25.08.2010, 10:18 Uhr | RE
Er war der charismatischste Geheimagent der Filmgeschichte, spielte den Vater des berühmtesten Archäologen der Welt und lehrte als "Unbestechlicher" sogar Al Capone das fürchten: Sean Connery gehört zweifellos zu den größten Schauspiel-Legenden und es ist ein Jammer, dass er aus Verärgerung über die Dreharbeiten zu seinem letzten Film "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" im Jahr 2003 vorzeitig in den Ruhestand gegangen ist. Heute feiert die Ikone ihren 80. Geburtstag, was wir gerne zum Anlass nehmen, um auf eine Karriere zurückzublicken, die wesentlich mehr zu bieten hatte als geschüttelte Vodka Martinis und schöne Frauen. In unserer Foto-Show sehen Sie die Highlights aus 80 Jahren Sean Connery.
Am 25. August 1930 erblickte Sean Connery im schottischen Edinburgh das Licht der Welt. Er wuchs unter ärmlichen Verhältnissen auf und fing bereits im Alter von neun Jahren an, Geld zu verdienen. Vor seiner Karriere als Schauspieler brachte es Connery auf eine beachtliche Anzahl an Jobs: Er war Milchverkäufer, Waffenmeister in der Royal Navy, schleppte Kohlesäcke in Wohnungen, polierte Holzschränke und Särge, arbeitete als Stahl- und Straßenarbeiter, posierte als Model in der Kunstakademie, erreichte als Bodybuilder beim "Mr. Universum"-Wettbewerb den dritten Platz, arbeitete in einer Druckerei und schließlich noch als Rettungsschwimmer. Erst im Alter von 22 Jahren kam Connery als Komparse in einer Musik-Sendung mit dem Show-Business in Berührung. Dort wurde dem jungen Schotten klar, dass ihm der Beruf des Schauspielers Spaß macht und er dies gerne auf Dauer machen würde. Es gelang ihm erste Film- und Fernsehrollen zu ergattern, doch der große Erfolg ließ zunächst noch auf sich warten.
Im Jahr 1960 kam schließlich die große Chance. Die Produzenten Harry Saltzman und Albert R. Broccoli hatten die Rechte für Ian Flemings Spionage-Romane über den fiktiven Geheimagenten James Bond erworben und suchten einen Hauptdarsteller. Die Wahl fiel auf Connery, der in den Augen der Produzenten Härte ausstrahlte, gleichzeitig aber auch Charme und Charisma der Figur rüberbringen konnte. Bond-Erfinder Ian Fleming war mit der Wahl zunächst unzufrieden und bezeichnete den Schotten als "übergroßen Stuntman". Als "James Bond jagt Dr. No" schließlich in die Kinos kam zeigten sich Publikum und Kritiker jedoch begeistert. Eine solche Form des Unterhaltungskinos mit exotischen Schauplätzen, atemberaubenden Frauen und spektakulärer Action hatte es in dieser Art noch nicht gegeben. Connery spielte die Rolle insgesamt sieben Mal, wobei "Goldfinger" und "Feuerball" kommerziell am erfolgreichsten waren. Vor allem in den 1960er Jahren entstand eine regelrechte Bond-Manie und bis zum heutigen Tag wird der Name Sean Connery am häufigsten genannt, wenn die Frage aufkommt, wer der beste Bond-Darsteller aller Zeiten wäre.
Obwohl Connery den Bond-Filmen viel verdankte, entwickelte er im Laufe der Jahre immer mehr eine Abneigung gegen die Rolle des Geheimagenten. Freunden gegenüber erklärte er, dass ihm die Figur sogar vom Herzen zuwider ist und nur dank einer sehr hohen Gage (die er komplett einer von ihm mitbegründeten Stiftung spendete) ließ er sich 1971 dazu überreden in "Diamantenfieber" erneut James Bond zu spielen. "Dies ist definitiv mein letzter Bond" sagte Connery damals - um dann 1983 in einem Remake von "Feuerball" erneut den Geheimagenten zu spielen. Der passende Filmtitel: "Sag niemals nie". Kurios war, dass der Film nach einem jahrelangen Rechtestreit nicht von den üblichen Produzenten gedreht wurde und daher auch offiziell nicht zur Bond-Reihe gezählt wird. Diese setzten die Reihe nach Connerys Abschied mit dem Briten Roger Moore fort, weshalb nahezu gleichzeitig der offizielle Bond-Film "Octopussy" mit Moore in der Hauptrolle ins Kino kam.
Viele Jahre hatte es den Anschein als würde Connery das Bond-Image nicht mehr loswerden und in keiner anderen Rolle erfolgreich sein können. Seine Darbietungen als alternder Robin Hood in "Robin und Marian" oder Space-Marshall in "Outland - Planet der Verdammten" deuteten zwar bereits seine Wandlungsfähigkeit an, brachten aber nicht die erwünschte Wende. Die größte Befreiung vom Bond-Image erfolgte schließlich als Franziskanermönch in "Der Name der Rose". Der Historienkrimi wurde der erste große kommerzielle Erfolg für Connery, der nicht zur Bond-Reihe gehörte. Spätestens mit seiner Oscar-prämierten Darstellung als Gesetzeshüter in Brian de Palmas "Die Unbestechlichen" und Vater des berühmtesten Archäologen der Filmgeschichte in "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" war er die Last des Bond-Mythos endgültig losgeworden.
Obwohl Sean Connery vom "People"-Magazin zum "sexiesten Mann des Jahrhunderts" gewählt wurde, hielten sich seine Liebschaften in Grenzen - zumindest im Vergleich zum notorischen Frauenhelden James Bond. "Natürlich habe ich eine gewisse Erfahrung auf diesem Gebiet, aber ich war nie der Frauenheld, als den Ian Fleming die Bond-Figur dargestellt hat", erzählt Connery. Er war in seinem Leben zweimal verheiratet. Mit der Schauspielerin Diane Cilento war er von 1962 bis 1973 liiert und bekam einen Sohn namens Jason. Zwei Jahre nach der Trennung heiratete Connery die französisch-marokkanische Malerin Micheline Roquebrune, mit der er bis zum heutigen Tag zusammen ist. Die größte Liebe seines Lebens ist jedoch seine schottische Heimat. 1999 wurde Connery aufgrund seiner Verdienste für Schottland von Queen Elizabeth zum Ritter geschlagen und darf sich seitdem Sir Sean Connery nennen. Zudem hat er sich in jungen Jahren auf seinem linken Unterarm "SCOTLAND FOREVER" eintätowieren lassen. Dementsprechend veröffentlichte er seine Memoiren auch mit dem passenden Titel: "Mein Schottland, mein Leben".
SEAN CONNERY
Eine Hommage in Fotografien
Herausgegeben von Aaron Smyth,
Texte von Manfred Hobsch
168 Seiten, ca. 150 Abb.
19,95 EUR (D) | ISBN 978-3-89602-882-2
Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2010
Quelle: t-online.de
lady schrieb:
am 25. August 2010 um 09:01:23
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Herzlichen Glückwunsch
Ich finde er ist ein guter Schauspieler.Ich sehe ihn gerne und mag ihn.Selbst im Alter ist er noch sexy.Weiterhin alles gute.
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