14.05.2009, 10:25 Uhr | JW
Im Telefon-Interview mit t-online.de beantwortet Mark Medlock Fragen zum neuen "Superstar" Daniel Schuhmacher, zu Skandalnudel Annemarie Eilfeld und seinem neuen Album "Club Tropicana".
t-online.de: Was hältst du von dem neuen Superstar Daniel Schuhmacher? Ist er nicht ein wenig zu brav?
Mark Medlock: Ich bin da ganz ehrlich, ich finde es nicht gerecht, wenn man jemanden nur nach seinem frechen Auftreten beurteilt. Der Junge ist einen weiten Weg gegangen, wie alle "DSDS"-Sieger und ein bisschen Nervosität gehört da auch dazu. Ich finde ihn sympathisch, er hat zu Recht gewonnen. Er hat eine tierisch geile Stimme. So ein bisschen an Michael Bolton orientiert – das fehlt hier noch in Deutschland. Ich drücke ihm die Daumen.
t-online.de: Welche Tipps kannst du ihm aus deiner Erfahrung heraus mit auf den Weg geben?
MM: Ich kann nur sagen "Hau rein, Daniel". Da gehört nämlich harte Arbeit dazu. Außerdem sollte man auf das hören, was die Leute, wie Manager Volker Neumüller, einem zu sagen haben. Musikalisch ist Daniel cool drauf. Ich fand seinen Auftritt mit Sarah total Gentleman-like. Er mag ja ein bisschen feminin rüberkommen, aber da sag ich immer "Beurteilt die Leute doch nicht nur nach ihrem Auftreten". Ich bin ja auch schwul. Das hat einfach nichts mit der Stimme zu tun. Er hat zu Recht gewonnen. Respekt! Jetzt haben wir endlich unseren „German David Beckham“.
t-online.de: Wäre Annemarie mit ihrem Skandal-Potenzial als Siegerin vielleicht besser gewesen? Wie schätzt du ihre Erfolgschancen ein?
MM: Wenn sich jemand so provokant aus dem Fenster lehnt und weiß, wie man das nutzen kann, dann hat man auch Erfolg. Ich kann nichts Schlechtes über das Mädchen sagen. Anscheinend macht sie alles richtig. Aber das heißt jetzt nicht, dass Daniel letztendlich der Verlierer ist. Er bleibt der Gewinner von "DSDS". Und da kann ich dem Dieter als Experten nur zustimmen: Daniel hat die beste Stimme.
t-online.de: Wie fandest du es, dass die Jury bei Annemaries Ausscheiden gejubelt hat?
MM: Das war total scheiße, richtig hart. Schließlich geht jeder Kandidat auf die Bühne und macht dieselbe knallharte Arbeit. Das war schon heftig. Ich hätte nicht gerne in ihrer Haut gesteckt – auch als die Zuschauer sie immer ausgebuht haben. Das macht man einfach nicht, da muss man doch Respekt zeigen.
t-online.de: Die Stimmung unter den Kandidaten war in dieser Staffel extrem schlecht. Woran lag das deiner Meinung nach?
MM: Ich denke, die waren einfach alle recht jung und haben bei "DSDS" die Erfahrung gemacht, dass man mit den Ellbogen kämpfen muss. Und das ist auch richtig so. Während meiner Staffel war ich ein "altes Haus" und schon selbständig. Die Jüngeren haben noch die Wäsche gebügelt bekommen, weil die noch nicht mal die Waschmaschine bedienen konnten. Das war auch so etwas, wo ich dachte, dass ich gleich einen Lagerkoller bekomme.
t-online.de: Warum, glaubst du, kommen in Deutschland immer so schräge Vögel wie Holger oder Benny bis in die Mottoshows?
MM: Das find ich cool, dass Deutschland das zulässt, dass manchmal auch schräge Vögel so weit kommen. Ich fand den Holger so süß, wie er immer auf der Bühne abgezappelt hat. Er hat so viel dazugelernt und mitgenommen für sich persönlich. Der wird auch die nächsten 20 Jahre noch strahlen. Es heißt ja nicht, dass man als schräger Typ nicht singen kann.
t-online.de: Du findest also schon, dass ‚DSDS’ noch ein Gesangswettbewerb ist? Oder liegt der Hauptaspekt auf der Show?
MM: Beides! Man sieht ja an Daniel, dass gute Stimmen gewinnen. Aber man lässt eben auch den schrägen Kandidaten ihre Chance.
t-online.de: Wenn man auf alle ‚DSDS’-Sieger zurückblickt, bist du ja derjenige, der am meisten Erfolg mit seiner Musik hat und auch in den Medien noch präsent ist. Woran liegt das?
MM: Weil ich den Bohlen an meiner Seite habe. Und daran, dass ich ihm tierisch treu bin. Ich kann mich bei ihm mit meiner Musik richtig entfalten. Andere haben das nicht so leicht. Man muss auch die ganze Musikwelt erst kennenlernen. Man hört zehntausende Meinungen und muss letztendlich zu seiner eigenen finden. Und das ist auch wichtig, schließlich steht man auf der Bühne alleine und singt.
t-online.de: Gerade ist deine neue Single „Mamacita“ erschienen, dein Album kommt auch bald. War es schön, wieder mit Dieter im Studio zu sein?
MM: Schön, dass du mich das fragst – es war tierisch. Im Studio waren nur wir beide zusammen und der Dieter versucht immer, mir alles Recht zu machen, und lässt mich meine Musik machen. Was mich immer aufregt, ist, wenn die Leute sagen, sie finden das nicht gut, wenn Dieter bei meinen Songs mitquietscht. Aber das hat Deutschland nicht zu entscheiden. Letztendlich ist das meine Musik. Mit dem neuen Album hat er mich permanent zum Hüftschwung herausgefordert. Das ist ein tierisches "fucking Album" - im positiven Sinne. Ich habe im Leben noch nie so schnell meine Texte gelernt.
t-online.de: Und was können wir vom neuen Album erwarten?
MM: Da habe ich mir endlich einen Wunsch erfüllen lassen: Dieter hat „Summertime“ von Sam Cooke total "umgepimpt" – das ist mein absoluter Sommerhit. Sowieso hat der Dieter mich total überrascht, ich war ganz baff, welche Rhythmen und Sounds er verwendet hat. Das war etwas völlig Neues. Dieter hat sich selbst übertroffen. Die Fans werden sich freuen!
t-online.de: Jetzt noch mal was ganz Anderes: Wie siehst du unsere Chancen beim Grand Prix?
MM: Ich drück den beiden ganz fest die Daumen. Ich hoffe, dass das nicht nach hinten losgeht, sondern Deutschland den ersten Platz macht – oder zumindest den dritten oder vierten. Aber bei dem heißen Hüftschwung, den der Kerl (Sänger Oscar Loya, Anm. d. Red.) da oben hinlegt…
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