27.01.2012, 07:00 Uhr | Christian Steinbrink / Intro
"Born To Die" ist das neue Album von Senkrechtstarterin Lana Del Rey. (Quelle: Nicole Nodland / Universal Music)
Über das Medienphänomen Lana Del Rey wurde so viel gesprochen wie über keinen anderen Künstler in den letzten Monaten. Ihr Song "Video Games" wurde durch den dazugehörigen Youtube-Clip schnell vom Geheimtipp zum Megahit - und die Erwartungshaltung an die 25-jährige Sängerin stieg. Jetzt erscheint ihre CD "Born To Die" - und es bleibt zu klären: Wie ist das Album, an dem vor Veröffentlichung schon so viel herumkritisiert wurde, wirklich?
Mit der Rolle als Pop-Queen mit abgründiger Kehrseite hat Lizzy Grant alias Lana Del Rey offenbar einen Nerv getroffen. Die ersten drei bekannten Songs und die zugehörigen Videos enthielten jedenfalls genügend Diskussionspotenzial, um die Blogosphäre aufzuwirbeln und Magazine zu Titelgeschichten zu animieren. Gerade die Hits "Video Games" und "Born To Die" hatten mit ihrer kaugummizähen Grandezza aber auch eine würdige Aura, wie es sie bei Shootingstars schon lange nicht mehr zu finden war. Und auch die eigentlich so unwichtigen Nebengeräusche stimmten: Aufgespritzte Lippen und ein Gesicht wie eine Nancy-Sinatra-Reinkarnation. Doch was bleibt davon, wenn man mittels Album die Hosen herunter lassen muss?
Die Antwort ist: Mehr als viele geunkt haben. Zwar sind mit den drei bisher bekannten Singles die Highlights von "Born To Die" genannt, aber das Album als ganzes hält eine Spannung, die es vom Einheitsbrei des schönen Pop abhebt. Zwar tritt auch Lana Del Rey und der Apparat hinter ihr in die R’n’B-Falle ("National Anthem") und gibt sich hin und wieder dann doch zu kitschig (ebenfalls "National Anthem"). Aber insgesamt hält die Inszenierung der Pop-Queen eine surreale Tiefe und Substanz, die Lana Del Rey auch nach ihrem Album interessant machen kann. Vielleicht nicht für die Hipster des World Wide Web, wohl aber für all die, auf die es ankommt, wenn die Hype-Blase erst einmal geplatzt ist.
Sicher ist, dass mit Lana Del Rey eine Sängerin aufgetaucht ist, die wie schon Lady Gaga den Unterschied in den eigentlich so stromlinienförmigen Schemata heutiger Popstars ausmacht. Eine Frau mit Charisma, Widerhaken und einer Inszenierung, die noch Platz für unerwartete und deshalb spannende Querschläger lässt. Das betrifft ihr Auftreten, aber genauso auch ihre Musik. Auf "Born To Die" besteht die noch aus ein paar verschleppten Beats, hymnischen, vergleichsweise ultralangsamen Synthie-Bahnen. Der Gesang, der keineswegs perfekt ist, besitzt zudem einen fantastischen und eigene Imaginationen anregenden Reiz. "Born To Die" ist weit besser als 95 Prozent aller anderen groß angelegten Pop-Alben. Die Platte verschafft Lana Del Rey eine Zukunft, die eben nicht geradewegs ins Dschungelcamp führt.
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Quelle: t-online.de
Falk schrieb:
am 31. Januar 2012 um 12:21:59
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voll daneben
Irgendwie bekommt man das nicht zusammen, ein Lied mit dem Text "Himmel ist ein Platz auf der erde mit Dir", und dann
klingt es aber nach der vollen Depression. So sind si halt die Ammis uns ihre Künstler.
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Hans schrieb:
am 28. Januar 2012 um 12:18:03
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Musikindustrie
So liebe Kinder schaut mal zu der Alten rüber. So sieht jemand aus der Fake ist. Alles Marketing BlaBla. Nichts an der ist
echt. Nicht mal der Gesang siehe Saturday Night Live Auftritt.
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