10.09.2010, 12:07 Uhr | Judith Wiemers / Intro
Phil Collins reist in die 60er zurück. (Foto: Neal Haynes / Warner)
Zu Phil Collins haben wir alle schon mitgesungen. Vielleicht angeheitert bei einer Hochzeit, einer Abiparty oder zum lokalen Radiosender beim Bügeln. "Another Day In Paradise" und "In The Air Tonight" sind als ewige Ohrwürmer in die Musiklandschaft der letzten Dekaden eingewachsen. Mit "Going Back" will Collins nicht schmalzen, sondern swingen.
Phil Collins hat sich jahrelang erfolgreich inszeniert und verkauft als Popsänger mit großer Geste. Kitsch-tropfende romantische und bis zum abwinken emotional aufgeblähte Balladen produzierte der Trommler und gelegentliche Frontmann der Progressive Rockband Genesis ebenso zuverlässig wie erfolgreich. Was Phil Collins bereits in der Band lostrat, perfektionierte er als Solokünstler: Die aalglatte Wandlung vom Prog-Rock über überladenen Bombastrock bis hin zum Mainstream.
Trotz des selbst kreierten Images als Schmalz-Barden, welches Collins unverhohlene Kommentare zu seiner zweifelhaften Glaubwürdigkeit als Künstler einbrachte, lässt sich nicht dementieren, dass er als Musiker mit Grammy-Ehrungen, nachhaltigem Song-Material und reichlich Hits nicht zu übersehen und unterschätzen ist. Nach seinem letzten Soloalbum "Testify" (2002) bringt Phil Collins nun mit "Going Back" eine Platte, die auf Nummer sicher geht und den Engländer zu amerikanischen Roots führt.
Von "Papa Was A Rolling Stone" von den Temptations über "Talking About My Baby" von Curtis Mayfield & The Impressions bis "Going To A Go-Go" von Smokey Robinson & The Miracles: Die Liste der Titel, die der Brite für sein Album neu aufgenommen hat, umfasst ausschließlich alte Soul-Klassiker. "Ich wollte diesen großartigen Songs keineswegs etwas Neues beifügen, ich wollte jene Sounds und Gefühle, die ich damals hatte, (...) in die aktuellen Aufnahmen einfließen lassen", so der achtfache Grammy-Gewinner.
Natürlich ist die Konzipierung des Albums in ihrer Ausrichtung genial, die nostalgischen R’n’B-Hits der Sechziger gepaart mit dem smarten Understatement des Sängers, die Verkaufszahlen sind mit Phil Collins als sympathischem Kuschelbarden gesichert. Tatsächlich sind die Arrangements, die sich nahe an den Originalen wie dem Martha and the Vandellas-Klassiker "Heatwave" bewegen, nicht nur leicht bekömmlich, sonder auch charmant und im besten Sinne grundsolide. Mit 18 Tracks etwas reichhaltig, gestaltet Collins die Songs mit viel Einfühlvermögen, ein bisschen zu viel Drums und entschlackter Stimme. Entwaffnend.
Quelle: t-online.de
Arne L. schrieb:
am 15. September 2010 um 11:16:16
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Viei zuviel Collins
Und wieder einmal wird kein Kritiker, der seinen gutbezahlten Job behalten will, zugeben, dass dieses Album unnötig bis
überflüssig ist. Aber Herr Collins wäre ein schlechter Geschäftsmann, wenn er das drohende Weihnachstgeschäft nicht mitnähme. Ich mache immer noch den Fehler, bei einem neu erscheinenden Phil Collins Album etwas neues zu erwarten ...
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Icke schrieb:
am 10. September 2010 um 15:10:17
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Phils Neue
Sehr fein gemacht, Herr Collins! Besonders, wenn man sich vor Augen führt, dass er's nu wirklich nich tmehr nötig hat. Ich mag die "Nabelschau" ....
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