21.06.2011, 16:37 Uhr | dpa / LS
Polizeiruf 110 "Im Alter von...": Oberleutnant Peter Fuchs (Peter Borgelt) spricht mit der schockierten Mutter des Mordopfers. (Foto: ARD)
Ein Mitropa-Lehrling bringt in der DDR drei Jungen um. Der Fall ist die Vorlage für eine Folge der Krimireihe "Polizeiruf 110". Doch die DDR-Machthaber verbieten den Film 1975. Jetzt zeigt der MDR (23. Juni, 20.15 Uhr) den Streifen zum ersten Mal und mit synchronisiertem Ton unter dem Titel "Im Alter von...".
Ein Krimi um den Krimi: Durch Zufall werden nach der Wende unter der Kellertreppe eines Kopierwerks verstaube Filmbüchsen mit brisantem Inhalt entdeckt. Wie sich herausstellt, handelt es sich um das Material für eine Folge der Krimireihe "Polizeiruf 110", die 1975 von den DDR-Oberen verboten wurde. Das Filmmaterial mit dem Arbeitstitel "Am hellerlichten Tag", entstanden unter der Regie von Heinz Seibert, sowie alle Aufzeichnungen, der Rohschnitt und die Drehbuchexemplare sollten nach dem Willen der sozialistischen Machthaber vernichtet werden. Doch durch einen glücklichen Zufall entging das stumme Kameranegativ der angeordneten Vernichtung. Und 2009 wurde eine Kopie des Drehbuchs gefunden.
Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) ließ das Filmmaterial unter der Regie von Hans Werner rekonstruieren und eine Synchronisation anfertigen, da die originale Tonspur verlorengegangen war. So ist als Oberleutnant Peter Fuchs nicht Darsteller Peter Borgelt (1927 - 1994) zu hören, sondern die Stimme von Oliver Stritzel. Der 1993 verstorbene Schauspieler Jürgen Frohriep wird als Oberleutnant Jürgen Hübner von Andreas Schmidt-Schaller ("Soko Leipzig" und früher selbst "Polizeiruf"-Kommissar) synchronisiert. Und Major Wegner (Stanislaw Zaczyk) wird von Jaecki Schwarz gesprochen, der seit 1996 in der Krimireihe als Ermittler Herbert Schmücke in Halle auf Verbrecherjagd geht.
Die Vorlage für das Drehbuch in der DDR war eine Mordserie, die zwischen 1969 und 1971 eine der bis dahin größten Polizeiaktionen in Ostdeutschland auslöste. Ein zur Tatzeit minderjähriger Mitropa-Lehrling hatte drei Jungen auf brutale Weise ermordet. Der Fall selbst wurde nicht verfilmt, aber ein Verbrechen an einem Jungen - um damit die Menschen in der DDR über Sexualstraftaten aufzuklären, wie es beim MDR heißt. Den Programmverantwortlichen des DDR-Fernsehens war das Drehbuch von Dorothea Kleine aber zu nah an der Realität. Zeigte es doch ein Verbrechen, das es in der DDR nicht geben sollte. Zwar schrieb Regisseur Seibert eine Neufassung und veränderte den Fall so, dass er nicht mehr an die authentische Vorlage erinnerte. Dennoch wurden die Dreharbeiten kurz vor dem Ende unerwartet und ohne Nennung von Gründen abgebrochen. Heinz Seibert durfte keine Filme mehr drehen.
Die Hintergründe für diese ominösen Vorgänge rund um die Polizeiruf-Folge "Im Alter von..." arbeitet der MDR in einer Dokumentation zum Thema 40 Jahre "Polizeiruf 110" im Anschluss an den Film auf. Die DDR-Oberen befürchteten einen Skandal in den westlichen Medien, denn ein Journalist hatte herausgefunden, dass der tatsächliche Täter von einem Gericht zum Tode verurteilt worden war, obwohl er zum Zeitpunkt der ersten Morde nicht volljährig war. Laut MDR fand sich im Deutschen Rundfunkarchiv eine Notiz des damals für die Reihe verantwortlichen Chefdramaturgen Lothar Dutombé. Er vermerkte am 04.04.1975, dass nach Anweisung des MDI (Ministerium des Innnern, Anm. d. Red.) der Film so nicht gesendet werden dürfe.
Der Jubiläums-"Polizeiruf" zum 40. Geburtstag der beliebten Krimireihe ist dann am Sonntag (26. Juni, 20.15 Uhr) in der ARD zu sehen. In "Die verlorene Tochter" gibt Kriminalhauptkommissarin Olga Lenski (Maria Simon) ihr Debüt. Gemeinsam mit Polizeihauptmeister Krause (Horst Krause) ermittelt sie in einem Fall um ein verschwundenes Kind und einen entflohenen Häftling.
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Quelle: dpa , t-online.de
Juergen schrieb:
am 22. Juni 2011 um 10:23:49
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Wer jetzt noch nach
der Todesstrafe ruft, sollte sich vergewärtigen, wieviele Hingerichtet wurden, deren Unschuld sich später erwies. Ich
will nicht auf den Knopf drücken oder den Hebel ziehen im Bewusstsein, einen vielleicht Unschuldigen zu richten. Die Justiz ist nicht unfehlbar, also lieber einen Schuldigen nicht bestrafen als einen Unschuldigen hängen. Kapiert, ihr ach so Gutmenschen??!!
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Opa schrieb:
am 21. Juni 2011 um 21:37:10
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Tatort
Da geht es um Hagedorn aus Eberswalde ,der in der dortigen Mitropa Lehrling war.Ich ging zur damaligen Zeit in Ebw.zur Schule und kann
mich noch gut an das Geschehen erinnern.
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Torschusss schrieb:
am 21. Juni 2011 um 18:58:20
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Todesstrafe
Würde ich auch wieder einführen, man spart enorm an Steuergeldern, wenn man dieses Viehzeug nicht jahrzehntelang durchfüttern
muss, man müsste die Gefängnisse nicht ausbauen.....und auch so wäre das Übel an der Wurzel gepackt!
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