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Oscars 2011: Interview mit Steven Gätjen

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"Die Alten haben es den Jungen vorgemacht"

28.02.2011, 13:11 Uhr | mth

Steven Gätjen führte bei den Oscars Interviews am roten Teppich.

Steven Gätjen führte bei den Oscars Interviews am roten Teppich.

Steven Gätjen war wieder live bei den Oscars dabei und konnte am roten Teppich mit bekannten Hollywood-Stars wie Sandra Bullock reden. Über sein Treffen mit der Filmprominenz und seine Meinung zu den Preisträgern und der Oscar-Show erzählt Gätjen im Interview mit t-online.de.

Steven, wie hat dir denn die Oscar-Verleihung gefallen?

Steven Gätjen: Ich fand sie okay. Aber ich habe mehr von James Franco und Anne Hathaway erwartet. Sie haben einfach nicht das gezeigt, was sie können. Außerdem hat es extrem langweilig gewirkt, als alle Songs gesungen wurden. Das Bühnenbild war allerdings super. Aber insgesamt war alles sehr vorhersehbar. Ich hätte mir mehr gewünscht, dass sie neue Wege gehen.

Meinst Du, das könnte daran gelegen haben, dass Ricky Gervais’ Moderation bei den Golden Globes so bissig war und kritisiert wurde, und dass deshalb die Präsentation der Oscars weichgespült wurde?

Ich glaube, das ist tatsächlich ein bisschen die Angst gewesen. Aber die Golden Globes haben es vorgemacht. Ricky Gervais macht das einfach fantastisch. Er provoziert, er bringt die Leute zum Lachen. Er legt den Finger in die Wunde. Und ich finde, auch wenn die Oscars globaler und größer sind, kann man schon Risiken eingehen, besonders dann, wenn man zwei Leute hat wie James Franco und Anne Hathaway. Wen ich aber großartig fand, das waren Robert Downey Jr. und Jude Law. Die haben sich gegenseitig gepiesackt und Spaß gehabt, das war super.

Großartig waren auch die Auftritte von Kirk Douglas und Billy Crystal. Sind die alten Hasen dem Nachwuchs überlegen?

Die Älteren haben eben mehr Selbstbewusstsein und wissen, wie das Ganze tickt. Das Potenzial von James und Anne schätze ich aber auch sehr hoch ein. Ich glaube, dass sie aber einfach auch Respekt hatten. Wenn man gesagt bekommt, wir verjüngen jetzt das Ganze und die Last liegt auf euren Schultern, dann ist man natürlich zurückhaltender, was die Ausrichtung und das Risiko angeht. Man braucht auch immer den Freiraum und die Unterstützung der Academy, und ich weiß jetzt natürlich nicht, wie das hinter den Kulissen aussah. Aber Kirk Douglas und Billy Crystal haben natürlich gezeigt, dass man einfach mal etwas riskieren muss und dann bekommt man auch die Lacher. Die Alten haben es den Jungen vorgemacht.

Ähnlich überraschungsarm wie die Show verlief auch die Verteilung der Oscars. Oder gab es Entscheidungen, die Du so nicht erwartet hast?

Nein, das war alles sehr vorhersehbar. Mich hat nur negativ überrascht, dass „True Grit“ überhaupt keinen Preis bekommen hat und „The Social Network“ in den wichtigen Kategorien leer ausgegangen ist. Social Networks sind ja ein Phänomen unserer Zeit. Und ohne den Erfolg von „The King’s Speech“ schmälern zu wollen, da muss die Academy auch mal über den eigenen Schatten springen und das würdigen. Dass Colin Firth und Natalie Portman einen Oscar bekommen, war so klar, wie der Gewinn von Christoph Waltz im vergangenen Jahr. Die waren so hervorragend, dass ich es nicht verstanden hätte, wenn sie nicht gewonnen hätten. Und dass Christian Bale gewonnen hat, das war jetzt keine Überraschung, aber mich hat es trotzdem sehr gefreut.

Er sah ja auch lustig aus mit seinem Nikolaus-Bart.

Das macht er immer so. Wenn er aus einer Rolle draußen ist, dann lässt er alles wachsen und lässt sich gehen, hat ein kleines Bäuchlein – der ist echt unglaublich.

