04.11.2010, 10:17 Uhr | demo
Das Letzte, was hier passieren soll, ist, dass sich Fans von Schlager- oder Volksmusik beleidigt fühlen. Es sollen keine abgenutzten Klischees beschworen werden, die diese Musikrichtung in die Ecke bäuerlich-schmalziger Plumpheit rückt. Das ist nun mal Geschmackssache und soll es auch bleiben. Vielmehr soll das Augenmerk auf vollkommen ungeahnte künstlerische Dimensionen des Genres gelenkt werden: Beim Betrachten vieler Plattencover fällt auf, dass sich da eine Welt auftut, in der es vor skurrilen, surrealen, ja sogar gruseligen Motiven nur so wimmelt. Da taucht ein Säugling nach einem Bierglas, einem röhrenden Hirsch wächst ein zweiter Hirsch aus dem Geweih, zahnlose Schürzenjäger verpassen sich gegenseitig Pediküren - und irgendwo dazwischen hat sich sogar Florian Silbereisen versteckt. In einer Foto-Show haben wir für Sie ein kleines Pandämonium schrulliger Schlager-Cover zusammengestellt.
Zugegeben, das qualitative Niveau unter den zahlreichen Plattencovern der Schlagerwelt ist schwankend. Einige sind wirklich gruselig, andere nur gruselig schlecht. So sieht beispielsweise die Front der 2009 erschienen "Erfolgshits der Ursprung Buam" aus, als wären die Bandmitglieder höchstpersönlich mit Schere und Klebestift zu Werke gegangen, um ihre Porträts vor einem Alpenhintergrund aus Fototapete und hinter eine Banderole mit gigantischen Enzianblüten zu montieren, zwischen denen zu allem Überfluss auch noch ein Geige spielender Teddybär hockt. Dass die Musiker selbst mit einem Blick in die Kamera stieren, als hätten sie gerade ein außerkörperliches Erlebnis, erklärt sicher einiges, fällt da aber kaum noch auf.
Anders, aber ebenso irritierend: Das Cover des Albums "Poppele" der Band Bluatschink von 1995 zeigt einen mehrhalsigen Drachen mit Menschenköpfen, der einem Teddybären ein schnauzbärtiges Baby reicht, dessen Gesicht erstaunliche Ähnlichkeit mit einem der beiden Drachenköpfe hat. Leicht verwirrend, oder? Die Vorlage für dieses doppelt vorhandene Gesicht lieferte Toni Knittel, der Songschreiber des österreichischen Duos, auf dem anderen Drachenhals prangt das Antlitz von Bandkollege Peter Kaufmann. Was das zu bedeuten hat, oder ob es überhaupt etwas bedeutet, kann man nur mutmaßen. Immerhin stellen die Musiker unmissverständlich fest, für welche Zielgruppe Cover und Musik gedacht sind: "Für Kinder von 1 bis 100".
Quelle: t-online.de
Lucy schrieb:
am 4. November 2010 um 10:16:56
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Plattencover
Es ist nicht wichtig wie die Hülle ausschaut, es kommt auf den Inhalt an!
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