11.02.2010, 16:31 Uhr
Dr. Parnassus (Christopher Plummer) hat sich auf eine Wette mit Mr. Nick eingelassen, dem Teufel höchstpersönlich. (Foto: Concorde)Vor einigen tausend Jahren, da traf der Spieler Dr. Parnassus (Christopher Plummer) auf einen wirklich teuflischen Mann, Mr. Nick (Tom Waits). Dieser bot ihm eine Wette an, Lucky Parnassus konnte sie gewinnen. Sein Preis war nichts Geringeres als die Unsterblichkeit. Das ewige Leben gefiel dem reisenden und charmanten Doktor sehr, aber nur solange, bis er sich verliebte. Erneut schloss er einen Deal mit Mr. Nick: Er sollte Jugend erlangen und im Gegenzug dem Dämon die Seele seiner Tochter übergeben, wenn sie das 16. Lebensjahr erreichte. Seither ist einige Zeit vergangen, und Dr. Parnassus zieht mit seinem Wandertheater durch die Lande. Das besondere Highlight ist ein Kabinett, das in eine Parallelwelt entführt. Doch leider hat Parnassus' Begeisterungsfähigkeit gelitten, und kaum einer mag mehr hinter den Spiegel gucken. Und dann rückt auch noch das Datum, an dem er Mr. Nick seine Tochter Valentina (Lily Cole) anvertrauen muss, immer näher. Der Moment also für den Spieler, dem Teufel eine neue Wette anzubieten: Valentina geht in den Besitz dessen über, der innerhalb von drei Tagen die meisten Seelen in die Parallelwelt des Kabinetts locken kann...
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Foto-Show "Das Kabinett des Dr. Parnassus"
Dr. Parnassus hat beim Teufel für seine Jugend kein geringes Pfand hinterlegt: An ihrem 16. Geburtstag gehört Tochter Valentina (Lily Cole) dem Satan. (Foto: Concorde)Anton (Andrew Garfield) und Percy (Verne Troyer) zählen zu treuen Gefährten von Parnassus und wollen ihm helfen, möglichst viele Menschen hinter den Spiegel zu locken. Unerwartete Hilfe erhält das wandernde Theater von dem Selbstmörder Tony (Heath Ledger), den die Varietékünstler noch rechtzeitig retten konnten. Wie das Schicksal es so will, ist Tony ein wahrer Seelenfänger, in den sich Valentina verliebt. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, in der alle zusammenhalten müssen, um dem Teufel endgültig zu besiegen und um Valentinas Hand zu gewinnen...
Der ebenso mysteriöse wie charismatische Tony (Heath Ledger) schließt sich dem Wandertheater an. (Foto: Concorde)Dieser Film ist besonders. Und das in vielen kleinen und großen Dingen. Ex-Monty-Python-Darsteller Terry Gilliam, der für Regie und gemeinsam mit Charles McKeown für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, ist ein Ausnahmetalent, auf dessen Kerbholz Werke wie "12 Monkeys" oder "Fear and Loathing in Las Vegas" gewachsen sind. So gefeiert er ist, so tief hat er auch immer wieder in die Jauchegrube gegriffen. Viele seiner Projekte standen unter einem schlechten Stern und scheiterten in ihrer Umsetzung. Dieses Schicksal hätte beinahe "Das Kabinett des Doktor Parnassus" ereilt, denn Hauptdarsteller Heath Ledger verstarb während der Dreharbeiten. Damit ist der Film der letzte Auftritt dieses herausragenden Künstlers, der noch so viel hätte erreichen können. Gilliams Glück ist, dass drei große Schauspieler auf ihre Gage verzichtet haben, um diese fantastische Geschichte zu Ende zu erzählen: Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell schlüpfen hinter dem Spiegel in die Rolle von Tony und zeigen unterschiedliche Facetten der von Heath Ledger in der Realwelt verkörperten Figur. Und das gelingt erstaunlich gut, auch wenn es ursprünglich ganz anders geplant war. Gilliams Kabinett sticht aus der breiten Masse heraus, kann aber leider nicht ganz an seine Meisterwerke heranreichen. Ein vielschichtiger Spaß mit einem Anstrich moralischer Botschaft, der einem bei jedem Gucken etwas Neues entdecken lässt. Zauberhaft.
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