12.11.2010, 11:47 Uhr | demo
Karl Lagerfeld über Günter Grass: "Sollte sich mal Schlips und Kragen zulegen." (Foto: Imago)
Es ist mal wieder soweit: Modezar Karl Lagerfeld zückt die Verbalkeule und hiebt gegen die optischen Unzulänglichkeiten anderer Prominenter. Diesmal hat er es auf Literaturnobelpreisträger und "Blechtrommel"-Autor Günter Grass abgesehen. "Tut mir leid, ich hasse schmuddelige Intellektuelle", wettert der Dauernörgler im Interview mit dem "Zeitmagazin". "Günter Grass sollte sich mal Schlips und Kragen zulegen, er würde jünger wirken. Früher sahen die Intellektuellen noch nach etwas aus." erklärt der Designer. Es steht allerdings zu bezweifeln, dass Günter Grass sich durch diese Mode-Attacke ernsthaft düpiert fühlen wird. Doch um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass sich zumindest irgendwer auf den nicht vorhandenen Schlips getreten fühlt, hat Lagerfeld auch für deutsche Modemacher-Kollegen kaum schmeichelhafte Worte übrig.
"Die Berliner Modewoche - offen gesagt interessiert mich das nicht", watscht Lagerfeld die Arbeiten seiner Kollegen ab. "Ich bin mit dem Designer Michael Michalsky befreundet, den kenne ich noch aus den Zeiten, als er bei Adidas war. Den Michael mag ich gerne, den Rest kenne ich gar nicht." Um dem modischen Bewusstsein in der Bevölkerung unter die Arme zu greifen, will der 77-Jährige ab Herbst 2011 die preiswerte Modekollektion "Masstige" im Internet anbieten. Der Wirkung seiner Person ist sich der gebürtige Hamburger dabei durchaus bewusst. "Ich bin derart populär, dass ich die ideale Figur für etwas Preiswertes bin."
Immer wieder macht Lagerfeld von sich reden, indem er fiese Spitzen gegen andere Prominente austeilt. In der Talkshow von Johannes B. Kerner im Juni vergangenen Jahres bekamen unter anderem Supermodel Heidi Klum und ihr Gatte Seal ihr Fett weg. "Ich kenne sie nicht. Claudia kennt die auch nicht. Die war nie in Paris, die kennen wir nicht", so das abschätzige Urteil über Klum. Seal, der seit seiner Kindheit unter einer Hautkrankheit leidet, bedachte er mit den Worten: "Ich bin kein Dermatologe, aber seine Haut möchte ich nicht haben. Da hat meine besser überlebt. Der hat so eine Kraterlandschaft". Befragt zu Guido Westerwelle, damals noch nicht deutscher Außenminister, versetzte der Modemacher: "Kenn ich nicht. Sieht auf dem Foto aber ganz okay aus".
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demo
Modefan schrieb:
am 10. November 2010 um 13:15:19
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Mode-Karle forever!
Lagerfeld ist einer der intelligentesten deutschen Prominenten. In seinen Seitenhieben steckt meistens sehr viel Wahres,
für die Betroffenen jedoch leider Unangenehmes oder Unbequemes. Auch und gerade weil er genau tut und sagt, was er denkt, ist er so erfolgreich. Ich mag ihn.
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Julius schrieb:
am 10. November 2010 um 13:06:22
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KL
Meint er wirklich, dass nur er das non plus ultra ist?
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Kordt schrieb:
am 10. November 2010 um 12:59:23
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Lagerfeld
Recht hat er schon, der Lagerfeld. Für sehr viele Möchtegern-Prominente gehört es heute doch zum vermeintlich schicken Stil,
sich auch auf seriösen Veranstaltungen unrasiert, mit offenem Hemd und zerknitterten Hosen zu produzieren.Eigentlich eine Provokation für Veranstalter und Publikum!
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