09.05.2008, 13:08 Uhr | dpa/JW/SKO
Franjo Pooth musste sich vor Gericht behaupten. (Foto: imago)Neue Ungereimtheiten in der Finanz-Affäre um Franjo Pooth: Wenige Monate vor dem Insolvenzantrag für seine Firma "Maxfield" soll Franjo Pooth ein auf drei Millionen Euro geschätztes Privatgrundstück an seine Frau Verona übertragen haben. Ein Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft bestätigte diese Information des Nachrichtenmagazins "Focus". Ursprünglich habe das Grundstück wohl als Sicherheit für Kredite für "Maxfield" dienen sollen - dann allerdings habe Pooth es übertragen. Trotzdem sieht die Staatsanwaltschaft keinen Anlass für Ermittlungen, da es sich dabei nicht um Firmenvermögen gehandelt habe. Die Grundstücks-Überschreibung sei aber Ende August 2007 erfolgt, also zu einem Zeitpunkt, als Pooths Unternehmen nach Angaben des Insolvenzverwalters bereits überschuldet gewesen sei. Zudem soll der Ehemann von Werbe-Ikone Verona Pooth für Bankkredite auch selbstschuldnerisch gebürgt haben. Ob die Übertragung zivilrechtlich angegriffen werden kann, ist bisher noch unklar.
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Gläubiger bekommen nur Bruchteil ihres Geldes
Zuletzt war bekannt geworden, dass die Gläubiger - vor allem Banken, Geschäftspartner und ehemalige Mitarbeiter der insolventen Firma "Maxfield" - allenfalls einen Bruchteil ihres Geldes bekommen. 461 Gläubiger hätten Forderungen von fast 27 Millionen Euro angemeldet. Nach vorläufiger Prüfung seien davon gut 19 Millionen Euro berechtigt. Damit ist das Ausmaß der Pleite größer als bislang angenommen. Von jeweils geforderten 100 Euro werden die Gläubiger nach derzeitigem Stand gerade einmal 37 Cent wiedersehen. Zu dem Gläubigertreffen waren nur rund 15 Antragsteller erschienen, Franjo Pooth selbst hatte sich von seinem Anwalt vertreten lassen. Dass der 38-Jährige ungeschoren davonkommt, ist allerdings sehr fraglich. So sagte Kay Biekers, Insolvenzexperte der WDR-Sendung "Der Grosse Finanzcheck", im Interview mit t-online.de, dass Pooth wegen Insolvenzverschleppung eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren drohen könne. Pooth sei allerdings nicht vorbestraft, weshalb eine empfindliche Geldstrafe hier eher zur Anwendung käme. Ob Verona Pooth in den Sog der Insolvenz gerät, ist unwahrscheinlich. Sie habe "keine Verpflichtungserklärungen" gegenüber den Gläubigern abgegeben, sagte Insolvenzverwalter Bremen.
Staatsanwaltschaft ermittelt weiter
Die Staatsanwaltschaft ermittelt unterdessen weiter gegen Herrn Pooth wegen Erpressung und Insolvenzverschleppung. Vermutlich sei "Maxfield" bereits seit Mitte 2007 reif für die Insolvenz gewesen, berichtete Bremen. Er soll Kredite mit teuren Geschenken an Bankmanager erschlichen haben. Der Chef und ein Vorstand der Düsseldorfer Sparkasse waren deswegen fristlos entlassen worden. "Maxfield" habe in den Jahren 2006 und 2007 erhebliche Verluste verbucht und sei bilanziell überschuldet gewesen. Für eine Fortführung des Unternehmens sehe er keine Chance, sagte der Insolvenzverwalter. Die Ursache für die Pleite hänge mit der Unternehmensleitung und den Schwierigkeiten des Marktes zusammen. Pooth selbst sei dabei nicht als Manager, sondern eher als Designer und Entwickler bei "Maxfield" tätig gewesen.
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dpa/JW/SKO
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