20.11.2011, 10:20 Uhr | dpa/sgü
Sie war Hollywoods Königin der Romanzen: Mit "Harry und Sally" und "Schlaflos in Seattle" eroberte Meg Ryan die Herzen der Zuschauer. Mit 50 Jahren sucht die Schauspielerin nicht mehr das Happy End. Im Gegenteil. Sie hat hart daran gearbeitet, ihr Image als Hollywoods Sweetheart los zu werden. In der bissigen Thriller-Komödie "Serious Moonlight" (2009) fesselt sie den untreuen Ehemann (Timothy Hutton) aus Rache an einen Stuhl. In "Die Promoterin" (2004) schlägt sie sich als weibliche Boxmanagerin durch. In dem Erotik-Thriller "In the Cut" (2003) lässt sie als gefrustete Literaturprofessorin für eine abgründige Affäre die Hüllen fallen und spielt mit Sex und Tod. In unserer Foto-Show sehen Sie neue und alte Bilder der erfolgreichen Schauspielerin.
So lobenswert Meg Ryans Bestreben ist, durch ernste und eher sperrige Rollen ihr Image des "netten Mädchens von nebenan" abzustreifen, so bizarr und befremdlich ist allerdings ihr offensichtliches Streben nach ewiger Jugend. Kaum eine andere Schauspielerin sieht so stark gebotoxt und operiert aus wie sie. Dabei hätte sie mit ihrem Talent und ihren zahlreichen Filmerfolgen ein derart verzweifeltes Festhalten an jugendlichem Sex-Appeal gar nicht nötig.
Ausgerechnet mit einem gespielten Orgasmus hat sie Kino-Geschichte geschrieben. In der Komödie "Harry und Sally" (1989) war Meg Ryan erstmals in ihrer Paraderolle zu sehen: Sie war das hübsche, naive, ein wenig biedere, aber sehr lustige Mädchen von nebenan, dass auf vielen Umwegen endlich ihren Mr. Right findet.
In "Schlaflos in Seattle" (1993) und "E-mail für Dich" (1999) verdrehte sie mit diesem perfekten Mix aus "sexy" und "drollig" Tom Hanks den Kopf. In "French Kiss" (1995) half ihr Tunichtgut Kevin Kline dabei, sich selbst zu finden und sich von falschen Träumen zu verabschieden. Die Filme waren allesamt Kassenknüller: Prompt schnellten ihre Gagen in den 90ern auf 15 Millionen Dollar pro Film hoch.
Aber schon damals wollte sie nicht immer nur das brave Blondchen sein. In dem Familiendrama "When a Man Loves a Woman" (1994) spielte Ryan eine trinkende Mutter, vom Beruf gestresst und vom Ehemann (Andy Garcia) nicht verstanden. Zwei Jahre später mimte sie in dem Kriegsfilm "Mut zur Wahrheit" eine Hubschrauber-Pilotin, die im Golfkrieg ums Leben kommt. In der frechen Komödie "In Sachen Liebe" (1997) geht es zwar wieder um Männer und Liebe, aber als neurotische New Yorkerin Maggie ist sie eher hart statt herzlich.
Schon in der High-School wurde Ryan zur "hübschesten Schülerin" gekürt. Trotzdem kam sie nicht auf die Idee, Schauspielerin werden zu wollen. Sie zog aus dem heimatlichen Connecticut nach New York, um dort Journalismus zu studieren. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie mit kleinen Werbespots. Darauf folgten Fernsehauftritte und mit 20 Jahren die erste Kinorolle. In "Reich und berühmt" gab Ryan als Leinwand-Tochter von Schauspielerin Candice Bergen ihr Debüt.
Nach dem Fliegerdrama "Top Gun" (1985), in dem sie die Frau eines Piloten spielt, wurde Steven Spielberg auf Ryan aufmerksam. Er produzierte damals "Die Reise ins Ich" (1987). Am Set lernte Meg Ryan ihren Filmpartner Dennis Quaid kennen und lieben. Ein Jahr später drehten sie den Mord-Thriller "D.O.A. - Bei Ankunft Mord" und 1991 traten sie vor den Traualtar. Ihr Sohn Jack wurde im folgenden Jahr geboren. Das Glück für Hollywoods Sweetheart schien perfekt, es hielt fast zehn Jahre an.
Die Trennung kam im Jahr 2000, nachdem Ryan eine Affäre mit "Gladiator" Russell Crowe begonnen hatte. Kein Wunder, dass es in dem spannenden Kidnapping-Drama "Lebenszeichen" (2001) zwischen Crowe und Ryan auch auf der Leinwand kräftig knisterte. Ihre Ehe sei da aber schon kaputt gewesen, sagte die Schauspielerin später. Quaid wurden Affären und Drogenkonsum nachgesagt.
Als Single-Mom adoptierte Meg Ryan ein kleines Mädchen aus China. Erst 2008 kehrte sie in der romantischen Frauenkomödie "The Women - Von großen und kleinen Affären" als betrogene Society-Ehefrau auf die Leinwand zurück. Auch in ihrem nächsten Film hat sie mit Männern wieder Pech. Gerade das mag der reiferen Charakterdarstellerin gefallen. Das geplante Drama "Long Time Gone" dreht sich um eine kaputte Familie aus der Vorstadt, die auseinanderzubrechen droht, als die vielen Affären des Ehemannes die Mutter (Meg Ryan) an den Rand eines Nervenzusammenbruchs treiben.
Die Schauspielerin hat noch viele Pläne. Erst im Frühsommer dieses Jahres gab sie bekannt, dass sie erstmals bei einem Spielfilm Regie führen möchte. Die geplante Drama-Komödie "Into the Beautiful" dreht sich um ein Wiedersehen alter Freunde, ähnlich wie der Kultfilm "Der große Frust" (1983). Wir sind gespannt darauf, wie sie sich hinter der Kamera macht.
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Quelle: dpa
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