17.06.2010, 10:25 Uhr | LS
Am 17. Juni 1950 erschienen die ersten Taschenbücher in Deutschland. (Foto: ddp)
Er wollte Bücher für ein Massenpublikum drucken und diese sollten nicht mehr kosten, als ein deutscher Arbeiter in einer Stunde verdient. Das war die Idee des Verlegers Ernst Rowohlt (1887 - 1960). Der Bedarf an Literatur nach dem Zweiten Weltkrieg war groß, die Ressourcen jedoch knapp. Da kam Rowohlts Sohn Heinrich mit einer wegweisenden Entdeckung aus Amerika zurück, wo er auf die sehr beliebten "pocket books" gestoßen war. Ernst Rowohlt begann, die bisher großformatigen "Rotations Romane" im kleineren Format herauszugeben und "Taschenbücher" zu nennen. Am 17. Juni 1950 erschienen die ersten vier Bändchen.
Falladas "Kleiner Mann - was nun?", Graham Greenes "Am Abgrund des Lebens", Kiplings "Dschungelbuch" und Tucholskys "Schloß Gripsholm" waren die ersten vier Romane, die im Taschenbuchformat herauskamen. Mit einer Erstauflage von 50.000 Büchern je Band begann die Produktion. Gedruckt im Rotationsverfahren auf Zeitungspapier und mit einem Leinenband zusammengehalten, wurden sie zu einem Preis von nur 1,50 Mark angeboten. Die Leser waren begeistert. Vier Monate später waren schon über eine halbe Million Taschenbücher verkauft. Bereits 1951 wurde das zweimillionste Buch gedruckt.
1961 ging der Verlag Rowohlt dann dazu über, die "rororos" komplett in Papier zu binden. Das Taschenbuch hatte sich in Deutschland endgültig etabliert. Weitere Verlage wie Fischer oder Goldmann brachten nun ebenfalls Taschenbücher auf den Markt. Der Deutschen Taschenbuch Verlag (dtv) wurde gegründet. Auch heute noch ist Rowohlt führend, wenn es um Innovationen geht. Bei der Umstellung zum E-Book ist der Rowohlt Verlag vorne mit dabei. Zurzeit sind Applikationen für das iPad in Planung. Getreu den Worten von Verlagsgründer Ernst Rowohlt: "Gute Literatur braucht keinen teuren Einband."
Quelle: t-online.de
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