30.04.2008, 00:58 Uhr | LS
Verona Feldbusch als Gastgeberin des Erotik-Magazins "Peep!" (Foto: imago)Vom TV-Sender gefeuert, die Firma von Ehemann Franjo pleite und der holde Gatte selbst zu allem Übel gar der Insolvenzverschleppung und Bestechung beschuldigt - die Umstände, einen 40. Geburtstag gebührend zu feiern, könnten für Verona Pooth, geborene Feldbusch, besser sein. Der Glamour hat die vom Erfolg Verwöhnte nach fast zwanzig Jahren im Rampenlicht verlassen. Sie ist Ex-Popsternchen, Ex-Schönheitskönigin, Ex-Moderatorin, Ex-Werbeikone und irgendwie auch Deutschlands erster, von Dieter Bohlen gemachter, Superstar. So unschön ihre Erhebung in diesen Stand auch vonstatten ging - der Produzent hatte ihr mit der Linken ins Gesicht geschlagen - Verona reichte nach vierwöchiger Ehe die Scheidung ein, kassierte 500.000 Euro Schmerzensgeld und legte eine Blitzkarriere als allumfassendes TV- und Medienphänomen hin. Noch im selben Jahr - es war 1996 - wurde Verona Moderatorin des RTL-II-Erotik-Magazins "Peep!".
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Verona macht "Peep!"
Hatte die in La Paz geborene Deutsch-Bolivianerin vor ihrer Blitzehe mit Dieter Bohlen zwar schon als Interpretin des Disco-Fegers "Ritmo de la Noche" (1990) sowie als "Miss Hamburg" (1992), "Miss Germany" und "Miss Intercontinental World" (beides 1993) die Luft der großen, weiten Promiwelt geschnuppert, war sie nun selbst ein Teil davon geworden. Trotz - oder gerade wegen - ihrer talentfreien Moderationen in der schlüpfrigen Sex-Talkshow "Peep!" auf RTL II oder dem eigens für sie geschaffenen RTL-Format "Veronas Welt" stieg ihre Beliebtheit enorm. Kein Versprecher, keine Verwechslung von Dativ und Akkusativ konnten ihr etwas anhaben. Im Gegenteil: Als sie das Gesicht eines Telekommunikationsunternehmens wurde und für dessen Auskunft warb, erhob man ihre sprachlichen Patzer zur Werbebotschaft und textete "Da werden Sie geholfen".
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Verona macht "Blubb"
Natürlich "blubbten" bald weitere lukrative Verträge auf. So soll sie allein für eine Spinatwerbung drei Millionen Mark bekommen haben. Und als sich der Kartenvorverkauf für die Expo 2000 in Hannover schleppend gestaltete, engagierte man Verona Feldbusch und ließ sie an der Seite von Welt-Star Sir Peter Ustinov für die Ausstellung werben. Laut einer Umfrage wussten zu diesem Zeitpunkt immerhin 88 Prozent der Deutschen, wer die Frau mit dem Schmollmund und der Piepsstimme ist. Diese Popularität schlug sich auch beim Verkauf ihres Kalenders "Verona 2000" nieder: Mehr als eine halbe Million Exemplare gingen über die Ladentische.
Verona ist überall
Es waren die erfolgreichsten Jahre der Verona Feldbusch. Der Sendung "Peep!" hatte sie 1999 den Rücken gekehrt, weil ihr plötzlich aufgefallen war, welchen Schmuddelkram sie dort präsentieren musste. So etwas hatte die Werbeikone nun nicht mehr nötig. Stattdessen saß sie bei Thomas Gottschalk auf der "Wetten, dass..?"-Couch, ließ sich von Harald Schmidt in dessen Late Night Show abschlabbern oder bot Frauenrechtlerin Alice Schwarzer in Johannes B. Kerners Talkshow zum Thema Emanzipation Paroli. Ganz selbstverständlich saß sie auch bei Günther Jauchs Promi-Wer-wird-Millionär auf dem Ratestuhl und erspielte 125.000 Euro. Und selbst für Ausflüge ins Trash-TV war sie sich nicht zu schade, wenn es dem Ansehen nicht schadete. So stattete sie im Dezember 2000 als Nikolaus verkleidet den Insassen des Big-Brother-Containers einen Besuch ab.
Verona heult sich aus
Verona garantierte den Sendern hohe Einschaltquoten und sorgte für Gesprächsstoff. Längst hatte die von vielen immer noch als "Dummerchen" titulierte Selbstdarstellerin ihre Eigenvermarktung perfektioniert. Seelenstriptease inklusive: Im Mai 2002 - wieder bei Kerner - sprach sie zum ersten Mal darüber, wie sie von Dieter Bohlen geschlagen wurde und bekam einen Heulkrampf. Das Angebot, die Aufzeichnung abzubrechen, lehnte sie ab. So flossen Veronas Tränen ungeschnitten über die Bildschirme. Es war der Höhepunkt ihrer Selbstinszenierung.
Verona in der Krise
Das Ehepaar Pooth (Foto: imago)Als Verona, mittlerweile mit Franjo Pooth verheiratet, im Februar 2008 wieder einmal bei Kerner zu Gast war, bahnten sich ähnlich dramatische Momente wie vor sechs Jahren an. Im Zusammenhang mit der Firmenpleite ihres Ehemannes waren unschöne Vorwürfe laut geworden. Insolvenzverschleppung und Bestechung lauten die Anschuldigungen, die Düsseldorfer Villa der Pooths wurde durchsucht. Tränen flossen diesmal zwar nicht. Doch Veronas Versuch, ihr angekratztes Image als Frau eines mutmaßlichen Betrügers wieder aufzupolieren, war wenig überzeugend. Der Boulevardpresse warf sie vor, ihren Franjo fertig zu machen. Jener Boulevardpresse, die einst zum Aufstieg der Verona Feldbusch beitrug. Da kam die Meldung von RTL II nicht überraschend, dass der Sender seine Zusammenarbeit mit der einstigen Quotenbringerin nicht fortsetzen wolle. Es werde keine dritte Staffel der Hilfe-Show "Engel im Einsatz" geben, da die Protagonisten der Reihe "an Glaubwürdigkeit eingebüßt hat".
Verona - wie weiter?
Es scheint, als wäre Verona Pooth an ihrem 40. Geburtstag auch am bisherigen Tiefpunkt ihrer Laufbahn angekommen. Zu Beginn eines neuen Lebensjahrzehnts steht sie vor einem Scheideweg. Comeback ins Rampenlicht oder Rückzug ins Privatleben - Verona wird uns die Antwort geben.
LS
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