12.12.2011, 13:48 Uhr | dpa
Samuel Koch spricht mit Hape Kerling bei "Menschen 2011" über seine Trauer, seine Fassungslosigkeit, aber auch seine Hoffnung. (Quelle: dpa)
Fast genau ein Jahr ist es her, dass Samuel Koch bei "Wetten, dass.." so folgenreich stürzte. Seither ist der 24-Jährige an Armen und Beinen gelähmt. Bei dem am Freitag aufgezeichneten ZDF-Jahresrückblick "Menschen 2011" spricht er mit Hape Kerkeling über sein jetziges Leben.
"Ich will auf jeden Fall irgendwie weiter machen und nicht stehen bleiben - und aktiv sein", sagt er und erzählt von seinen Plänen, seine alte Schauspielschule in Hannover wieder zu besuchen. Am Fecht-, Reit- und Tanzunterricht könne er zwar nicht mehr teilnehmen, aber mit seinen Dozenten suche er nach Alternativen. Gerade hat er eine Orientierungswoche hinter sich. "Es ist ein Experiment", sagt er.
Jedoch kann er auch nach diesen langen Monaten die Auswirkungen seines tragischen Unfalls immer noch nicht fassen: "Ich kann mich leider noch nicht so ganz mit meinem Körper identifizieren", sagt er. "Ich fühle mich schon unwohl, wenn ich allein in meinem Zimmer bin, mit dem Körper zusammen." Darum stehe er - der Schauspielschüler und ehemalige Hobbyturner - heute eigentlich nicht mehr gerne in der Öffentlichkeit.
Der Unfall habe für ihn vor allem eins bedeutet: einen Sturz "von 120 auf minus 10". Was das heißt, zeigt sich an einer kleinen Episode: Als sich alle Teilnehmer der ZDF-Sendung zum Schluss zu einem gemeinsamen Foto versammeln sollen, steht Samuel Koch im Flur, eine blonde junge Frau steht hinter seinem Rollstuhl. Ein Mitarbeiter ruft ihr über Samuels Kopf hinweg zu: "Wir brauchen den Samuel noch mal." Samuel selbst spricht er gar nicht erst an.
"Für jeden ist es schrecklich, seinen Körper zu verabschieden, und ja, für mich ist es irgendwie noch ein Stück härter, gerade wegen der bewegungsreichen Vergangenheit", sagt Samuel Koch. Heute kann er seinen Kopf und die Schultern bewegen und - so heißt es in einem Filmbeitrag beim Jahresrückblick - mit leichtem Antippen der Räder seinen Rollstuhl steuern. "Von den Vitalfunktionen bin ich auf jeden Fall wesentlich fitter geworden. Ich kann nach wie vor spontan atmen und sprechen, was ich sonst nicht konnte", sagt er. "Die Halswirbel scheinen sich auch zu bessern."
Über die ungeheure Kraft des jungen Mannes ist viel geredet und noch mehr geschrieben worden - auch darüber, dass er viel davon aus seinem Glauben zieht. Er wisse, dass er nie allein sei, sagt Samuel Koch auch bei Kerkeling. "Das gibt mir Kraft und Mut und Zuversicht und deshalb macht Selbstmitleid nicht so viel Spaß." Und noch eins habe ihm sehr geholfen: die Anteilnahme der Bevölkerung. "Ich freue mich eigentlich täglich noch über Post und ehrliche Anteilnahme. Das hat mich ein Stück weit schon auch durchgetragen. Es ist schon ein kleines Privileg - im Vergleich zu Zimmernachbarn oder so."
Hinter der Bühne trifft Samuel Koch auf Joachim "Blacky" Fuchsberger. Der 84-Jährige, der zuvor mit Kerkeling über den Tod seines Sohnes gesprochen hat, beugt sich über den 60 Jahre Jüngeren und drückt ihm einen Kuss auf die Wange. "Junge, was habe ich mit Dir gelitten", sagt er. Und: "Ich wünsche Dir von Herzen alles, alles Gute."
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dpa
siggi schrieb:
am 13. Dezember 2011 um 06:51:26
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(9)
Samuel Koch
ich kann den Namen nicht mehr hören! Millionen Menschen sind durch Unfälle zu Krüppeln geworden,sollen die auch alle im
Fernsehen auftreten. Er alleine hat seine Gesundheit aufs Spiel gesetzt und aus diesem Grund kann er kein Mitleid erwarten,jedenfalls von mir nicht.
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Winnie schrieb:
am 12. Dezember 2011 um 18:57:39
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Samuel Koch
So bedauerlich sein Unfall auch war, aber es muß auch mal langsam gut mit dem Thema sein. Tagtäglich verunglücken Menschen
schwer und über diese Schicksale berichtet keiner.
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Andere schrieb:
am 12. Dezember 2011 um 16:20:37
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(12)
Menschen
liegen schwerstkrank im krankenhaus und hoffen auf ein Wunder. Warum wird nicht über diese Menschen berichtet? Warum wird nicht
denen geholfen die Hilfe nötiger haben und warum wird Samuel Koch so vorgeführt? Reine Geldmacherei.
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