24.06.2009, 14:31 Uhr
Ernesto "Che" Guevara (Benicio Del Toro) wird von Fidel Castro (Demián Bichir) zum Commandante ernannt. (Foto: Senator)Ein junger argentinischer Arzt namens Ernesto Guevara (Benicio del Toro) kämpfte in Guatemala mit Jacobo Árbenz für eine linksgerichtete Regierung. Der Traum wird wahr: Mit Hilfe der CIA stürzt das Militär den Präsidenten und Ernesto muss nach Mexiko fliehen. Dort trifft er auf Raul Castro (Rodrigo Santoro), der einer Gruppe angehört, die den kubanischen Diktator Fulgencio Batista stürzen will. Der wahre Kopf ist Rauls Bruder, Fidel Castro (Demián Bichir). Als Ernesto von den Plänen erfährt, schließt er sich der Revolution als Arzt an. Mit 81 weiteren Mitstreitern, inklusive der Castro-Brüder, fährt er auf dem altersschwachen Kahn "Granma" nach Kuba. Nur zwölf überleben diese Reise. Aber die Strapazen fangen gerade erst an. Die Rebellen müssen sich durch die grüne Hölle einen Weg schlagen. Ernesto hat immer öfter mit seinem Asthma zu kämpfen. Mit der Zeit wird er vom Truppenarzt zum Kommandanten befördert, schließlich wird er zu einer Symbolfigur der Revolution. Er wird von seinen Kameraden vergöttert, und auch die Bevölkerung ist von ihm begeistert.
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Foto-Show "Che - Revolucion"
Für Ernesto "Che" Guevara (Benicio Del Toro) waren Bücher sehr wichtig. Auch seine Rebellen sollten lesen und schreiben können. (Foto: Senator)Vor allem seine Prinzipientreue in Zeiten des Chaos' wird ihm hoch angerechnet. Er will nicht nur die politischen Verhältnisse ändern, er will auch die sozialen ändern. Als er erfährt, dass viele seiner Mitstreiter Analphabeten sind, richtet er tägliche Unterrichtsstunden ein. Dies ist typisch für Che, wie ihn seine Mitstreiter nennen. Für ihn geht es nicht nur darum, dass die politische Macht von einer Gruppe in die Hände einer anderen gelangt. Er glaubt fest an die Revolution und ihre Pflicht, das Leben für die Bevölkerung des Landes zu verbessern. So steht er auch der Realpolitik Fidel Castros mit Skepsis gegenüber, als dieser mit bürgerlichen Oppositionsparteien verhandelt. Zum Showdown kommt es in Santa Clara, wo sich Regierungstruppen verschanzt haben. Es ist die größte Herausforderung für den Idealisten: Er muss die Feinde besiegen und gleichzeitig die Herzen der Kubaner gewinnen.
Vor dem UN-Gebäude in New York wird Che von antikubanischen Protestlern empfangen. (Foto: Senator)Regisseur Steven Soderbergh hat mit seinem Zweiteiler CHE das Idol des internationalen Freiheitskampfes auf die Leinwand geholt. In viereinhalb Stunden folgt er den Tagebuchaufzeichnungen Ernesto Guevaras, die in zwei Teilen ins Kino kommen. "Che - Revolucion" beschäftigt sich mit der kubanischen Revolution. Beinahe minutiös zeigt der Regisseur die Kampfhandlungen und das Vorrücken der Guerilla auf Havanna. Dabei versucht er sich jeglicher Wertung zu enthalten und versteht sich mehr als Dokumentarfilmer. Ganz kann er dennoch den Eindruck nicht vermeiden, dass er im Zweifelsfall auf der Seite des Rebellen steht. Zum Beispiel, wenn er Che als prinzipientreuen Mann darstellt, der Unrecht bekämpft, auch wenn es in den eigenen Reihen geschieht. Steven Soderbergh folgt den Schritten des Revolutionärs, verpasst dabei aber die Chance, hinter die Fassade zu schauen. Er stellt ihn nicht als Menschen mit Schwächen (abgesehen von seinem Asthma) und Stärken dar, beleuchtet nicht die Widersprüche in seinem Verhalten (als Arzt soll er etwa Menschenleben retten, als Guerilla nimmt er dieses) und stellt auch viele Fragen nicht.
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