24.04.2009, 14:14 Uhr
August (Queen Latifah), die Bienenhüterin, Rosaleen (Jennifer Hudson) und June (Alicia Keys) (Foto: Twentieth Century Fox)Wir schreiben das Jahr 1964. Eine Zeit, in der die Bürgerbewegung unter Martin Luther King immer mehr Menschen in ihren Bann zieht, und in der sich die Weißen nicht den Honig vom Brot nehmen lassen wollen. Es gibt jedoch einen Ort in South Carolina, Tiburon, wo all die Rassenunruhen und all der Hass daran abprallen wie der Vogel an der Fensterscheibe: das rosa Haus der Boatwright-Schwestern. Diese jungen Damen sind ihrer Zeit weit, weit voraus. Seit Generationen sind das Land und die von ihnen betriebene Imkerei in Familienbesitz, von Mutter zur Tochter - ein Wunder, sind sie doch alle afro-amerikanischer Abstammung.
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Foto-Show "Die Bienenhüterin"
August kümmert sich um Lily (Dakota Fanning) und bildet sie zur Imkerin aus. (Foto: Twentieth Century Fox)Das Leben könnte seinen ewig eintönig fließenden Gang nehmen, gäbe es nicht Halbwaise Lily (Dakota Fanning). Die 14-Jährige ist zusammen mit ihrem schwarzen Kindermädchen Rosaleen (Jessica Hudson) von der Pfirsichfarm ihres Vaters (Paul Bettany) geflüchtet. Seit dem Tod ihrer Mutter sind Schläge die einzige Form von Zuneigung, auf die der Teenager hoffen darf. Zuflucht sucht Lily bei den Boatwrights, da sie glaubt, hier eine Verbindung zu ihrer Mutter finden zu können. August Boatwright (Queen Latifah) ist die Mater Familiae, das Oberhaupt der drei Schwestern, dem schwant, dass Lily ein Geheimnis in sich trägt. June (Alicia Keys) gibt Musikunterricht und bricht in ihrem Unabhängigkeitsstreben die Herzen junger Männer, die ihre Türschwelle säumen. May (Sophie Okonedo) hat bis heute das Kind in sich bewahrt und wirkt wie ein Empfänger für sämtliche Schwingungen im Raum, seien sie nun positiv oder negativ. An diesem Ort findet Lily, die Liebe, die sie all die Jahre so schmerzlich vermisst hat. Doch dieses Glück ist von trügerischer Sicherheit...
Bei den Boatwrights bekommt Lily das, was sie sich schon immer wünschte: Eine Familie und ein Zuhause. (Foto: Twentieth Century Fox)Gina Prince-Bythewood hat den Roman von Sue Monk Kidd leinwandtauglich adaptiert und verfilmt dieses Märchen über starke Frauen mit ebenso überzeugenden Persönlichkeiten in der Hauptrolle. Dakota Fanning kann einmal mehr beweisen, was für ein Talent in so jungen Jahren in ihr steckt, während Oscarpreisträgerin Jessica Hudson eine scharfzüngige Afro-Amerikanerin mimen darf und sich Queen Latifah mit ihrer warmen Präsenz als Familienoberhaupt präsentiert. Den Hut muss man jedoch vor Sophie Okonedo ziehen, die überzeugend die psychisch kranke May spielt. Prince-Bythewood bemüht sich, in ihrer Adaption nah an der Vorlage zu bleiben. Durch die atmosphärische Verdichtung des Films finden aber manche Konflikte eine zu einfache Auflösung. "Die Bienenhüterin" ist wie Honig: Zuckersüß tropft der Film und umschmeichelt mit Herzschmerz den Gaumen des Schnulzenliebhabers.
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