08.12.2010, 17:20 Uhr | dapd / Nibo
Am 8. Dezember 1980, nach 22.49 Uhr New Yorker Zeit, wurden im Radio plötzlich viele Lieder von John Lennon gespielt. Nicht die üblichen Hits, und viele Fans ahnten, bevor sie die Fernsehbilder sahen, die schließlich die schreckliche Gewissheit brachten: Ihr Idol ist tot. Und damit nicht nur eine nahezu unantastbare Größe der jüngeren Popgeschichte, sondern gleichzeitig ein Zauberer der Worte, ein politischer Aktivist, ein Zyniker und sanfter Rebell, ein zärtlicher Familienvater und sensibler Mann.
John Lennon, der mit "Give Peace A Chance" der Friedensbewegung eine Hymne für Gewaltfreiheit gegeben hatte, wurde vor seiner Wohnung im Dakota-Gebäude an der New Yorker Upper Westside von einem verwirrten Fan erschossen. Der Täter, Mark David Chapman, ließ sich von dem Exbeatle ein Autogramm geben, bevor er die tödlichen Schüsse abfeuerte. Die genauen Gründe für die Tat liegen weiterhin im Dunklen. Fest steht, dass Chapman zum Zeitpunkt der Schüsse unter einer Psychose litt. Er plädierte auf die Mordanklage "schuldig" - gegen den Rat seines Anwalts und trotz mehrerer psychiatrischer Gutachten, die ihn als geistig verwirrt einstuften. Er wurde schließlich zu 21 Jahren Gefängnis verurteilt.
Dass Chapmann heute, nach 28 Jahren, immer noch nicht frei ist, liegt daran, dass es nach US-Strafrecht eine Bewährungsprüfung am Ende einer jeden Haftzeit gibt. Lennons Witwe Yoko Ono hat seit 2000 regelmäßig die Verantwortlichen aufgefordert, den Mörder ihres Mannes niemals zu entlassen, weil sie sich selbst gefährdet fühle, der Täter kein normales Leben verdient habe und Gewalt wiederum Gewalt bedinge. Bisher hatte sie jedes Mal Erfolg damit.
Madonna Louise Ciccone war im Jahr 1980 22 Jahre alt und noch kein Superstar. Sie wanderte zum Zeitpunkt des Attentats durch den Central Park, hörte die Polizeisirenen und sah, wie sich eine Menschenmenge vor dem Dakota-Gebäude bildete. "Ich erinnere mich, wie ich hinging und fragte, was los sei", sagte Madonna zum 25. Todestag Lennons. "Und sie sagten, John Lennon sei niedergeschossen worden. Es war unheimlich." Marianne Faithfull beschrieb zum 20. Todestag, wie sie vom Tod des Musikers erfuhr. Sie sei in einem Londoner Taxi gewesen, im Radio hätten sie dann "A Day In The Life" gespielt. "Sein Erbe? Kaum der Rede wert: Er hat nur das Gesicht der Popmusik für immer verändert."
Und so verbinden sich mit dem 30. Todestag Lennons schon längst zu Protokoll gegebene Erinnerungen von Lennons Musikerkollegen. Tom Petty sagte einmal, nach der Todesnachricht habe er nicht mehr weiterarbeiten können. "Ich fuhr nach Hause und unterwegs sah ich Leute an den Ampeln sitzen und weinen. Es war schwer zu glauben. Irgendwie glaub ich's heute noch kaum." Sting sagte, er sei "ungläubig, schockiert, entsetzt" gewesen. "Wenn Menschen wie er sterben, dann verändert sich gleichsam die Landschaft. Ein Berg verschwindet. Ein Fluss ist weg. Sein Tod hatte durchaus eine vergleichbare Wirkung."
Lennons Bandkollege Paul McCartney wurde stets vorgeworfen, auf die Nachricht vom Tod des ehemaligen Gefährten lahm und nicht adäquat reagiert zu haben. McCartney hatte in einem Interview, das unmittelbar nach der Bekanntgabe von Lennons Ermordung geführt wurde, lediglich davon gesprochen, dass der Tod des Freunde "sehr schlimm" sei. Es hat lange Zeit gedauert, bis Fans und Lennon-Anhänger ihm geglaubt haben, dass er aufgrund von Trauer und Schock in diesem ersten Statement einfach nicht die richtigen Worte gefunden habe.
Die sieben Lennon-Alben und das Beatles-Werk, das er sich mit McCartney, George Harrison und Ringo Starr teilt, sind das Vermächtnis Lennons. "Wenn John Lennon nur eines der vier Mitglieder der Beatles gewesen wäre, hätte dies bereits seine künstlerische Unsterblichkeit gesichert", heißt es in der Biografie auf der von Yoko Ono betreuten offiziellen Webseite John Lennons. "Der sogenannte 'smart Beatle' brachte eine durchdringende Intelligenz und einen treffsicheren Witz in die Musik und Selbstdarstellung der Band. Aber in Liedern wie "Strawberry Fields Forever", "Norwegian Wood", "Rain" und "In My Life" arrangierte er auch großartige Melodien, um einen anspruchsvollen, traumhaften Weltschmerz heraufzubeschwören, der nicht seinem Alter entsprach. Solche Arbeit legte nicht nur eine profunde musikalische und literarische Sensibilität - kurz, ein Genie - nahe, sondern eine Vision, die zugleich nachdenklich, utopisch und auf ergreifende Weise realistisch war."
Lennon war ein kritischer Kopf, aber auch ein Rebell, der in kritischen Situationen den Kopf verlieren konnte. Er konnte Menschen mit der Zärtlichkeit in Liedern wie "Julia" oder "Woman" verzaubern, aber auch mit boshaftem Spott überschütten wie Paul McCartney in "How Do You Sleep". Er konnte Hymnen wie "Imagine" schreiben, dem "Working Class Hero" den Spiegel vorhalten und musikalisch die Welt im "Instant Karma" aufgehen lassen. Lennon war eines der ersten Pop-Idole, die ihre Berühmtheit offen für politische Ziele einsetzten: Legendär die "Bed-Ins" für den Weltfrieden mit Yoko Ono 1969 in Amsterdam, Montreal und Wien.
"You may say that I'm a dreamer", sang er in "Imagine". "But I'm not the only one. I hope someday you'll join us and the world will live as one." Der Traum ist noch nicht ausgeträumt - John Lennon gab der Sehnsucht nach einer besseren Welt einen Klang, der in seinen Liedern weiterlebt.
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Quelle: dapd
juditha schrieb:
am 6. Mai 2012 um 13:30:02
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john lennon
Er fiel einem feigen Mord zum Opfer! Sinnlos und traurig, er hätte uns allen noch so viel tolle Musik geben können! Schade um
einen gegnadeten Musiker!
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Lucy in the Sky schrieb:
am 8. November 2011 um 15:56:28
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John Lennon
Lieber John,
wie wäre es wohl wenn Du noch unter uns Lebenden weilen würdest?
Vieles hättest Du noch bewirkt, getan,
aufgerüttelt. Du fehlst.Grüße nach Across the Universe geliebtes Walross!!!!!
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schlappi schrieb:
am 8. Dezember 2010 um 17:52:56
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john lennon
Er war wohl der einzige Mensch auf der Welt, von dem man behaupten konnte, er war was besonderes und er hatte was besonderes. R.I.P.
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