Michelle Bowers ersetzte Vanessa, aber es sollte nicht reichen, um weiter zu kommen. (Foto: RTL)Was ist nur los bei DSDS, es war gestern die Erste von acht Mottoshows und schon herrschte ein Zickenkrieg wie man ihn in den bisherigen 5 Staffeln noch nicht erlebt hatte. Da verkam die Abwahl von Michelle Bowers fast zur Nebensache. Was war passiert? Am Freitag war Vanessa Civiello mit den Worten ausgestiegen: “Ich glaube das die Show zu hart für mich ist.“ Vorwürfe wurden laut, wonach Annemarie Eilfeld ihr die Idee mit dem “Kleider vom Leib reißen“ für die Show am Samstag geklaut hatte. Die Blondine bestritt den Vorwurf natürlich und schoss dann ihrerseits einen Giftpfeil gegen Cornelia Pratzelsberger, die Frau mit der Harfe, ab: “Ich würde nie auf die Bühne gehen mit einem Riesen-Dekolleté wo dir fast die Glocken oben raus fallen, da würde ich mich fühlen wie eine Pornonutte.“ Michelle Bowers war über Nacht in die erste Motto-Show zurück gekehrt. Die 16jährige leidet seit ihrer Kindheit unter Rheuma. Mit 1 ½ Jahren lag sie deswegen sogar 17 Tage im Koma. Selbst diese ernste Krankheit wurde von Cornelia Patzelsberger für eine verbale Attacke genutzt: “...da ist natürlich ein 16jähriges Mädchen mit ´ner Riesenstory im Hintergrund viel interessanter als ich.“ Eine Woche im “DSDS“-Haus und schon brennt die Hütte. Wo soll das nur hin führen?
Fast zu Nebensache geriet bei dem Zickenzoff die Abwahl der ersten Kandidatin. Sarah Kreuz war die Erste, die wie erwartet den Sprung in die nächste Runde schaffte. Es folgte Vanessa Neigert, ebenfalls ohne Probleme waren Dominik Büchele, Holger Göpfert, Daniel Schuhmacher und Cornelia Patzelsberger. Als Wackelkandidaten wurden Nachrückerin Michelle Bowers, Benny Kieckhäben, Mark Jentzen und Annemarie Eilfeld nominiert. Am Ende fiel die Entscheidung zwischen Michelle und Benny. Die Nachrückerin musste gehen. Eigentlich war sie ja schon am letzten Samstag ausgeschieden, doch dann wurde sie am Freitagabend als Nachrückerin nominiert. Es war eine Superchance für Michelle, allerdings eine Chance ohne Vorlauf. Quasi von Null auf Hundert aus dem Stand. Während die anderen die ganze Woche an ihrem Auftritt feilen konnten, musste Michelle sich quasi über Nacht auf den Auftritt vorbereiten. Eine schwierige Aufgabe, die Michelle bravourös meisterte. Es reichte am Ende leider nicht ganz.
Auch Mark Jentzen war in der letzten Woche eigentlich schon ausgeschieden, doch dann ließ ihn die Jury um Dieter Bohlen doch noch weiter in die erste Motto-Show. Eine gute Entscheidung, denn der Schock zeigte Wirkung, Mark präsentierte sich trotz Stimmbandentzündung diesmal deutlich stärker. Überzeugend konnte auch Cornelia Patzlsberger. Wie immer an der Harfe zupfend, spielte und sang sie "Mercy" von Duffy. Die älteste Frau unter den Top Ten hatten während der Castings allerdings noch nicht viele auf der Rechnung. Für Juror Volker war es der beste Auftritt des Abends, dafür fiel sie ihm dann erst mal direkt um den Hals. Top-Favorit Daniel Schuhmacher zeigte einmal mehr seine Schokoladenseite, eine Stimme wie Samt und Seide! Dabei gehört “If You Don´t Know Me By Now“ von Simply Red zu den ganz schweren Titeln. Dominik Büchele hatte in der letzten Show versprochen keinen Song mehr von James Blunt zu singen. Er hielt Wort, doch irgendwie klang “Imagine“ von John Lennon als hätte es James Blunt gesungen. Schön war es trotzdem. Schon während des Auftritts gab es stehenden Applaus für Sarah Kreuz. Sie präsentierte von allen Frauen einmal mehr den besten Auftritt des Abends.
Benny Kieckhäben versuchte gestern die sehr schwierige Nummer “So Sick“ vom Amerikaner Ne Yo und präsentierte sich dabei überraschend gut. Nachdem er bisher nur mit Frauentiteln punkten konnte, eine annehmbare Premiere. Vanessa Neigert blieb bei den Frauentiteln, machte dafür aber gestern einen gewaltigen Zeitsprung. Nachdem sie bisher nur 50er und 60er Jahre Lieder sang, wagte sie sich gestern an Marianne Rosenberg´s “Er gehört zu mir“. Ein Song aus dem Jahr 1975, der allerdings ziemlich in die Hose ging. Wer jetzt immer noch behauptet, dass sie singen kann, sollte sein Hörgerät nachjustieren.
Für Holger Göpfert hatten die Fans ein Plakat mit der Aufschrift: “Holger, unser local Hero" - es wird wohl beim Lokalhelden bleiben. Dabei hatte er in der letzten Woche noch seine Traumfrau Miriam Wimmer getroffen. Die TV-Frau und "Jungfrau Holger", das passt ungefähr so gut zusammen wie die Rockgruppe Kiss und ein Jazzalbum. Um es abzukürzen: Er wird Jungfrau bleiben und singen hat er in der letzten Woche auch nicht gelernt. Sein Auftritt erinnerte an Rumpelstilzchen auf Drogen. Man fragt sich natürlich wie er ausgerechnet darauf kommt einen Titel von Freddy Mercury zu singen. Wie er da auf der Bühne zuckte, wunderte man sich, dass kein Arzt eingriff. Dieter Bohlen: “Dein Auftritt hatte ja ein bisschen was von einem afrikanischen Paarungstanz.“ Juror Volker Neumüller setzte noch einen drauf: “Dein Auftritt sah aus als wenn ein Walldorfschüler seinen Namen tanzt.“ Dem war nichts hinzu zu fügen.