17.11.2008, 10:44 Uhr | Stefan Moser
Michael Hirte verzauberte das Publikum beim ersten "Supertalent"-Halbfinale. (Foto: dpa)Wenn bei Bruce Darnell die Tränen fließen und Dieter Bohlen ihm anschließend um den Hals fällt, dann sucht Deutschland sein neues "Supertalent". Gestern war es wieder soweit, das erste Halbfinale stand an und entwickelte sich zu einem Abend voller Gefühle. Besonders Michael Hirte bewegte die Zuschauer im Saal und die Millionen vor dem Fernseher. Mit “You Raise Me Up" sorgte er für Tränen beim Publikum und bekam Standing Ovations von Pop-Titan Dieter Bohlen: “Du besitzt so wenig und du gibst uns so viel.“ Es war mal wieder ein kurzweiliger Abend. Es wurde gesungen, gerappt, getanzt und geturnt und die Sendezeit überzogen. Es dauerte bis weit nach Mitternacht, ehe Vanessa Krasniqi, Kelvin Kalvus und der kleine Geiger Lucas Wecker im Finale waren. Erst um 0:32 Uhr kam mit Michael Hirte, der letzte vom Publikum gewählte Kandidat ins Finale.
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Vanessa singt mit ihren 14 Jahren schon wie eine Große. (Foto: dpa)Der kleine Lucas Wecker trat als Teufelsgeiger an und sicherte sich problemlos seinen Platz im Finale. Erst 12 Jahre und schon so perfekt mit der Fiedel. Jury und Zuschauer schmolzen gleichermaßen dahin und lösten so seine Fahrkarte für das Finale. Auch Duri Krasniqi ist gerade mal 12 Jahre alt, und sang sich ins Finale. Bei den Zuschauern fiel er mit seiner wackeligen Stimme zwar durch, doch die Jury hatte ein großes Herz für den kleinen Kriegsflüchtling aus dem Kosovo. Mit ihren 14 Jahren gehört Vanessa Krasniqi da schon fast zu den Erwachsenen. Unglaublich diese Stimme und diese Sicherheit. Wenn man die Augen schloss, hörte man eine erwachsene Frau und nicht ein Kind, das auf dem Sprung in die Pubertät ist. Sie darf jetzt schon als Favoritin für das Finale gelten. Das war Gänsehaut pur. “Ich glaube, dass du mit diesem Auftritt zu einer der besten Sängerinnen in Deutschland geworden bist, und ich glaube, dass du die beste 14-jährige Sängerin bist, die wir in Deutschland haben", so Dieter Bohlen - und der gilt schließlich als Trüffelsau für musikalische Talente.
Kelvin Kalvus brachte das Publikum zum Staunen. (Foto: dpa)Es wurde nicht nur gesungen, es waren die magischen Momente, die für echte Abwechslung sorgten. Allen voran der Mann mit den Kugeln. Kontaktjongleur Kelvin Kalvus schaffte es mit seinen Kugeln einmal mehr, die Zuschauer zum Träumen zu bringen. Er hat sich seinen Platz unter den zehn Finalisten redlich verdient. Schlangenfrau Zlata aus Leipzig präsentierte noch einmal eine faszinierende Show, die beim Tele-Voting leider durchfiel. Unglaublich, was die 24-jährige Mutter mit ihrem Körper alles anstellt. Orthopäden dürfte diese Vorführung wahrscheinlich die Nackenhaare aufstellen, alle anderen bekommen schon vom Hinschauen Rückenschmerzen. Die Männer in Jury und Publikum hätten gerne noch mehr von der gebürtigen Russin gesehen.
Die "Turn-Opas" verpassten den Einzug ins Finale. (Foto: dpa)Das Supertalent war einmal mehr ein buntes Sammelsurium der unterschiedlichsten Auftritte. Da war zum Beispiel der Darmstädter Guiseppe Ruisi, der anders als die meisten Michael-Jackson-Imitatoren nicht nur gut tanzte, sondern auch sang. Bruce: “Heute du bist in mega-große Form. Baby du bist heiß.“ Dieter Bohlen: “Ich glaube, dass du heute besser warst als die Reste, die von Michael Jackson noch existieren.“ Nicht minder beeindruckend die Vorführung von BMX-Artist Chris Böhm. Der Baden-Württemberger stieg zwar zweimal vom Rad ab, präsentierte aber dennoch eine unglaubliche Show. Er scheiterte aber ebenso wie die beiden rüstigen Rentner am Barren. Synchronturner Hans Will mit 73 Jahren und “Jungspund“ Rüdiger Sommer mit 62 Jahren wirkten oft unbeholfen und konnten mit ihrer Kür nicht beim Publikum landen. Respekt hatten sie verdient, aber Sylvie van der Vaart brachte es auf den Punkt: “Für´s Finale reicht das nicht.“ Eine Meinung, die von den Zuschauern geteilt wurde.Stefan Moser
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