25.01.2011, 11:25 Uhr | dpa
Niki Lauda: Schwulen-feindliche Äußerungen sorgen für Eklat. (Foto: Imago)
Nach der Aufregung in Österreich um die Teilnahme eines Männerpaares an der ORF-Tanzshow "Dancing Stars" reagierte die Homosexuellen Initiative Wien (HOSI) fassungslos - und lud den Ex-Rennfahrer Niki Lauda kurzerhand zum Schwulenball ein. Der prominente Fluglinienunternehmer empörte sich öffentlich über die "schwule Tanz-Nummer" und forderte einen Stopp der Sendung. "Ich bin empört, dass sich der öffentlich-rechtliche ORF, der ja von unser aller Gebühren finanziert wird, aus reiner Quotengeilheit dafür hergibt, schwules Tanzen zu propagieren", sagte Lauda in einem Interview mit der Zeitung "Österreich". Verbände und Parteien kritisierten den 61-Jährigen daraufhin für seine schwulenfeindlichen Aussagen.
Jetzt will der Vorsitzende der Homosexuellen Initiative Wien (HOSI) den Ex-Rennfahrer von der Unsinnigkeit seiner Aussagen überzeugen: "Wenn Niki Lauda behauptet, dass nirgendwo ein Mann mit einem Mann tanze, in keiner Disco, auf keinem Ball, dann lässt sich das leicht widerlegen: zum Beispiel durch den Wiener Regenbogenball, der dieses Jahr bereits das 14. Mal stattfindet - heuer sogar erstmals in der Hofburg und unter dem Ehrenschutz von Bundespräsident Heinz Fischer. Wir laden Niki Lauda ein, am 12. Februar zum Ball in die Hofburg zu kommen und sich davon zu überzeugen, in welch stimmungsvoller Atmosphäre Lesben und Schwule gemeinsam mit Heterosexuellen als gleich- und verschiedengeschlechtliche Paare übers Tanzparkett fegen." Denn nach Ansicht von Niki Lauda gehöre es zur guten Tradition der österreichischen Kultur, dass Männer mit Frauen tanzen. "Bald kommt die Zeit, da werden wir uns noch alle öffentlich dafür entschuldigen, dass wir heterosexuell sind", schimpfte der einstige PS-Macho.
Stein des Anstoßes ist der als homosexuell geoutete österreichische Moderator Alfons Haider, der an der sechsten "Dancing Stars"-Staffel ab Anfang Februar teilnehmen wird. Statt mit einer Profi-Tänzerin wird der schwule Moderator mit einem Profi-Tänzer antreten. "Alles wird moderner und liberaler und so ist es wirklich weltweit einmalig und eine Sensation, dass der ORF ein gleichgeschlechtliches Paar tanzen lässt", hatte er bei der Bekanntgabe gesagt.
Ganz anders Lauda: Der ORF zerstöre aus reiner Quotengeilheit wichtige Traditionen im Land. "Ich will nicht, dass meine Kinder im ORF sehen, dass ein Mann mit einem Mann tanzt - und dass sie glauben, das nachmachen zu müssen", sagte Lauda. In der vergangenen Woche hatte es bereits ORF-interne Kritik an der Entscheidung gegeben: So etwas könne nicht öffentlich-rechtliches Familienprogramm sein, sagte ORF-Stiftungsrat Alexander Hartig der Zeitung "Standard".
Die Grünen und die sozialdemokratische SPÖ reagierten empört auf Lauda. "Die Aussage von Lauda, dass in unserer Kultur Männer nicht mit Männern tanzen würden, ist schon allein durch das Schuhplatteln zu widerlegen", sagte der Sprecher der Grünen Andersrum (Gruppe schwuler, lesbischer, bisexueller und Transgender-Mitglieder der österreichischen Grünen) in Wien, Marco Schreuder.
"Ich glaube, dass es doch ein interessantes Element einer Unterhaltungssendung ist, zu dem offensichtlich auch Diskussionsbedarf besteht", reagierte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Die Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien forderte von Lauda eine Entschuldigung für seine "homophoben Tiraden". Alfons Haider reagierte auf die Äußerungen zurückhaltend. "Die Aussagen disqualifizieren sich von selbst. Man muss sie nicht weiter kommentieren", ließ er über sein Management ausrichten.
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Quelle: t-online.de
bergfex schrieb:
am 25. Januar 2011 um 11:27:43
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Schwulen Tanz
Ich dachte immer, wir Österreicher wären liberal.
Habe mich da wohl getäuscht. Schade eigentlich.
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