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Party beim Menschenrechtsverletzer: Promis und die Politik-Propaganda

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Party beim Menschenrechtsverletzer: Promis und die Politik-Propaganda

13.10.2011, 13:35 Uhr | LS / dpa

Jean-Claude van Damme (m.) und Hilary Swank (r.) neben Tschetschenen-Chef Ramsan Kadyrow.  (Quelle: AFP)

Jean-Claude van Damme (m.) und Hilary Swank (r.) neben Tschetschenen-Chef Ramsan Kadyrow. (Quelle: AFP)

Tschetschenien. Der Name der russischen Teilrepublik steht für Menschenrechtsverletzungen, politische Auftragsmorde und zwei Kriege. Dem Machthaber Ramsan Kadyrow werden Verbrechen wie Folter, Vergewaltigungen und Verschleppungen vorgeworfen. Dennoch scheuten sich einige internationale Stars des Showbiz nicht, eine Einladung zum 35. Geburtstag des Präsidenten nach Grosny anzunehmen. Oscar-Preisträgerin Hilary Swank sang in feinster Marilyn-Monroe-Manier "Happy birthday, Mister President", Jean-Claude van Damme nahm bei einem Festakt neben Kadyrow Platz und Geigerin Vanessa Mae gab einen halbstündigen Auftritt. Auch Heidi Klums Ehemann Seal war der Einladung gefolgt. In unserer Foto-Show zeigen wir, welche Promis sich zu Propagandazwecken von zweifelhaften Politikern kaufen ließen.

Als hätten sie durch die umstrittenen Auftritte diverser Stars beim Clan des mittlerweile untergetauchten libyschen Machthabers Gaddafi nichts gelernt. Künstler wie Mariah Carey, Beyonce und Usher gaben ihre Songs bei privaten Partys der Gaddafi-Söhne zum Besten und kassierten Millionengagen. Andere VIPs wie Jon Bon Jovi, Enrique Iglesias, Lindsay Lohan und Miranda Kerr wohnten den Feiern als Gäste bei. Ob sie für ihre Anwesenheit bezahlt wurden, ist jedoch nicht bekannt. Ein schlechtes Gewissen schien aber keiner der Prominenten zu haben. Das machte sich erst bemerkbar, als die arabische Revolution auch Libyen erfasste und Diktator Gaddafi Anfang 2011 auf friedliche Demonstranten schießen ließ, wobei hunderte Menschen ums Leben kamen. Da zeigten einige Popsternchen plötzlich Reue und spendeten ihr Gaddafi-Millionen. So wie Beyonce Knowles, die Erdbeben-Opfer in Haiti bedachte.

Promis sollen Gagen spenden

Die bei der Kadyrow-Fete in Grosny anwesenden Promis wurden inzwischen ebenfalls aufgefordert, ihre Gagen zu spenden: "Wenn Stars Geld für ihre Teilnahme an seiner Fete bekommen, dann zieht das die Leiden der unzähligen Opfer von Menschenrechtsverletzungen ins Gemeine herab", schrieb die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch in einer Stellungnahme. Man fordere die Stars auf, auf Geschenke und Gelder, die sie bekommen haben, zu verzichten. Allein der Auftritt von Vanessa Mae in der finanziell von Moskau abhängigen Teilrepublik soll rund 500.000 US-Dollar gekostet haben.

Geld kommt von Allah

Offizieller Anlass des Festes vergangene Woche in Tschetschenien waren der "Tag der Stadt Grosny" und die Einweihung eines neuen Luxusviertels in der einst vom Bürgerkrieg zerstörten Stadt. Zufällig fielen beide Ereignisse auf den Tag, an dem das Oberhaupt des Landes Geburtstag hat. Die Frage, woher das ganze Geld für die Party käme, beantwortete der Machthaber: "Allah gibt uns Geld."

Fußball-Stars in Grosny "politisch involviert"

Erst im Frühjahr hatte Kadyrow, der sich gern mit internationalen Stars schmückt, Lothar Matthäus und weitere Fußballprominenz nach Grosny geholt. Dort kickte der deutsche Ex-Nationalspieler an der Seite Kadyrows in einer tschetschenischen Auswahl gegen ein All-Star-Team aus Brasilien, um Werbung für Grosny als Austragungsort der Fußball-WM 2018 zu machen. Auf Seite der Südamerikaner standen unter anderem die Weltmeister Romario, Bebeto und Dunga sowie Ex-Bayern-Profi Giovane Elber auf dem Platz. Laut der brasilianischen Zeitung "Estado de Sao Paulo" sollen die Kicker ein Antrittsgeld in Höhe von 215.000 Euro erhalten und gewusst haben, dass sie "politisch involviert" sind. Unangenehm war das hinterher nur dem Spieler Rai, der dem Blatt sagte: "Es war eine große Dummheit. Ich schäme mich." Was er mit der Gage gemacht hat, ist nicht überliefert.

Späte und fadenscheinige Entschuldigung von Hilary Swank

Und auch Hilary Swank hat sich eine Woche nach ihrem Besuch in Tschetschenien entschuldigt. Sie bedaure zutiefst, dass sie zu dem Konzert anlässlich des 35. Geburtstags des tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow gekommen sei, sagte die 37-Jährige und erklärte, sie habe nichts von all den Vorwürfen gegen Ramsan Kadyrow gewusst. "Wenn ich volle Einsicht gehabt hätte, worum es bei dieser Veranstaltung offenbar ging, wäre ich nie hingegangen", sagte Swank.


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Quelle: t-online.de , dpa

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Kommentare (8)

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Thema: "Party beim Menschenrechtsverletzer: Promis und die Politik-Propaganda"

marian schrieb: am 17. Oktober 2011 um 16:19:12
(0) (0) hillary swan
wei doof sind die amis egentlich? weiss sie wenigsten geographisch wo sie war ? oder denkt sie sie war in Österreich ?

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Europäer schrieb: am 13. Oktober 2011 um 17:54:12
(1) (0) "Party beim Menschenrechtsverletzer"
Nun ja, es wird ihm vorgeworfen! Die USA brüsten sich mit ihren Auslandsmorden! Wer darf denn jetzt noch in den USA auftreten?

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Wigald schrieb: am 13. Oktober 2011 um 17:40:13
(0) (0) Promis
Und wer straft die Politiker ab, die diese Staatsterroristen hofierten? Und wie war das mit China? Man sollte nicht die Promis
verurteilen sondern die, die so etwas ermöglichen, die Politiker und die Geldsäcke!
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