Es gab ja in diesem Jahr nicht den ganz großen Gewinnerfilm. Lag das am Niveau bei der diesjährigen Oscarverleihung? Zu viel Mittelmaß?

Ich finde es gut, wenn die Preise verteilt sind. Das macht es ja auch spannender. Wenn man so etwas hat wie „Titanic“ oder den letzten Teil von „Der Herr der Ringe“, die fast alle Oscars bekommen, dann ist das langweilig. Wenn ein Film alles gewinnt, dann schmälert das die Leistung der anderen Regisseure und Produzenten. Ich finde, dass die Qualität und Auswahl der Filme in diesem Jahr toll war. Und Filme wie „Black Swan“ und „The King’s Speech“ haben es auch geschafft, weltweit nicht nur ein Arthouse-Film zu sein, sondern waren auch an der Kinokasse erfolgreich.

Wenn Du die Oscars vergeben dürftest, wer hätte denn die Auszeichnung als "Bester Film" bekommen?

„The Fighter“ hat mich sehr begeistert. Das ist für mich der neue „Rocky“, aber für Mann und Frau. Ich finde einfach die Leistung von Amy Adams, von Christian Bale und auch von Mark Wahlberg großartig. Ich wusste aber, dass der Film nicht gewinnen wird. Deshalb habe ich auf „The Social Network“ gesetzt. David Fincher hat aus einer Geschichte, die eigentlich keine Geschichte ist, einen Film gemacht, der spannend war und – wie gesagt – auch in unsere Zeit passt. Das sind meine beiden persönlichen Favoriten. Dass „The King’s Speech“ gewonnen hat, war aber vorhersehbar.

Wen hast Du denn vor der Oscar-Verleihung alles auf dem Roten Teppich getroffen?

Wir haben den Roten Teppich richtig gerockt und 38 Interviews gemacht und hatten wirklich alle: Darren Aronofsky, Hugh Jackman, Hillary Swank, Colin Firth, Jeremy Renner, Nicole Kidman, Gwyneth Paltrow. Es hat so einen Spaß gemacht in diesem Jahr.

Was gab es sonst noch am Rande der Veranstaltung, was dir aufgefallen ist?

Ich fand es sehr schade, dass Penelope Cruz nicht mit Javier Bardem gemeinsam über den Teppich gegangen ist und dann auf einmal im Kodak Theatre saß. Und dann hatten die Kollegen von ABC Sandra Bullock zum Interview und meinten als erstes, wie es denn jetzt für sie sei, ohne ihren Ekel-Ex-Gatten Jesse James über den roten Teppich zu laufen. Und da ist sie stinksauer geworden. Danach habe ich sie dann vors Mikrofon bekommen und da war sie nicht gut drauf. Und dann habe ich natürlich auch gleich die erste Frage versemmelt. Aber am Ende war sie dann wieder ganz spaßig.

Vielen Dank Steven für das Gespräch.

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Quelle: t-online.de

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Kommentare (2)

zum Forum

Thema: "Oscars 2011: Interview mit Steven Gätjen"

lulu38 schrieb: am 28. Februar 2011 um 14:24:10
(0) (0) oscar
schaue jedes jahr nachts live,diesmal wars so langweilig,furchtbar.hätte besser geschlafen.die hätten doch besser wieder hugh jackman
genommen.genialer entertainer.aber irgenwie ist auch immer ein jahr sehenswert und das nächste nicht.mal sehen 2012
mehr Kommentar melden

Osrkarchen schrieb: am 28. Februar 2011 um 14:04:42
(0) (0) Same prozedure as gerade noch eben(t)...
Da war heute morgen die Show vorbei, da fing auch schon die Wiederholung in voller Länge an.
Hätte ich das gewußt...Stand das denn so in den Programmzeitschriften?! - Ansonsten hatte man Mühe durchzuhalten. Der verfilmte Anfangstrailer mit aktuellen Filmausschnitten und den Moderatoren, war der eigentliche Höhepunkt der Show. Danach gings bergab. Wer´s nicht gesehen hat, hat nichts verpaßt.
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