche regelmäßig mit Fitnessgeräten. Ein kleiner Genever-Schnaps darf auch mal sein, früher gab es auch ein Zigarettchen, damit ist aber schon länger Schluss, "meiner Frau zuliebe", "Popje", wie er sie liebevoll nennt.
Und es gab auch in den vergangenen Jahren schon gesundheitliche Rückschläge zu verkraften, wie der Sturz in seinem Tiroler Feriendomizil am Neujahrstag 2008, als er mit Rippenbrüchen in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Aber "Heesters singt schon wieder", hieß es bereits Tage später. "Er ist noch immer voller Lebensfreude, obwohl er nichts mehr sieht, aber singen kann er immer noch", ergänzt Simone Rethel-Heesters. Zum Beispiel seine Evergreens, die den "Dandy des Jahrhunderts" mit Frack, Zylinder und dem weißen Seidenschal unsterblich gemacht haben, wie "Heut geh ich ins Maxim". Die Rolle seines Lebens war der leichtlebige Graf Danilo aus der Operette "Die lustige Witwe". Über 1600 Mal hat Heesters ihn verkörpert.
Heesters, der eigentlich Priester und dann Bankkaufmann werden wollte, blickt auf eine sagenhafte Karriere mit Höhen und Tiefen, mit viel Licht, aber auch Schatten zurück. In Berlin hatte sie 1935 auf den großen Bühnen der Metropole begonnen, dann auch in Wien, was ihn schnell zum Leinwandstar machte mit Filmen wie "Gasparone", "Hallo Janine" und nach dem Krieg "Hochzeitsnacht im Paradies", "Im weißen Rössl" oder "Bühne frei für Marika" mit Marika Rökk.
Johan Marius Nicolaas Heesters, den schon bald alle nur "Jopie" nannten, wurde mit seinem Charme und dem "gewissen Etwas" in der Stimme und in den Augen zum umschwärmten Publikumsliebling. Später war er auch im Fernsehen viel zu sehen. Aber die Bühne ließ ihn nicht los. Als greiser Casanova in Karl Gassauers "Casanova auf Schloss Dux" ging Heesters ab 1986 erfolgreich auf Tournee. Ab 1996 stand er erstmals mit seiner Frau Simone Rethel auf der Bühne am Berliner Kurfürstendamm in dem eigens für ihn geschriebenen Stück "Ein gesegnetes Alter" von Curth Flatow.
Sein kometenhafter Aufstieg im Nazi-Deutschland wirft bis heute auch einen Schatten auf sein Leben, vor allem in seiner holländischen Heimat, wo ihm lange verübelt wurde, Hitlers "Lieblings-Danilo" gewesen zu sein, obwohl Heesters ein eher distanziertes Verhältnis zum Nationalsozialismus nachgesagt wurde. In der NS-Zeit gab es auch den umstrittenen, nach seinen Erinnerungen befohlenen Besuch im KZ Dachau. Erst 2008 war ihm eine Art späte Versöhnung gegönnt mit einem Auftritt in seiner niederländischen Vaterstadt Amersfoort. Aber der Auftritt wurde getrübt von einem verunglückten Interview mit einem holländischen TV-Sender, in dem sich Heesters missverständlich über Hitler äußerte. Und einen Rückschlag gab es für Heesters im Frühjahr 2011, als er von einem geplanten Staatsempfang bei "seiner" Königin Beatrix der Niederlande im Berliner Schloss Bellevue "aus Platzgründen" wieder ausgeladen wurde. Dabei hatte doch ein Lebenswunsch von ihm in Erfüllung gehen sollen.
"Ich hab mein Leben gelebt und hab mich stets bemüht, den Weg gerade zu gehn, auch durch den Sturm der Zeit", sang Heesters in einem seiner späten Lieder, oder, wie er im "Jedermann" als Gott der Herr sagte: "So viel ich vermocht, hab ich vollbracht."
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Quelle: dpa
Jopifan schrieb:
am 25. Dezember 2011 um 09:00:00
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(0)
Jopis Traum
"Ich möchte jede Nacht von Ihnen träumen und wärs auch nur aus der
Erinnerung ..." , aber nicht von dem jetzigen
Bundespräsidenten und all den
ungeschliffenen Politikern, die unser Land im Griff haben und drauf und dran
sind, in die Armut zurückzukatapultieren.
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Gasparone schrieb:
am 25. Dezember 2011 um 08:38:46
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Heesters - Wulff
Nun ist er nicht mehr, die Inkarnation deutscher leichten Muße zu Zeiten unserer Eltern und Großeltern. Eine im wahrsten
Sinne herausragende Persönlichkeit aus der Kulturszene früherer Jahre. Unverständlich im Nachhinein die von dem nicht gerade gebildeten BP Wulff initiierte Ausladung Jopies anläßlich des Besuchs von Königin Beatrix. Wegen der Nähe zum Nazi-Hitler. Welch ein Stuß ! Dass er aber Millionen von Menschen in einem Maße glücklich gemacht hat wie es kein Bushido vermag. Wulff geh
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Morgenröte schrieb:
am 24. Dezember 2011 um 20:28:11
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Jopi
Nun enrdlich hat er es geschafft ,Johannes Heesters ist an Heilig Abend verstorben und wird nun nicht mehr vorgeführt . Ich war ein
großer Fan von ihm .Mein Beileid an all seine Bewunderer ,aber war es nötig diesen wunderbaren Menschen immer wieder vorzuführen ,ja ich sage es wie es ist .Er wird jetzt endlich in Ruhe seine Ewigkeit antreten , Besinnliche Feiertage wünscht ,,Morgenröte
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