12.09.2011, 07:58 Uhr | dapd / dpa / AFP
Günther Jauch (Quelle: dapd)
Nur noch wenige Stunden, bis sich der Vorhang für Günther Jauchs neue Polit-Talk-Sendung hebt. Und der Moderator hat vor der Premiere in der ARD heute Abend (21.45 Uhr) ganz schön Lampenfieber. "Vor der nächsten 'Wer wird Millionär'-Sendung, da bin ich locker, aber vor dieser Sendung und vor der Aufgabe bin ich ganz und gar nicht locker", sagte der 55-Jährige der Zeitschrift "TV Spielfilm".
Jauch macht den zehnten Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 und den anschließenden Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr zum Thema seiner Premierensendung. Nach den jüngsten kritischen Veröffentlichungen des "Spiegel" stellt Jauch die Frage, "War es richtig, in den Krieg zu ziehen?", wie die ARD mitteilte. Die Mutter eines in Afghanistan getöteten Soldaten wird dabei auf Ex-Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) treffen, außerdem zählen US-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann, Autorin Elke Heidenreich, Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner und Marcy Borders, eine Überlebende der Anschläge auf das World Trade Center sowie der Autor Jürgen Todenhöfer zu der Runde. Eine bunte Mischung, aber vor allem auch ein sicheres Thema: Während sich zuletzt Talkshows schwer taten, die Schuldenkrise der Euro-Länder verständlich zu erklären, lässt sich die Frage nach Sinn oder Unsinn des Afghanistan-Einsatzes klarer mit Ja oder Nein beantworten.
Für Jauch ist die Sendung ein Wagnis. Denn nicht nur vor der Kamera will der ehrgeizige TV-Mann reüssieren. Auch hinter den Kulissen muss es mit der Sendung, die er selbst produziert, klappen. Das hänge auch mit der Erwartungshaltung zusammen. Er werde vielleicht nicht so nett zu seinen Gästen sein wie in seinen anderen Sendungen. "Die Leute werden mich in einer anderen Rolle sehen, die wird nicht allen gefallen." In Jauchs Runde stehen fünf Sessel - sie sind hellbraun und mit einer Nackenrolle ausgestattet. Ein paar Schritte rechts davon befinden sich drei rote Sessel, auf denen bis zu zwei zusätzliche Gesprächsteilnehmer, die erst einmal alleine zu Wort kommen sollen, mit dem Moderator Platz nehmen dürfen.
Der Publikumsliebling dämpfte in den vergangenen Tagen die "übernatürliche Erwartungshaltung". Er glaubt, dass es einige Zeit dauern wird, bis die Redaktion und er wüssten, was noch verbessert werden könnte. Er bittet um Geduld: "Lassen Sie die Sendung doch erst einmal laufen." Was er natürlich nicht will, ist, die Millionen Zuschauer vergraulen, die sich auf dem traditionellen Sendeplatz nach dem ARD-Sonntagskrimi bisher immer "Anne Will" angesehen haben. Deswegen sieht er es auch als unsinnig an, "auf diesem Sendeplatz Experimentalfernsehen zu machen". Seine Sendung werde eine politische Gesprächsrunde im weitesten Sinn sein und sein Ziel sei es, dass der Zuschauer klüger aus der Sendung herausgehe als er vorher war.
In der Realität könnte ein solches Projekt auch enttäuschend enden. Denn eine Übersättigung des Publikums mit Gesprächsrunden ist nicht auszuschließen. Jauchs vier ARD-Mitstreiter im Talkerreigen mussten bei ihren Premieren nach der Sommerpause zum Teil ernüchternde Zahlen schlucken. Während Sandra Maischberger und Reinhold Beckmann in ihren ersten Sendungen auf ihren neuen Sendeplätzen noch verkraftbare Einbußen bei ihren Zuschauerzahlen hinnehmen mussten, fielen diese bei Frank Plasberg und vor allem bei Anne Will schon deutlicher aus.
Jauch wird sich auch an sich selbst messen müssen: Seine Nachsommer-Premiere mit dem RTL-Klassiker "Wer wird Millionär?", den er weiter moderiert, sahen am Montagabend immerhin 6,22 Millionen Zuschauer. Die Anschlusssendung, die erste Ausgabe der Reihe "Undercover Boss", lag um 21.15 Uhr dann immer noch bei mehr als fünf Millionen Zuschauern. In diesen Fällen - so zeigen die Quoten - bemerkte das Publikum sehr wohl das Ende der Sommerpause. Dennoch: Kurzfristige Gesichtspunkte und Quotendiskussionen spielen bei der ARD und Jauch wohl kaum eine Rolle: Der Hoffnungsträger mit Wohnsitz Potsdam hat sich jedenfalls mit dem gebührenfinanzierten Sendersystem auf eine Dauer von drei Jahren geeinigt.
Vielleicht bringt Jauch mit einer starken Vorstellung am Sonntag auch seine ARD-Kollegen zu Wochenbeginn in Schwung. Doch sollte das Experiment Talk nicht klappen, wird das Thema Vorabend - als zweites Feld der ARD-Programmoffensive - im Herbst und Winter zur echten Nagelprobe. Denn da sollen ein Haufen neuer Krimiserien und Thomas Gottschalks tägliches Magazin dem Ersten ebenfalls neuen Glanz bringen.
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Quelle: AFP , dpa , dapd
Nervensäge schrieb:
am 12. September 2011 um 21:36:55
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GENERVT
Damit ist alles gesagt!
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Gela schrieb:
am 12. September 2011 um 00:54:47
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G. Jauch
hat seine Sache sehr gut gemacht!!!!!!!!!
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Marlies Haffner schrieb:
am 11. September 2011 um 23:11:28
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Talk-Jauch
Die Sendung war trotz des tragischen Ereignisses sehr sachlich und kompetent von Herrn Jauch durch das Thema geführt. Die
anwesenden Personen ließen jeden aussprechen, ich fand die Sendung sehr gut. Es gab keine Zwischenrufe, jeder konnte seine Meinung klar und deutlich ausdrücken. Ich freue mich auf die nächste Sendung und das nächste interessante Thema.
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