26.09.2011, 10:59 Uhr | dpa / jho
Auf ihrer Homepage teilen Michael Stipe, Peter Buck und Mike Mills ihren Fans mit, dass sie fortan getrennte Wege gehen werden.
Anfang des Jahres haben sie noch ein Album herausgebracht, jetzt ist alles aus: R.E.M. löst sich auf. Das gab die Band um Frontmann Michael Stipe jetzt auf ihrer Homepage bekannt. Nach drei Jahrzehnten Rockgeschichte zieht die Gruppe damit einen Schlussstrich. Ohne Streit, ohne Anwälte, wie die Mitglieder betonen.
"Ich hoffe, dass unsere Fans verstehen, dass dies keine einfache Entscheidung war", sagte Stipe. "Aber alle Dinge müssen enden, und wir wollten es richtig tun, auf unsere Weise". In einer gemeinsamen Erklärung hieß es: "Wir gehen fort mit einem tiefen Gefühl von Dankbarkeit, von Endgültigkeit und mit Erstaunen über all das, was wir erreicht haben. An jeden, der jemals von unserer Musik berührt wurde, unser tiefster Dank fürs Zuhören."
Die Band aus dem US-Bundesstaat Georgia mit Stipe, Bassist Mike Mills und Gitarrist Peter Buck war durch Hits wie "Losing My Religion", "Everybody Hurts", "Imitation Of Life" und "Man on the Moon" berühmt geworden. Sie hätten sich stets wie Brüder geliebt und respektiert, teilte Mills mit. "Es gibt keine Missklänge, kein Zerwürfnis, keine Anwälte, die sich streiten. Wir haben diese Entscheidung zusammen getroffen, freundschaftlich und im besten Interesse für jeden von uns. Es ist einfach der richtige Zeitpunkt". Sie seien eine Gruppe von 19-Jährigen gewesen, die die Welt ändern wollten, schrieb Buck. In den Gründungsjahren war auch noch Schlagzeuger Bill Berry dabei, der der die Band aber 1997 verließ.
Das jüngste Album "Collapse Into Now" weckte Hoffnung, dass R.E.M. mit einem neuen Kreativitätsschub noch einmal die Kurve kriegen könnte. Die teilweise in Berlin aufgenommene, Anfang dieses Jahres erschienene 15. Studioplatte war von erfrischender Spielfreude, die Millionen Fans wieder an eine Zukunft ihrer Lieblingsband glauben ließ. Spitzenränge in den Charts schaffte auch dieses Spätwerk. Doch am Ende war der Verschleiß nach drei Jahrzehnten wohl zu groß.
Was bleibt, sind einige der wichtigsten Rock-Alben der vergangenen 25 Jahre und zwei Handvoll Songs, die durchaus neben den Großtaten der Beatles, Beach Boys oder Byrds bestehen können. Zugleich war R.E.M. - Sänger Michael Stipe, Gitarrist Peter Buck, Bassist Mike Mills und bis 1997 auch Schlagzeuger Bill Berry - eine bodenständige US-Südstaaten-Band ohne Skandale, die ihre Wurzeln in der Punk- und Indie-Szene nie verleugnete und trotz Superstar-Status glaubwürdig wirkte. Die Erfolgsgeschichte des 1980 unter dem Namen "Twisted Kites" gegründeten Quartetts begann drei Jahre später, mitten in der Ära des kühlen, glamourösen Synthie-Pops, mit dem Gitarrenrock-Album "Murmur". Stipes kryptische Texte waren wegen seines raunenden Nuschelgesangs zwar kaum zu verstehen, doch die Band strahlte mit ihrer Orientierung am Gitarrenrock der 60er und am Punk der 70er Jahre eine Ernsthaftigkeit aus, die viele Musikfans damals im Pop vermissten. Großartige Konzerte verstärkten den Eindruck, dass mit R.E.M. (Abkürzung für Rapid Eye Movement) eine neue Ära anbrechen könnte.
Es dauerte trotz hervorragender Platten wie "Lifes Rich Pageant" (1986) oder "Green" (1988) noch Jahre, ehe R.E.M. 1991 mit dem Single-Hit "Losing My Religion" der große Durchbruch gelang. Mehrere Grammys waren der Lohn, ehe das zwischen Folk, Pop und traumhaften Balladen pendelnde, 18 Millionen Mal verkaufte Album "Automatic For The People" die Band 1992 in den Kreis der Megastars katapultierte - zu U2, Prince, Madonna und Michael Jackson. Mit der sperrigen Rockplatte "Monster" versuchten Stipe & Co wenig später die Flucht aus dem neuen Mainstream zu ergreifen, doch es gelang ihnen nicht wirklich.
Die Alben von R.E.M. waren danach fast immer erfolgreich, aber nur noch selten ein Ereignis. Kurz vor dem weitgehend missglückten "Up" (1998) ging Schlagzeuger Berry von Bord, für viele Fans das Herz der Band. Stipe, Buck und Mills machten als Trio mit wechselnden Studiomusikern weiter, versuchten sich mal am Soft-Pop im Stil der Beach Boys, dann wieder an kurzen, raue Gitarren-Songs. Hin und wieder war von Streitereien und Trennungsgerüchten zu hören. 2007 wurden die Musiker in die legendäre Rock 'n' Roll Hall of Fame aufgenommen. Zuletzt habe man sich gefragt: "Was jetzt noch?", gab Bassist Mills am Mittwoch zu. Die letzten Songs seien "ein sauberer Schlussstrich unter 31 Jahre Zusammenarbeit". R.E.M. haben damit trotz manch mittelmäßiger Platte vermieden, jemals peinlich zu werden. Und auf mögliche Solo-Projekte - vor allem des längst zum charismatischen Entertainer aufgestiegenen Sängers Stipe (51) - darf man gespannt sein. Der Abschiedsschmerz der Fans könnte also schon bald gelindert werden.
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Quelle: dpa
golfstrom schrieb:
am 25. September 2011 um 23:10:26
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R.E.M.
Mit R.E.M. macht eine der kreativsten, musikalisch stärksten und vielseitigsten Rockbands Schluß. "Automatic for the people"
ist ein Album für die Ewigkeit. Sie haben Songs geschrieben die man auch in 50 Jahren noch hört. Sie waren,vor allem in den 80ern und 90ern live ein Hör- und Sehgenuß. Danke für die vielen tollen Songs und danke für die beiden Konzerte 1998 und 2004 die ich miterleben durfte. Meine Favorite Song sind "Sad Professor", "Everybody hurts" und
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Axel schrieb:
am 25. September 2011 um 12:30:09
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R.E.M
Endlich einmal eine gute Nachricht !
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Blue schrieb:
am 23. September 2011 um 19:50:11
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REM
Solche Bands aus gestandenen Musikern wird es wohl nie wieder so geben.
Der Sound im Konzert ist der gleiche wie aus dem Studio,ohne
Technik und
Computer wären viele sogenannte Stars heutzutage aufgeschmissen.
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